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Michel Penke (Foto: Gunnar Bernskötter)

Michel Penke (Foto: Gunnar Bernskötter)

Auf Bleiwüsten.de stellt Michel Penke ein kleines kostenfreies Tool vor, um eine Zahlenreihe grafisch darzustellen. Die Zahlen müssen in einer Google Tabelle eingetippt werden, dann wird Storyline mit der URL zu dieser Tabelle gefüttert. Heraus kommt eine auch mobil optimierte interaktive Grafik, die man um weitere Hinweistexte zu bestimmten Zahlen erweitern kann.

Mein Lese-Tipp: „Storyline

Sebastian Brinkmann

Sebastian Brinkmann

Seit heute Mittag wird die Verbindung zwischen Ihrem Computer und Journalisten-Tools.de verschlüsselt aufgebaut. Keine Angst, davon bekommen Sie nichts mit. Bestenfalls zeigt Ihr Browser jetzt ein kleines Schloss vor der Internet-Adresse an. Chrome ergänzt ein „Sicher“ vor der Internet-Adresse.

Warum?

Google appelliert seit Monaten an Website-Betreiber, ihr Angebot nicht mehr über das unverschlüsselte HTTP-Protokoll bereitzustellen, sondern über das verschlüsselte HTTPS-Protokoll. Zwei Anreize werden genannt: Google Chrome platziert ein „Sicher“ vor die Internet-Adresse und die Google Suchmaschine sortiert verschlüsselte Angebote weiter oben in der Suchergebnis-Liste ein. Für Sie bedeutet das vor allem, dass Sie künftig bei der Nutzung des Kontaktformulars oder der Newsletter-Anmeldung darauf vertrauen können, dass Ihre Daten verschlüsselt bis zum 1&1-Server – auf dem Journalisten-Tools.de läuft – übertragen werden.

Warum jetzt?

Es gab gleich zwei Anlässe:

  1. Google hatte mich vor ein paar Wochen angeschrieben und darauf hingewiesen, dass Chrome künftig vor nicht-verschlüsselten Website ein „Unsicher“ einblenden wird und ich hatte Sorge, dass dies den ein oder anderen verwirrt.
  2. Mein Newsletter-Plugin Mailpoet 3 hat Probleme mit WordPress-Seiten, die nicht vollständig auf HTTPS umgestellt wurden. Deshalb hat die Newsletter-Anmeldung in den vergangenen Wochen leider nicht richtig funktioniert. Dies sollte nun behoben sein.

Wie?

WordPress auf SSL umzustellen ist eigentlich recht einfach. T3N hat den Umstieg in einem Beitrag erläutert, den mir Oliver Havlat empfohlen hat. Zwei Dinge habe ich in der Anleitung aber vermisst: Nach der Umstellung muss man seine Website in der Google Search Console (hieß früher Google Webmaster Tools) neu anmelden und man muss Google Analytics auf die neue Adresse der Website (jetzt https://…, vorher http://…) hinweisen.


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Für viele Journalisten, die eine eigene Website betreiben möchten, ist die nötige Technik mitunter eine große Hürde: Welches CMS soll es sein, was hat es mit diesen MySQL-Datenbanken auf sich, wie installiere ich das alles eigentlich? Für viele Zwecke ist ein System wie WordPress auch schon überdimensioniert und unnötig kompliziert.

Wer keine Lust hat, sich mit solchen Fragen auseinander zu setzen und sich erst das technische Hintergrundwissen anzueignen, um sein Blog oder seine Autorenseite zu starten, für den ist Grav vielleicht eine Lösung.

Schnelle und einfache Installation

Grav ist ein sogenanntes Flat File CMS, also ein Content Management System, das nicht mit einer Datenbank arbeitet, sondern alle Informationen in Textdateien auf dem Server ablegt – tatsächlich alle Informationen. Also die Inhalte, aber auch die Grafik-Vorlagen, die Log-Dateien, die Einstellungen, einfach alles. Der Vorteil: Die Installation ist kinderleicht. Man lädt den Ordner mit den entpackten Programmdaten per FTP auf seinen Webserver – fertig. System läuft. Wenn es wirklich schnell gehen soll, muss auch nicht viel konfiguriert werden. Man kann direkt loslegen. Schneller bekommt man mit einem eigenen CMS kaum eine Seite ins Netz.

Die Seiten-Übersicht im übersichtlichen Backend. (Foto: Screenshot)

Die Seiten-Übersicht im übersichtlichen Backend. (Foto: Screenshot)

Grav geht zurück auf die Initiative des amerikanischen Entwicklers Andy Miller, der ein System suchte, das einfach und schnell zu nutzen war, auf Standardtechnologien beruhte und möglichst unkompliziert funktionieren sollte. Er fand keines, das seinen Ansprüchen genügte und begann deshalb, Grav zu entwickeln.

Das Projekt hat sich rasant gemausert: 2014 begann Miller mit allein, heute kümmert sich ein ganzes Team um die Weiterentwicklung. Für das eigentliche System gibt es mittlerweile über 200 Plugins, die viele Funktionen bereitstellen, die man aus anderen CMS kennt.

Wer also seine ursprünglich einfache Seite doch noch ausbauen will, findet im Grav-Universum sehr wahrscheinlich alle Instrumente, die er benötigt.

Über 80 verschiedene Layouts stehen zur Auswahl

Grav ist Open Source, kann damit also kostenlos genutzt und weiterentwickelt werden. Man kann es auf getgrav.org herunterladen – entweder „pur“ oder auch schon mit dem sehr guten Admin-Panel-Plugin, das die Verwaltung der eigenen Seite sehr einfach macht. Auf derselben Seite finden sich auch fast 80 Themes zum Download, mit denen sich die Seite grafisch schön gestalten lässt – vom Aussehen her stehen Grav-betriebene Seiten solchen, die aus WordPress heraus gesteuert werden, in nichts nach.

Für viele Anwendungszwecke hält die Grav-Website fertige Themes zum Download bereit. (Foto: getgrav.org / Screenshot)

Für viele Anwendungszwecke hält die Grav-Website fertige Themes zum Download bereit. (Foto: getgrav.org / Screenshot)

Wer sich nach der Installation in sein neues System einloggt, kann direkt loslegen: Jeder Artikel ist eine eigene Seite, die mit einem Klick auf „Seiten“ (Grav spricht auch Deutsch) angelegt und sofort befüllt werden kann. Einstellungen lassen sich bequem im übersichtlichen Admin Panel vornehmen, genauso Plugin installieren oder das System updaten.

Grav bietet schon über 200 Plugins, mit denen sich die eigene Seite technisch aufrüsten lässt. Installiert werden die Plugins direkt aus der Admin-Oberfläche heraus. (Foto: Screenshot)

Grav bietet schon über 200 Plugins, mit denen sich die eigene Seite technisch aufrüsten lässt. Installiert werden die Plugins direkt aus der Admin-Oberfläche heraus. (Foto: Screenshot)

Textformatierung ist gewöhnungsbedürftig

 

Eine Sache ist gewöhnungsbedürftig: Die Inhalte der eigenen Seite werden in Markdown geschrieben, einer Textauszeichungsart, die zu Anfang recht technisch anmutet, nach einer kurzen Eingewöhnung jedoch schnell von der Hand geht.

Alles in allem ist Grav damit für alle einen Versuch wert, die schnell und ohne in die technischen Details einsteigen zu wollen, eine eigene Seite oder ein Blog ins Netz bringen wollen. Mehr als einen PHP-fähigen Webserver braucht es nicht. Kleiner Wehmutstropfen: Wer mit der Optik, wie sie die zahlreichen Themes bereitstellen, nicht zufrieden ist und seine Seite in Details anders aussehen lassen will, muss am Theme arbeiten. Das setzt dann leider doch wieder technische Kenntnisse in Twig, der verwendeten Templating-Sprache, voraus.


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Vor ein paar Wochen habe ich OnWebChange, ein Tool zum Überwachen von Websites auf Änderungen, für Journalisten-Tools.de testen wollen. Auch wenn das Design etwas altbacken aussieht, schien der Dienst selbst interessant und kostengünstig: Für nur 1,20 Euro im Monat bzw. 12 Euro im Jahr kann man im Solo-Tarif bis zu 10.000 Website-Überprüfungen pro Monat einrichten. Das klang gut.

Homepage von OnWebChange.com (Foto: Screenshot)

Homepage von OnWebChange.com (Foto: Screenshot)

Doch der Haken: Obwohl ich über Paypal die 1,20 Euro umgehend an den Anbieter schickte, wurde mein Account nicht in den kostenpflichtigen Account hochgestuft. E-Mails an den Anbieter blieben unbeantwortet und letztlich habe ich den Paypal-Service genutzt, um das Geld wieder zurückzubekommen. Der Schaden hätte sich in Grenzen gehalten, aber ich wollte sehen, ob zumindest dann eine Reaktion des Anbieters kommt. Leider Fehlanzeige.

Eigentlich berichte ich nicht über Dienste, die ich nicht empfehlen kann. Hier mache ich eine Ausnahme, weil ich Sie vor ähnlichen Erfahrungen bewahren möchte.

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© gertrudda – Fotolia.com

© gertrudda – Fotolia.com

Viele Betreiber eines WordPress-Blogs kennen das Problem: Kaum ist die Website online, kommen schon die ersten Spam-Kommentare rein. Bis jetzt schützte das kostenfreie Plugin Antispam Bee sehr zuverlässig vor dieser Plage – aber leider lahmt die Entwicklung und das Plugin verliert seine schützende Wirkung. Seit ein paar Wochen beobachte ich in zwei WordPress-Blogs – darunter Journalisten-Tools.de – vermehrt Spam-Kommentare, die von Antispam Bee nicht erkannt werden.

Was ist passiert

Antispam Bee arbeitet mehrstufig: Spam wird zum Beispiel dadurch erkennt, dass das Kommentar-Formular von WordPress um versteckte Felder erweitert wird. Füllt ein Spam-Bot diese (für den User nicht sichtbaren) Felder aus, ist die Sache klar: Der Kommentar stammt von einer Maschine, die nicht erkannt hat, dass ein Formular-Feld per CSS unsichtbar geschaltet wurde und es deshalb automatisch ausgefüllt. Klingt primitiv, ist aber extrem wirkungsvoll: Hunderte Spam-Kommentare auf Journalisten-Tools.de sind mir auf die Weise schon erspart worden. Sie wurden durch Antispam Bee automatisch erkannt und erschienen nicht in der Liste der freizuschaltenden Kommentare und wurden mir deshalb nicht per E-Mail gemeldet.

Bis April 2015 hatte Antispam Bee noch eine weitere sehr wirkungsvolle Schutz-Methode: Kommentare, die nicht in ausgewählten Sprachen und aus ausgewählten Ländern kamen, wurden als Spam eingestuft. Praktisch für eine Seite wie Journalisten-Tools.de, wo Kommentare auf Russisch oder Chinesisch eher selten sind. Diesen Schutz hat der damalige Entwickler Sergej Müller ausbauen müssen, weil der dahinter liegende Google-Übersetzngsdienst kostenpflichtig wurde und er aus verständlichen Gründen keine Lust hatte, diese Kosten zu tragen – während er sein Plugin selbst kostenfrei anbot. Als Sergej das Ende dieser Schutz-Funktion ankündigte, schlugen mehrere User vor, die Funktion kostenpflichtig weiterzuführen. So wäre es denkbar gewesen, dass jeder User für seine Übersetzungsvorgänge selbst bezahlt. Leider hat sich Sergej wenige Wochen nach dieser Ankündigung aus gesundheitlichen Gründen aus der Plugin-Entwicklung zurückgezogen. Seit der Ankündigung vor rund 18 Monaten haben seine Nachfolger leider nur zwei kleinere Updates veröffentlicht. Die Sprach- und Länder-Erkennung wurde nicht mehr eingebaut und so verliert Antispam Bee langsam seine Schutz-Funktion.

Gibt es Alternativen?

Es gibt viele Antispam-Plugins für WordPress, aber fast alle haben einen entscheidenden Nachteil: Sie nutzen einen externen Cloud-Dienst, an den Sie Informationen über den Kommentar schicken, um einen Spam-Wert ermitteln zu lassen. Das ist problematisch, weil man dann zum Beispiel die IP-Adresse des Users automatisch an Dritte weiterleitet. Dazu kommt, dass solche Plugins wie Akismet und CleanTalk Geld für die Nutzung verlangen.

Eine andere Möglichkeit wären die hinreichend bekannten Zahlen- oder Buchstaben-Rätsel – auch Captcha genannt. Der User muss dann eine Rechen-Aufgabe lösen oder unleserliche Buchstaben eintippen. Ein guter Schutz gegen Spammer – wenn die Aufgabe schwierig genug ist – aber eben auch nervend für alle Kommentar-Schreiber, die dann die Lust am Kommentieren verlieren. Da mir die Kommentare der User sehr wichtig sind – ich möchte ja wissen, was Ihnen an meinen Beiträgen gefällt und was nicht – ist das keine Lösung.

Bleiben Plugins wie „Anti-Spam“ oder WP-SpamShield Anti-Spam – All-in-One Spam Protection, die versprechen, Spam-Kommentare mit einer JavaScript-Falle und der oben beschriebenen Falle mit versteckten Feldern sauber zu identifizieren. Ich fürchte allerdings, dass Spammer nicht blöd sind und diesen Schutz auch aushebeln, wenn der Entwickler nicht dran bleibt. Ich werde das mal testen und berichten.

Parallel hoffe ich, dass die Entwicklung von Antispam Bee wieder in Schwung kommt.

Update (14. Februar 2017): Die Macher von Antispam Bee haben ein Update veröffentlicht, dass sowohl die Sprach-Filterung (Kommentare werden nur noch in bestimmten Sprachen zugelassen) als auch die Länder-Filterung (Kommentare aus bestimmten Ländern werden als Spam eingestuft) ermöglicht. Ich habe AntiSpam Bee deshalb wieder installiert und es filtert wieder richtig gut.

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Lina Timm (Foto: Erol Gurian)

Lina Timm (Foto: Erol Gurian)

Weil nicht jeden Tag Republica ist, hat Lina Timm (@luisante) – hauptberuflich leitet sie das Media Lab Bayern – rund um Ostern eine Slack-Gruppe ins Leben gerufen, wo sich Digital-Journalisten aus der ganzen Welt austauschen können. Im Interview hat mir die Absolventin der Deutschen Journalistenschule erzählt, warum sie für den Austausch auf Slack setzt.

Es gibt schon unzählige Facebook-Gruppen für Digital-Journalisten. Warum jetzt also Slack?

Nach meiner Beobachtung bleiben viele Facebook-Gruppen sehr passiv: Jemand postet einen Link – zumeist zu einem eigenen Beitrag – und nur wenige Leute reagieren darauf. Zudem gehen diese Beiträge dann in der Masse der Facebook-Posts in meiner Timeline unter. Slack ist ein Chat-Tool, das die Leute viel mehr zum Austausch animiert.

Welche Themen diskutiert Ihr?

Wir haben in Slack verschiedene Kanäle eingerichtet: Audience Development, Events, Investigative, Mobile Reporting, Must Read, Snapchat und Tooltime. Diskussionssprache ist übrigens Englisch, weil wir aus anderen Ländern so viel lernen können und ich die Community daher von Anfang an international gesehen habe. Um so mehr freue ich mich, dass die aktuell 150 Teilnehmer jetzt schon aus 14 Nationen stammen.

Martin Hoffmann, ehemals Head of Social Media bei WeltN24, hatte die Idee der Weekly Challenge Zu einem bestimmten Thema sammle ich eine Woche die besten Tipps, Tools oder Links  und veröffentliche sie dann am Mittwoch in der eigenen Medium-Publikation „Digital Journalism rocks„. Im ersten Beitrag ging um 13 Social-Media-Tools, die viele nicht kennen. Diese Woche um 21 Beispiele für Audio-Storytelling.

Auch sonst dient die Community dem Austausch: Wer eine Frage hat, kann sie einfach im passenden Raum stellen und andere können reagieren.

Wer ist Deine Zielgruppe?

Einfach gesagt: Digital-Journalisten aus aller Welt. Ich richte mich in erster Linie an die Leute, die sich intensiv mit Digital-Journalismus befassen. Die haben nach meiner Beobachtung in den eigenen Häusern gar keine oder nur sehr wenige Kollegen, mit denen sie fachsimpeln können. Und deshalb macht es um so mehr Sinn, sich mit Kollegen aus anderen Häusern und anderen Ländern auszutauschen. Ohne Scheu, denn wir können so viel von einander lernen.

Wie meldet man sich an?

Über die Website www.digital-journalism.rocks kann man seine Mailadresse eintragen. Slack funktioniert nur mit direkter Einladung, deshalb schalte ich jeden nach und nach frei. Wir haben eine Warteliste, da wir organisch wachsen wollen und nicht überrannt werden. So können wir jeden Neuen willkommen heißen – es geht schließlich darum, sich kennen zu lernen und nicht (wieder) in der Masse zu verschwinden.

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Robert Brandl (Foto: Céline Mülich)

Robert Brandl (Foto: Céline Mülich)

Wer eine eigene Website starten möchte und mit Begriffen wie HTML, FTP und MySQL nichts anfangen kann, für den sind Homepage-Baukästen von Jimdo, 1&1 oder Strato eine gute Alternative. Über die Vor- und Nachteile von Homepage-Baukästen habe ich mit Robert Brandl, Gründer von Websitetooltester.com gesprochen. Im Interview gibt er viele nützliche Tipps und verrät, welche Anbieter er empfehlen kann. Seine Websitetool-Tests veröffentlicht er inzwischen in sechs Sprachen.

Welchen Homepage-Baukasten können Sie empfehlen?

Für deutsche Kunden empfehlen wir den Homepage-Baukasten von Jimdo, einer Firma aus Hamburg. Der Support antwortet auf deutsch und die Seiten haben direkt ein Impressum, was in Deutschland Pflicht ist. Auch die Server stehen in Deutschland, was im Hinblick auf Ladezeiten und Google-Rankings besser ist als Server in den USA. An zweiter Position empfehlen wir Weebly, einen Anbieter aus den USA. Vorteil dort: Die Seiten sind responsive, das heißt sie werden auf dem Smartphone, auf dem Tablet und auf dem Computer optimal dargestellt. Das hat Jimdo leider noch nicht. Nicht empfehlen können wir den Homepage-Baukasten von 1&1, dort „MyWebsite“ genannt. Der Support ist leider nicht gut und antwortet fast ausschließlich mit Textbausteinen. Außerdem ist 1&1 nicht günstig.

Was kostet denn eine Website bei Jimdo oder anderen Anbietern?

Wer keine eigene Domain („www.meinname.de“) haben möchte, zahlt bei Jimdo gar nichts. Mit eigener Domain, eigenem E-Mail-Konto, besserem Support und mehr Funktionen zahlt man 5 Euro im Monat – inklusive Mehrwertsteuer. Zum Vergleich: 1&1 verlangt im Basis-Tarif schon 9,99 Euro im Monat – zuzüglich Mehrwertsteuer. Der Jimdo-Support ist allerdings langsam, was bei dem günstigen Preis aber verschmerzbar ist.

Für wen lohnt sich ein Homepage-Baukasten?

Homepage-Baukästen sind ideal für Leute, die eine Website aufbauen wollen und kein oder nur wenig technisches Know-how besitzen. Ich höre immer wieder, dass WordPress leicht zu installieren ist, aber wer mit FTP und MySQL nichts anfangen kann, wird Mühe haben. Zudem muss man sich bei WordPress um Updates kümmern und selbst Backups erstellen. All das fällt beim Homepage-Baukasten weg: Über eine Oberfläche gestaltet man seine Seite und stellt sie online.

Homepage-Baukästen sind auch interessant für Leute, die schnell ein Thema ausprobieren wollen und dazu eine Website starten. Meine Website Websitetooltester.com ist mit einem Homepage-Baukasten gestartet und das lief die ersten Jahre super. Ohne diesen Baukasten hätte ich vermutlich erst zwei Jahre später eine Website gestartet – und dann wäre der Markt schon von anderen besetzt gewesen.

Welche Grenzen hat ein Homepage-Baukasten?

Zunächst ist man auf ein Set an Funktionen begrenzt. Wem das nicht reicht, der kann nicht einfach eine zusätzliche Funktion programmieren lassen. Da hat WordPress dann Vorteile, weil es sehr viele Erweiterungen gibt, die man installieren kann. Auch die Design-Möglichkeiten sind begrenzt. Ein weiterer Knackpunkt ist die Suchmaschinenoptimierung: Inzwischen bieten viele Homepage-Baukästen Basis-Funktionen wie Titel und sprechende URL, aber wenn man die Struktur seiner Website umbaut, haben alle Unterseiten eine neue Adresse und Google muss die Website neu indexieren, so dass man gute Rankings verliert. Bei Websitetooltester.com stellen wir die Test-Ergebnisse inzwischen in unterschiedlichster Form dar. Das wäre ohne eine Datenbank dahinter nicht realisierbar – und die bieten Homepage-Baukästen eben nicht.

Anbieter wie 1&1 und Strato werben damit, dass sie WordPress mit einem Klick installieren. Ist das eine Alternative zum Homepage-Baukasten?

Solche Angebote erleichtern den Start mit WordPress, weil man das Basis-Paket fix und fertig installiert bekommt. Danach fängt aber die Arbeit an: Updates einspielen, sichere Passwörter wählen usw. Und wenn ein Update mal schief geht, stoßen Einsteiger schnell an ihre Grenzen. Daher würde ich solche Angebote für Anfänger nicht ohne Vorbehalt empfehlen. Bisher nicht getestet haben wir Angebote wie das Managed WordPress von 1&1, wo sich der Anbieter auch um Updates kümmert und eine spezielle Hotline bereitstellt.

Kann es passieren, dass der Homepage-Baukasten-Anbieter pleite geht und meine Homepage dann weg ist?

Ja, das kann auch passieren. Und es betrifft nicht nur die kleinen Anbieter, denen eines Tages die Luft ausgeht. Vielleicht erinnern Sie sich an Geocities.com, einem der ersten Homepage-Baukästen im Netz. Der Anbieter wurde von Yahoo gekauft und die haben den Dienst eines Tages eingestellt. Und wenn man seine Website dann zu einem anderen Anbieter umziehen muss, fängt man quasi wieder von vorne an: Design auswählen, Texte neu schreiben usw. Eine WordPress-Seite kann man dagegen von einem Anbieter zu anderen umziehen und die Besucher merken es nicht. Auch fürs Google-Ranking ist so ein Umzug problematisch, weil sich die Adressen der einzelnen Seiten in aller Regel ändern und Google die neuen Seiten erst indexieren muss.

Welche Tipps können Sie zum Thema Homepage-Baukasten geben?

User sollten ihre Website regelmäßig sichern. Natürlich machen die Anbieter auch Backups, falls eine Festplatte kaputt geht. Aber wenn man beim Umbauen der eigenen Website einen Fehler macht und etwas löscht, dann spielen die Anbieter so ein Update nicht wieder zurück. Daher sollte man seine Texte und Bilder regelmäßig auf der eigenen Festplatte sichern, um im Ernstfall nicht Texte neu schreiben zu müssen.

Wer zum Thema „Bloggen“ und wie Sie eine eigene Website aufziehen finden Sie in meinem Themen-Special „Bloggen“.

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Volker Matthies (Foto: Markus Konvalin)

Volker Matthies (Foto: Markus Konvalin)

Nach der  Snowfall-Geschichte der New Work Times wollten viele Redaktionen eigene Multimedia-Geschichten online stellen. Der Bayrische Rundfunk (BR) hat zu diesem Zweck „Linius“ entwickelt, das freie Journalisten für einmalig 25 Euro Schutzgebühr nutzen können. Mit dem Linius-Produktmanager Volker Matthies (@volkermatthies) habe ich über Linius, die Herausforderungen für gutes Storytelling und die Zukunft gesprochen. Er arbeitet beim Bayrischen Rundfunk in der Informationsdirektion.

Wie viele Geschichten wurden bisher mit Linius beim Bayrischen Rundfunk veröffentlicht?

Wir haben bislang 60 bis 70 online gestellt. Darunter zwei besonders große Geschichten, eine über das Oktoberfest-Attentat 1980 und eine andere mit dem Titel „Waffen für Mexiko„. Bei der zweit genannten Geschichte haben die Redaktionen für TV, Radio und Online von Anfang an auf Augenhöhe gearbeitet und jeweils überlegt, wie man das Material für den jeweiligen Kanal optimal aufbereiten kann.

Eine Zweitverwertung ist demnach der falsche Weg?

Aus meiner Sicht ja, denn das merken die Leser den Linius-Geschichten an. Wir schulen die Redaktionen deshalb im Umgang mit Linius und unterstützen bei der Umsetzung. Wenn ein neues Modul gebraucht wird, dann wird es entwickelt. So haben wir für „Waffen für Mexiko“ zum Beispiel eine E-Mail-Benachrichtigung eingebaut.

Wie erfolgreich sind Storytelling-Geschichten aus Ihrer Erfahrung?

Man wird mit solchen Geschichten keine großen Reichweite erreichen. Aber wir messen, dass die User eine solche Geschichte 20 bis 30 Minuten lang nutzen. Das sind hohe Werte, die weit über den Konsum von Nachrichten-Inhalten hinausgehen.

Sprechen wir über Linius: Das Tool basiert auf WordPress. Warum?

Wir haben bewusst eine Lösung entwickelt, die möglichst viele auch außerhalb des Bayrischen Rundfunks nutzen können. Wordpress ist so eine Art Quasi-Standard für kleinere und mittlere Websites. Linius ist dann eine Layout-Vorlage, ein so genanntes Theme, das man installieren muss.

Der BR hat Linius initial selbst entwickelt, die Agentur mc-quadrat hat die Entwicklung dann weiter vorangetrieben. mc-quadrat vergibt Nutzungsrechte für einmalig 25 Euro. Eine Schulung dauert rund zwei Stunden, dann können die Journalisten damit arbeiten.

Kritisiert wird an Linius, dass die Geschichten grafisch alle gleich aussehen.

Diese Uniformität ist aus meiner Sicht kein Manko, denn der User muss die Bedienung nur einmal lernen. Schrifttyp und Schriftgröße lassen sich einstellen, tiefergehende Änderungen sind mit CSS machbar. Da muss dann ggf. ein Entwickler ran.

Wie wollen Sie Linius in 2016 weiter entwickeln?

Aus meiner Sicht ist das Tool relativ ausgereift. Je nach Anforderungen unserer Redaktionen werden wir weitere Module entwickeln.  Ich glaube, dass in Zukunft mobiles Storytelling wichtiger wird, also das Erzählen von Geschichten fürs Smartphone. Linius ist hierfür vorbereitet, denn es ist vollständig responsiv – die Multimedia-Geschichten laufen entsprechend auf dem Computer, aber auch auf Smartphone und Tablet. Wir wollen in 2016 mehr eigene Entwicklungskapazitäten aufbauen.

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Karsten Lohmeyer (Foto: Jörg Brockstedt)

Karsten Lohmeyer (Foto: Jörg Brockstedt)

Persönlich habe ich großen Respekt vor Leuten, die eine eigene Website starten und diese zum Erfolg bringen. Aus 14 Jahren Erfahrung mit Pressekonditionen.de und meiner Arbeit bei RP ONLINE weiß ich, dass das nicht einfach ist. Ein Portal „zum Fliegen“ zu bringen, ist leider keine einfache Aufgabe und dafür gibt es aus meiner Sicht auch kein einfaches Handbuch.

Deshalb bewundere ich, was Karsten Loymeyer (und Stephan Goldmann) mit LousyPennies.de auf die Beine gestellt haben und es hat mich inspiriert, im Dezember 2013 Journalisten-Tools.de zu starten.

Deshalb möchte ich heute ein Interview mit Karsten empfehlen, in dem er seine Wandlung vom Print-Journalisten zum Digital-Publizierer erläutert. Sehr lesenswert für alle, die sich mit der Zukunft der Medien beschäftigen und lernen möchten, wie man digital erfolgreich wird.

Mein Lese-Tipp: „Digitale Transformation – Fluch oder Segen„?

Foto: Akademischen Arbeitsgemeinschaft

Foto: Akademischen Arbeitsgemeinschaft

Bis zum 31. Mai 2015 haben Sie Zeit, die Steuererklärung für 2014 abzugeben. Das sind noch 22 Wochen, aber je eher Sie mit dieser lästigen Aufgabe anfangen, desto besser. Ein guter Zeitpunkt also, einen Beitrag über Steuer-Software zu veröffentlichen. Ich habe aktuelle Tests von ComputerBild und c’t ausgewertet und mit Anwendern gesprochen, um Ihnen einen umfassenden Überblick zu verschaffen.

Wer als angestellter Journalist arbeitet, hat es verhältnismäßig leicht: In den nächsten Wochen erhält man vom Arbeitgeber eine Aufstellung, die man als Grundlage für die eigene Steuererklärung benutzen kann. Wer aber nebenbei noch was verdient oder ganz Freiberufler ist, muss jedes Jahr alle Ein- und Ausgaben erfassen und zusätzlich zumeist die Umsatzsteuer monatlich oder quartalsweise ans Finanzamt melden. Spätestens dann geht es nicht mehr ohne Steuerberater oder eben eine Software für die Steuererklärung.

Wer als freier Journalist jedes Jahr mit Grauen an seine Steuererklärung denken muss oder sich ohne Steuerberater verloren fühlt, dem empfehle ich ein Seminar bei Wolfgang Kiesel, der sein Wissen inzwischen auch in ein E-Book gegossen hat. Wolfgang hat mir vor Jahren sehr geholfen, als ich nach dem Volontariat ein gutes Jahr frei gearbeitet habe. In seinem Seminar habe ich persönlich mehr gelernt als in vielen Gesprächen mit Kollegen bzw. in entsprechenden Büchern zum Thema Freiberuflichkeit.

Wiso Steuer Sparbuch und SteuerSparErklärung führend

Wiso Steuer Sparbuch 2015 (Foto: Buhl Data)

Wiso Steuer Sparbuch 2015 (Foto: Buhl Data)

Ich selbst mache das seit Jahren mit der SteuerSparErklärung von der Akademischen Arbeitsgemeinschaft. Zusammen mit der Steuer-Software Wiso SteuerSparbuch von Buhl Data (das gleichnamige ZDF-Sendung leiht der Software seit Jahren ihren Namen) belegen die Programme fast immer die ersten Plätze bei Vergleichstest: Die Versionen für die Steuererklärung 2014 hat ComputerBild schon getestet.

Testsieger ist das Wiso Steuer Sparbuch, gefolgt von Buhl Tax 2014 (vom gleichen Hersteller) und der Steuer-Spar-Erklärung. Die Versionen für die Steuererklärung 2013 hatte die Fachzeitschrift c’t in Heft 11/2014 getestet. Auch hier landeten Wiso und Steuersparerklärung auf den ersten Plätzen. Die Stiftung Warentest hat ihren jüngsten Test leider in 2011 veröffentlicht.

Was können die Programme?

Die Software kann für die Steuererklärung des Vorjahres und die Erfassung der Ein- und Ausgaben im aktuellen Jahr benutzt werden. Arbeitet man einmal mit einem Programm, kann man im Folgejahr die Stammdaten (Name, Anschrift, Steuernummer, Abschreibungen) für das Folgejahr übernehmen. Damit machen es einem die Firmen leicht, ihren Produkten treu zu bleiben. :) Für das laufende Jahr ermöglicht die laufende Erfassung das schnelle Verschicken von Umsatzsteuervoranmeldungen und die fortlaufende Erfassung der voraussichtlichen Steuerlast. Beide Programme schicken die fertigen Umsatzsteuer-Voranmeldungen bzw. Steuererklärung auf Wunsch elektronisch per Elster ans Finanzamt und holen den Steuerbescheid von dort auch wieder ab, um dann die Kalkulation der Software mit der des Finanzamtes zu vergleichen. Da schon bei der Eingabe nach jedem Posten angezeigt wird, was diese Ausgabe an Steuerminderung „bringt“ macht es richtig Spaß, weitere Ausgaben zu erfassen.

Und was sagen die Anwender?

Bettina Blaß, freie Journalist aus Köln, nutzt seit 1997 die Wiso-Software und schätzt die zahlreichen Hilfestellungen, die die Software bietet: „Wenn ich etwas nicht weiß, hilft mir die Software weiter. Und bisher hat das Finanzamt alles akzeptiert, was die Software empfohlen hat“, sagte mir Bettina Blass, die 1997 selbst in der Wiso-Redaktion gearbeitet hat. Als Freiberuflerin erfasst sie im laufenden Jahr ihre Ein- und Ausgaben und kann so auf Knopfdruck sehen, wie viel Steuern sie am Ende des Jahres ans Finanzamt überweisen muss. „Was ich nicht mag? Die Software sieht jedes Jahr anders aus.“

Susanne Steiger, freie Journalistin aus Bayern („irgendwo zwischen Augsburg und München“) hat um die Jahrtausendwende damit begonnen, ihre Steuererklärung mit der SteuerSparErklärung zu erfassen. „Ich war zwischenzeitlich fest angestellt, dann wieder frei und auch mal beides. Alles kann man mit der Software erfassen“, sagt Steiger, die die Software inzwischen abonniert hat. So bekommt sie jedes Jahr im November eine neue Version geschickt. „In 2015 möchte ich erstmals mit dem Belegmanager alle Belege fortlaufend einscannen und so elektronisch abspeichern. Das sollte mir die nächste Steuererklärung vereinfachen.“

Für Windows und Mac erhältlich

Beide Programme sind für Windows und inzwischen auch für Mac verfügbar und werden laufend durch Updates auf Stand gehalten. Die Preise sind identisch: Die Programme kosten einzeln 34,95 Euro. Wer gleich ein Abo abschließt und damit jedes Jahr eine neue Version kauft, zahlt bei Wiso 29,95 Euro im Jahr und bei der SteuerSparErklärung 24,95 Euro. Allerdings bietet Wiso in seinem „Steuer-Spar-Vertrag“ mehr als nur das jährliche Software-Paket. Beide Hersteller bieten wahlweise eine Download- oder CD-Version an. Die Wiso-Software ist in der Mac-Version zudem über den Apple AppStore verfügbar. Die SteuerSparErklärung 2015 (gültig für die Steuererklärung 2014 und die Erfassung der Einkünfte in 2015) ist dagegen noch nicht über den AppStore abrufbar.

Und in der Cloud?

Wer auf seinem Rechner nicht jedes Jahr eine Software installieren möchte, kann seine Steuererklärung auch online erledigen. Anbieter wie Smartsteuer.de oder Lohnsteuer kompakt werben damit, die Steuererklärung im Browser zu erstellen. „Wer einen einfachen Steuerfall erklären möchte, kann das mit den Webdiensten smartsteuer und Lohnsteuer kompakt komfortabel tun“, schreibt die c’t in Heft 11/2014 dazu und empfiehlt für komplexe Steuerfälle die lokal installiere Windows- oder Mac-Software.