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Geht es um das Thema Auto kommt Ferdinand Dudenhöffer zu Wort und wenn es um die Gesundheitspolitik geht, fragen viele Redaktionen Karl Lauterbach an. Muss das sein? Ralf Kaumanns findet das nicht und hat deshalb im Januar InterviewPartner.org gestartet. Die Plattform möchte Experten und Journalisten zusammenbringen. Für Journalisten ist die Plattform kostenfrei, Experten müssen ab September 8 Euro pro erfolgreicher Vermittlung bezahlen.

„Ich werde selbst immer wieder als Experte für digitale Themen angefragt und habe dann gerne mal zurückgefragt, ob die Redaktion eine Datenbank mit Experten hat. Meinst war die Antwort nein. So entstand die Idee zu InterviewPartner.org“, berichtet Kaumanns, der hauptberuflich als Berater – vorwiegend für VDZ-Verlage – tätig ist. Interviewpartner.org ist sein Nebenbei-Projekt.

Auf den Profil-Seiten - hier das von Gründer Ralf Kaumanns - findet man Informationen zum Experten - und sein druckfähiges Bild (Foto: Screenshot)

Auf den Profil-Seiten – hier das von Gründer Ralf Kaumanns – findet man Informationen zum Experten – und sein druckfähiges Bild (Foto: Screenshot)

Seriosität ist Kaumanns, dessen Büro im Düsseldorfer Medienhafen ist, sehr wichtig: Neue Experten werden von einer Mitarbeiterin auf Echtheit geprüft und dann freigeschaltet. Jeder Experte muss ein Profil anlegen und dort seine Kompetenzfelder, seine Kontakt-Kanäle und die möglichen Interview-Formate (Telefon-, Radio- und/oder TV-Interview) eintragen. Ferner kann er ein druckfähiges Profil-Foto hochladen, das sich Redaktionen herunterladen können. Journalisten, die sich auf der Plattform registrieren, müssen ihren Presseausweis hochladen und werden dann erst freigeschaltet.  „Für Experten ist es nämlich ebenfalls wichtig zu wissen, wer eigentlich Zugang zu deren Expertenprofilen hat. Wir sind der Überzeugung, dass dies die Akzeptanz sowohl der Experten als auch der Journalisten steigert. Grundsätzlich ist uns Klasse sehr viel wichtiger als Masse.“

Obwohl die Website erst seit Januar online ist, haben sich bereits gut 1000 Experten angemeldet, 600 davon haben ihr Profil ausgefüllt und sind über die Website zu finden. Insgesamt 20 erfolgreiche Vermittlungen hat InterviewPartner.org schon registriert. „In der Startphase ist das für die Experten kostenfrei. Ab September möchten wir dann 8 Euro pro erfolgreicher Vermittlung berechnen. Für Journalisten soll das Portal kostenfrei bleiben“, so der Gründer.

Journalisten können mit Hilfe der Kompetenz-Felder den oder die Experten ausfindig machen und kontaktieren. Je nach Dringlichkeit erfolgt die Kontaktaufnahme per E-Mail oder SMS. WhatsApp würde Kaumanns gerne noch einbauen. Schon jetzt können Journalisten ihren Interview-Partner bewerten, um so Kollegen bei der Recherche zu unterstützen. Ideen hat Kaumanns reichlich: Eine App steht auf der Wunschliste, sowie kleine Erklärvideos, um die Funktionen – der schon jetzt sehr übersichtlichen Oberfläche – zu erläutern.

Whatsapp-Logo

Whatsapp-Logo

Interviews per Telefonleitung sind für Radio-Journalisten ein Graus, denn die Tonqualität ist schlecht. Ein bekannter Trick besteht darin, dass der Interviewte parallel zum Telefonat seine Antworten per Smartphone-App aufnimmt und die Aufnahmen im Anschluss per E-Mail zum Journalisten schickt. Das funktioniert gut so lange das Interview nicht live gesendet werden soll.

Was aber, wenn auch das nicht funktioniert, weil die Internet-Verbindung schlecht ist? Auf ihrer Website „Radio machen“ hat Sandra Müller (@radiomachen) einen tollen Trick verraten: Tobias Gasser vom Schweizer Rundfunk hat jüngst ein Interview per WhatsApp Sprachfunktion geführt: Gasser nahm die Fragen des Moderators mit der Nachrichten-App auf, schickte sie per WhatsApp zu seinem Interview-Partner auf einem Schiff im Mittelmeer und bekam auf diese Weise die Sprachnachrichten zurück. Eine kleine Herausforderung war dann noch die Konvertierung der WhatsApp-Sounddateien in ein sendbares Format. 

Mein Lese-Tipp: Gespräch auf Umwegen

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Wer mit Kollegen oder Freunden per Messenger kommuniziert, kennt das Problem: Ein Tool reicht nicht. Nutzt man intern vielleicht Slack oder Hipchat, erreicht man Freunde zumeist per Facebook Messenger, WhatsApp oder Skype. Also muss man mehrere Browser-Fenster gleichzeitig öffnen, um auf mehreren Kanälen erreichbar zu sein. Diesen Missstand möchten zwei Österreicher mit „Franz“ lösen. Das kostenfreie Tool öffnet in einer Anwendung bis zu 23 verschiedene Messenger-Dienste und kann sogar mehrere Accounts eines Dienstes parallel öffnen. Hier die Übersicht:

Franz unterstütz 23 Messenger-Dienste - in einer App (Foto: Screenshot)

Franz unterstütz 23 Messenger-Dienste – in einer App (Foto: Screenshot)

Die technische Umsetzung ist so simpel, wie genial: Franz öffnet die Web-Versionen der verschiedenen Tools und zeigt sie mit je einem Reiter an. So gesehen ist Franz nicht viel mehr als ein Browser. Auf die Weise kann man sehr einfach weitere Dienste hinzufügen – aber leider präsentiert sich auch jeder Dienst in seiner typischen Oberfläche. Die Kunst besteht darin, den Hinwies für neu eingehende Nachrichten zu vereinheitlichen, damit das App-Icon die Zahl der ungelesen Nachrichten für alle Dienste anzeigt.

Ich persönlich fände es ja schicker, wenn alle Dienste in einer einheitlichen Oberfläche präsentiert würden – aber das wäre zweifelsohne technisch deutlich aufwändiger und könnte auch dazu führen, dass die Programmierer teilweise unerlaubte Schnittstellen nutzen müssten. Immerhin muss man sich deshalb bei Franz nicht einloggen und jeder Dienst kommuniziert direkt mit seinen Servern – und nicht über einen zentralen Dienst der Franz-Entwickler.

In einem Interview mit Golem.de hat Entwickler Stefan Malzer eine Mobil-Version von Franz in Aussicht gestellt. Für Privatanwender soll sein Tool kostenfrei bleiben. Ein Geschäftsmodell sehen Malzer und sein Partner Jonathan Burke in der geschäftlichen Nutzung von Franz.

Franz ist aktuell für Mac, Windows und Linux erhältlich und kostet nichts.

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© Antonioguillem - Fotolia.com

© Antonioguillem – Fotolia.com

Redaktionen, die WhatsApp bespielen wollten, mussten sich früher ein Smartphone an den Desk legen und jeden Abonnenten von Hand einpflegen. Das ist zum Glück vorbei, denn Anbieter wie WhatsBroadcast bieten eine Web-Oberfläche, für Versand und Abonnenten-Pflege. Das schafft neue Möglichkeiten in den Redaktionen, wie die Beispiele Augsburger Allgemeine und Tierischer Volksfreund zeigen.

Was kosten WhatsApp-Dienste?

Bekanntester Spieler auf dem Markt ist sicherlich WhatsBroadcast, in dem die Anbieter WhatsService und InstaNews aufgegangen sind, nachdem es im vergangenen November massive Probleme gab.

Der kleinste Tarif bei WhatsBroadcast erlaubt den Versand an bis zu 500 Abonnenten und kostet 49 Euro im Monat. Die Nachrichten werden innerhalb von 30 Minuten zugestellt. Jeder weitere Abonnenten kostet 9 Cent. Wer 299 Euro im Monat zahlt, kann bis zu 3000 Abonnenten innerhalb von 15 Minuten anschreiben und zahlt für jeden weiteren Abonnenten 4 Cent. Wer mehr als 3000 Abonnenten hat, erfährt seinen Preis auf Anfrage. Der Vertrag ist monatlich kündbar und das Angebot lässt sich 14 Tage lang testen, verspricht die Firma mit Sitz in Augsburg.

 

Sind WhatsApp-Dienste erlaubt?

Genau genommen verbietet WhatsApp eine kommerzielle Nutzung seiner Plattform, weshalb Redaktionen sich in einer Grauzone bewegen. Entscheidend ist, dass die User sich von den Nachrichten nicht gestört fühlen und bei WhatsApp einen Missbrauch melden. Interessant ist dabei, dass mir WhatsBroadcast auch auf Nachfrage nicht erläutern wollte, wie der Versand der Nachrichten genau funktioniert. Ich kann nur spekulieren, dass WhatsBroadcast einen Weg gefunden hat, die App von WhatsApp auf Handys fernzusteuern, um so gegenüber der Facebook-Tochter als Nutzer zu erscheinen.

Wie nutzen Redaktionen WhatsApp?

Die Augsburger Allgemeine hat sich für den klassischen Weg entschieden: Sascha Borowski und sein Team verschicken Eilmeldungen direkt aus ihrem CMS per WhatsApp, aber auch direkt per Twitter und Push-Nachricht in die eigene App. „Wir können WhatsBroadcast über eine Schnittstelle direkt aus unserem CMS ansprechen, was die Arbeit der Redaktion deutlich vereinfacht“, sagt Borowski. Problematisch findet er, dass es bis zu 20 Minuten dauert, bis die Nachrichten beim Empfänger erscheinen. „Das ist bei zum Beispiel bei Stau-Hinweisen viel zu langsam.“

Einen anderen Weg hat der Trierische Volksfreund beschritten:  Neben einem Nachrichten-Kanal wie in Augsburg informiert die Redaktion ihre Leser über aktuelle Geschwindigkeitsblitzer in der Region. Die Zahlen sind beeindruckend: Knapp 9000 Leser haben den Dienst inzwischen abonniert und pro Tag erreichen die Redaktion rund 150 bis 200 Blitzer-Meldungen, die schnellstmöglich an die User weitergeleitet werden. „Wir haben dafür ein eigenes Backend programmiert, um die einlaufenden Blitzer-Meldungen mit Geo-Daten versehen zu können“, erklärt Thomas Zeller, Leiter Crossmedia in Trier. Ein Mitarbeiter bearbeitet jede einlaufende Meldung. Dazu kommen Blitzer-Meldungen aus den Rathäusern. „Wir verschicken 12 bis 14 Meldungen pro Tag. Das ist deutlich mehr als andere, aber unsere Leser sind zufrieden und beklagen sich nicht“, sagt Zeller.

© S. Engels - Fotolia.com

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In Trier hat man derweil mit zwei Problemen zu kämpfen: Der Zeitversatz beim Empfang – was gerade bei Blitzer-Meldungen problematisch ist – und dem Phänomen, dass einige Abonnenten plötzlich keine Nachrichten mehr empfangen. „Von heut auf morgen bekommen sie keine einzige unserer Nachrichten mehr. Da hilft nur Abmelden und erneut anmelden von unserem Blitzer-Dienst“, empfiehlt Zeller.

Wie nutzen Sie WhatsApp in der Redaktion und wie sind Ihre Erfahrungen? Schreiben Sie einen Kommentar zu diesem Beitrag.

Hinweis: Thomas Zeller ist Mitarbeiter des Trierischen Volksfreunds, an dem die Rheinische Post Mediengruppe mehrheitlich beteiligt ist. Sebastian Brinkmann, Betreiber von Journalisten-Tools.de und Autor dieses Beitrages, ist hauptberuflich Director Publishing Services bei der Mediengruppe Rheinische Post.

Update (25. Mai 2017): WhatsPro hat offenbar seine Pforten geschlossen, denn die Website ist nicht mehr erreichbar und der Facebook-Auftritt wurde gelöscht. Ich habe den Anbieter entsprechend aus diesem Beitrag entfernt, so dass es jetzt hier nur noch um WhatsBroadcast geht.

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Andreas Rickmann

Andreas Rickmann

Eigentlich ist WhatsApp nur für den Austausch privater Nachrichten mit ein oder mehreren Personen gedacht. Aber viele Redaktionen nutzen WhatsApp auch, um ihre Leser über Neuigkeiten zu informieren. Welche Erfahrungen machen sie dabei? Wie steuert man WhatsApp im Redaktionsalltag möglichst effektiv und wie ist die Nutzung durch eine Redaktion rechtlich zu bewerten? Diese und andere Fragen beantwortet Andreas Rickmann, Leiter Social-Media bei Bild, in seinem privaten Blog.

Lesen Sie: „Wie Redaktionen WhatsApp nutzen – eine Übersicht

© Antonioguillem – Fotolia.com

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Ende Juli hatte ich hier auf Journalisten-Tools.de die Frage gestellt: „Welchen Messenger benutzen Sie?“ Die Antworten sind nicht repräsentativ, geben aber ein interessantes Bild ab: WhatsApp und der Facebook Messenger werden von vielen Usern parallel genutzt. Wenige Journalisten setzen dagegen auf Threema oder die App Signal (iOS) bzw. Textsecure (Android), mit denen sich verschlüsselte Nachrichten austauschen lassen.

Damit hatte ich gerechnet

Der Facebook Messenger oder WhatsApp – beides Facebook-Dienste – nutzen fast alle User, die auf meinen Aufruf reagiert hatten. Kein Wunder, dass der Facebook Messenger die zweithäufigst heruntergeladene App aller Zeiten ist (nach Facebook) und Whatsapp immerhin auf Platz 6 landet (Quelle: Sarah Marshalls Blogpost zum Messaging Apps Event). Parallel wird auch die „gute alte“ SMS immer noch genutzt. Vermutlich aus zwei Gründen: Jedes noch so alte Handy kann SMS-Nachrichten empfangen und senden – und der Dienst ist dank vieler Flatrates inzwischen nicht mehr so teuer. Erinnern Sie sich noch an die Zeit als eine SMS 19 Cent kostete? Damals wollte kein Mobilfunk-Provider zugeben, wie hoch die Marge bei diesen kleinen Nachrichten war. Vermutlich wären selbst Drogen-Dealer blass vor Neid geworden. :-)

Womit ich nicht gerechnet hätte

Was mich wiederum überrascht hat: Zwei von sieben Usern, die einen Kommentar unter meinem Beitrag hinterlassen haben, setzen auf die Signal-App von Open Whisper Systems. Mit dieser App lassen sich kostenfrei verschlüsselte Nachrichten austauschen und sogar Telefonate führen. Der offen zugängliche Quellcode erlaubt es jedem, die Sicherheit der App zu überprüfen – entsprechende Fachkenntnis vorausgesetzt. Immerhin hat sogar Edward Snowden mehrfach die Dienste von Open Whisper Systems empfohlen. Für Android-User heißt die passende App „TextSecure„. Nachrichten lassen sich zwischen beiden Diensten – und damit zwischen iOS und Android – austauschen.

Userin Petra H. setzt derweil auf die Schweizer App Threema, die ich jüngst in einem Beitrag vorgestellt hatte. WhatsApp hat sie gelöscht und wer kein Threema nutzt, kann sie per iMessage (einem Dienst, den es nur für iPhone und Mac OS gibt) erreichen. Threema gilt dank seiner Verschlüsselung und des Server-Standortes Schweiz ebenfalls als sicher, allerdings ist der Quellcode der App nicht öffentlich.

Christina Quast

Christina Quast

Die Dortmunder Journalistin und Journalisten-Tools.de-Gastautorin Christina Quast nutzt derweil GroupMe. Von der App hatte ich zugegebenermaßen noch nie gehört: GroupMe funktioniert auf fast allen Plattformen (sogar im Browser) und gehört inzwischen Skype, also zu Microsoft.

Das habe ich gelernt

Ich muss mir die Signal-App unbedingt genauer anschauen. Threema habe ich auch mal probiert, aber – um ehrlich zu sein – schnell wieder aufgegeben, weil es mich genervt hat, dass die Push-Nachrichten immer nur sagten, WER mir geschrieben hat und nicht WAS. Das verlangsamte meine private Kommunikation doch erheblich. Das ist der Preis für eine verschlüsselte Kommunikation, denn die eigentliche Nachricht wird erst beim Öffnen der App durch die App selbst entschlüsselt. Seither nutze ich wieder iMesssage und den Facebook Messenger. WhatsApp nutze ich nicht auf meinem privaten Handy.

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© Marco2811 - Fotolia.com

© Marco2811 – Fotolia.com

Statist schätzt, dass 2014 rund 700 Millionen Menschen weltweit WhatsApp benutzten. Auf Platz 2 folgt der vor allem in Asien bekannte Messaging-Dienst QQ-Mobile (siehe Wikipedia.de) mit 542 Millionen Usern und der Facebook Messenger landet mit 500 Millionen Usern auf Platz 3. Auf Platz vier steht Skype mit 300 Millionen Usern.

Und bei Ihnen? Nutzen Sie die beiden Facebook-Dienste WhatsApp oder Facebook Messenger oder nutzen Sie lieber die als sicherer geltenden Dienste Threema oder Telegram, die ich neulich in einem Beitrag vorgestellt habe? Oder setzen Sie auf Dienste wie SMS und den iOS-Dienst iMessage, der sich nahtlos in das Betriebssystem von Apple integriert?

Bitte schreiben Sie Ihre Meinung in den Kommentaren. 

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Threema (Foto: Threema)

Threema (Foto: Threema)

Verschlüsselte Kommunikation von Smartphone zu Smartphone muss nicht teuer sein: Der schweizer Whatsapp-Konkurent Threema kostet bis Sonntag (21. Juni) nur 99 Cent statt wie sonst 1,99 Euro. Die App gibt es für Android, iOS und Windows Phone.

Meinen Testbericht zu Threema finden Sie hier.

Ich werde immer wieder gefragt, welche Apps aus meiner Sicht ein Journalist auf seinem Smartphone haben sollte. Und ich nenne dann bewusst nicht Video-Schnitt-Apps wie Videolicious oder Twitter-Zusatzdienste wie Nuzzel, sondern einfache Apps, die einem den Alltag erleichtern und für alle Journalisten nützlich sind. Hier meine persönliche Liste der neun Apps, die auf keinem Smartphone fehlen sollten.

1. Tomtom Navigation

TomTom (Foto: Screeenshot)

TomTom (Foto: Screeenshot)

Als ich 1993 beim Solinger Tageblatt als freier Journalist anfing, hing ein großer Stadtplan in der Redaktion, um vor der Fahrt zu einem Termin schnell zu prüfen, wo der Ort des Geschehens ist. Heute nutze ich privat und beruflich die TomTom-App, denn sie hat aus meiner Sicht zwei große Vorteile: Das Display ist sehr aufgeräumt und die Stau-Umführung ist nahezu perfekt. TomTom empfängt von tausenden Nutzern aktuelle Stau-Daten und nutzt zusätzlich historische Daten – und das auch innerhalb der Städte, nicht nur auf Autobahnen.

Die App mit dem Kartenmaterial für Deutschland, Österreich und Schweiz kostet 19,99 Euro für iOS (hier der Link zum Store) bzw. für Android (hier der Link zum Store). Wer weniger als 75 Kilometer pro Monat navigiert muss gar nichts bezahlen.

2. Evernote

Evernote (Foto: Screenshot)

Evernote (Foto: Screenshot)

Das externe Gedächtnis von Evernote speichert Recherche-Material, scannt Visitenkarten und weitere Unterlagen und erlaubt den Zugriff auf all diese Daten per Browser, Desktop-Programm oder Smartphone bzw. Tablet. Wer mehr zu Evernote wissen möchte, dem empfehle ich meinen Themen-Schwerpunkt Evernote.

Die App (für iOS, Android, Windows Phone) selbst ist kostenfrei, wer Evernote intensiver nutzt, sollte für 40 Euro im Jahr einen Premium-Account buchen.

3. ProCamera8

ProCamera 8 (Foto: Screenshot)

ProCamera 8 (Foto: Screenshot)

Die beste Kamera ist bekanntlich die, die man immer dabei hat. ProCamera8 (nur für iOS erhältlich) besticht durch ihre zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten bei gleichzeitig einfacher Bedienung: Focus- und Lichtmess-Punkt lassen sich separat einstellen, dazu Weißabgleich, Belichtungskorrektur und vieles mehr. Auf Wunsch löst die Kamera erst aus, wenn das Smartphone ruhig gehalten wird. Die Bilder werden als TIFF- oder Jpeg (Kompressionsgrad einstellbar) gespeichert und gleich mit Copyright-Hinweisen in den Exif-Daten versehen. Selbstredend kann man sie vor dem Abspeichern auch umfangreich nachbearbeiten.  All das für vergleichbare lächerliche 2,99 Euro einmalig.

Für Android habe ich leider keine vergleichbare App gefunden. Da ich selbst kein Android-Gerät benutze, verweise ich an dieser Stelle an die Übersicht der „besten Kamera-Apps für Android“ auf androidpit.de.

Wer öfter Fotos mit seinem Smartphone macht und besser werden möchte, dem empfehle ich meinen Beitrag „Warum Sie mit einer gekauften Foto-App bessere Bilder machen

4.  Cogi

Cogi (Foto: Screenshot)

Cogi (Foto: Screenshot)

Selten muss man ein Interview wirklich von Anfang bis Ende aufzeichnen. Wer nur die wichtigsten Passagen speichern möchte, der kann hierfür die kostenfreie App Cogi (für iOS und Android) verwenden.  Zu Beginn eines Gesprächs startet man eine neue „Session“ und drückt bei interessanten Sätzen kurz auf den großen Button. Die App speichert dann 15 Sekunden vor dem Knopfdruck – und bis man wieder auf den Knopf drückt alles Gesagte. Am Ende einer Session kann man sich in der App alle markierten Passagen erneut anhören und transkribieren.

In einem eigenen Beitrag „Die besten Diktiergerät-Apps für iPhone und Android“ habe ich weitere Apps vorgestellt. Der Beitrag gehört zu den am meistgeklickten Beiträgen auf Journalisten-Tools.de.

5. Threema

Threema (Foto: Threema)

Threema (Foto: Threema)

Es mag Sie wundern, aber privat nutze ich kein WhatsApp, weil ich nicht möchte, dass eine App mein komplettes Adressbuch an Facebook überträgt. Jüngst habe ich mich deshalb mit der Frage beschäftigt, welche sicheren Alternativen es zu WhatsApp gibt. Threema – aus der Schweiz – legt großen Wert auf die Sicherheit. Die Nachrichten werden auf dem Smartphone des Absenders verschlüsselt und erst beim Empfänger wieder entschlüsselt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, scannt einmalig den QR-Code der Threema-App eines Kollegen oder Freundes (und dieser den eigenen QR-Code), um dann künftig untereinander sicher Nachrichten austauschen zu können. Threema-Nachrichten kann man zwischen einzelnen Personen aber auch innerhalb einer Gruppe von bis zu 20 Personen austauschen. Ideal, um die Kollegen laufend über Recherche-Ergebnisse oder die aktuellen Aufgaben zu informieren. Die App für iOS, Android und Windows Phone kostet einmalig 1,99 Euro.

Mehr zu Threema und den Alternativen finden Sie in einem eigenen Beitrag: „Sicherer als WhatsApp: Threema und Telegram im Test

6. 1Password

1Password (Foto: Screenshot)

1Password (Foto: Screenshot)

Seien wir ehrlich: Jeder weiß, dass man besser für jeden Dienst ein anderes Passwort benutzt. Aber in der Realität kann sich keiner so viele Kennwörter merken und deshalb benutzen viele nur eine Handvoll Passwörter, was auf Dauer unsicher ist. Die Lösung: Ein Passwort-Manager wie 1Password (Android, iOS, Windows, Mac). Das Programm funktioniert wie ein Safe: Nach Eingabe eines Master-Kennwortes (das man sich merken muss!) hat man Zugriff auf alle Kennwörter für alle Dienste. Speichern kann man dort auch Kreditkarten-Daten oder Lizenz-Schlüssel für Software. Auf Wunsch werden die Daten zwischen Smartphone und Desktop per WLAN, Dropbox oder iCloud synchronisiert.

1Password für iOS und Android ist in der Basis-Version kostenfrei. Die Freischaltung der Pro-Funktionen kostet einmalig 6,99 Euro (iOS) bzw. 7,94 Euro (Android).

7. Pocket

Pocket (Foto: Screenshot)

Pocket (Foto: Screenshot)

Pocket (oder der Konkurrent Instapaper) ist wie ein digitaler Zeitungsstapel: Texte und Videos, die man im Netz findet und später in Ruhe lesen möchte, wandern auf Knopfdruck in die Pocket-Datenbank und lassen sich dann bequem auf dem Smartphone (oder Tablet) lesen. Super praktisch, um Wartezeiten oder ruhige Momente auf der Couch sinnvoll zu nutzen um die Texte in Ruhe zu lesen, zu denen man im stressigen Büro-Alltag nicht kommt.

Pocket und Evernote lassen sich übrigens sinnvoll kombinieren: Texte, die man nach einer Lektüre dauerhaft archivieren möchte, schickt man von Pocket aus direkt in Evernote. So hat man sein Archiv komplett in einem Tool. Pocket ist auf Android, BlackberryiOS und Windows Phone erhältlich und kostet nichts. Der Premium-Account kostet 39,99 Euro im Jahr, aber das Geld sollte man besser in Evernote Premium investieren.

8. Todoist

Todoist (Foto: Screenshot)

Todoist (Foto: Screenshot)

Todoist ist eine einfache Aufgabenverwaltung, mit der Sie Ihre Todos stetig im Blick behalten. Der große Vorteil: Todoist läuft auf dem Smartphone (Android und iOS) aber auch auf dem Desktop oder dem Browser. Dank der automatischen Synchronisation haben Sie jederzeit von überall Zugriff auf Ihre Aufgaben und können diese abhaken. Ich möchte den Komfort nicht mehr missen, nicht ständig auf der Suche nach dem Zettel zu sein, auf dem ich meine Aufgaben notiert habe. Todoist lässt sich auch im Team einsetzen, um so gemeinsam an Aufgaben zu arbeiten.

Todoist ist in der Basisversion kostenfrei. Ein Premium-Account kostet 23 Euro im Jahr oder 2 Euro im Monat.

9. ???

Welche neunte App sollte jeder Journalist auf seinem Smartphone haben? Ich bin mir nicht sicher und bitte Sie um Unterstützung: Welche App fehlt aus Ihrer Sicht? Ohne welche App möchten Sie nicht mehr arbeiten? Verfassen Sie einen Leserkommentar unter diesem Beitrag oder schreiben Sie mir eine E-Mail.

Update (29. Januar 2016): TomTom bietet seine Navi-App für Android ab sofort kostenfrei an. Pro Monat kann man sie allerdings „nur“ für 75 Kilometer nutzen. Wer mehr braucht, zahlt 20 Euro pro Jahr oder 45 Euro für 3 Jahre. Darin enthalten ist der Stau-Service TomTom Traffic. 

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Manchmal habe ich den Eindruck, jeder Deutsche hat WhatsApp auf seinem Smartphone. Das hat den Vorteil, dass man fast jeden – beruflich wie privat – per WhatsApp über seine gewohnte Handynummer erreichen kann. Aber seit der Übernahme von WhatsApp durch Facebook bleibt ein mulmiges Gefühl, was die US-Datenkrake mit den ganzen Handydaten macht. Es gibt sichere Alternativen und bei meiner Recherche habe ich zwei Dienste gefunden, die immer wieder empfohlen werden: Threema und Telegram. Ein Vergleich.

Threema (Foto: Threema)

Threema (Foto: Threema)

Verschlüsselte Verbindung

Beide Anbieter werben damit, dass die Daten auf dem Smartphone des Absenders verschlüsselt und erst auf dem Empfänger-Smartphone wieder entschlüsselt werden. Der Anbieter selbst habe so keinen Zugriff auf die Nachrichten. Threema speichert die Nachrichten nach eigenen Angaben nur so lange, bis sie an den Empfänger übertragen wurden. Ich formuliere bewusst vorsichtig, denn überprüfen kann man die Aussagen von Threema nicht: Der Sourcecode ist nicht öffentlich und eine externe Überprüfung der App hat die Firma bisher aus wirtschaftlichen Gründen abgelehnt, weil jedes Update erneut überprüft werden müsste. Bei Telegram ist der Sourcecode teilweise öffentlich und kann überprüft werden, aber das hat die Stiftung Warentest in einem Vergleich nur bedingt überzeugt. Einer der Kritikpunkte: Während bei Threema alle Nachrichten verschlüsselt sind, muss man bei Telegram den Secure Chat explizit auswählen. Die Datenschutz-Bewertung fällt insgesamt „kritisch“ aus, während Threema als „unkritisch“ eingestuft wird. Zum Vergleich: WhatsApp, Blackberry Messenger und Line bekommen ein „sehr kritisch“.

Telegram (Foto: Screenshot)

Telegram (Foto: Screenshot)

Der Funktionsumfang von Threema und Telegram erinnert an andere Dienste: Man kann Nachrichten, Fotos und Videos an einzelne Personen oder Gruppen (Threema: Bis 20 Personen) schicken und von ihnen empfangen.

Telegram erlaubt Nutzung auf mehreren Geräten gleichzeitig

Threema unterstützt bislang die Smartphone-Plattformen iOS, Android und Windows Phone, Telegram geht deutlich weiter: Es gibt Apps für Windows, Mac, Linux und für den Browser. Während der Telegram-Nutzer eine Nachricht auf allen Geräten gleichzeitig empfängt und beantworten kann, müssen Threema-Nutzer für jedes Gerät eine eigene Threema-ID einrichten und an Freunde und Kollegen verteilen. Das erhöht die Sicherheit, macht die Nutzung auf mehreren Geräten aber umständlich. Der Trick: Für jedes Gerät eine eigene Threema-ID einrichten und dann einen Gruppen-Chat einrichten, in dem die eigenen Geräte und die des Partners eingetragen werden.

Wechselt man später das Smartphone, wird beim Herunterladen der App eine neue Threema-ID generiert und man muss seinen Kontakten die neue ID schicken – bzw. wieder den QR-Code abscannen. Wer die selbe Plattform behält (iOS zu iOS oder Android zu Android) kann seine ID in ein Backup sichern und so behalten. Wie das geht, beschreibt Threema auf seiner Website. Auf Wunsch lässt sich die Threema ID mit der eigenen Handynummer und/oder der eigenen E-Mail-Adresse verbinden, um auf diese Weise von neuen Gesprächspartnern gefunden zu werden.

Die Threema-Server stehen in der Schweiz

Threema gibt an, dass alle Server – die für die App-Nutzung gebraucht werden – in der Schweiz stehen. Telegram hat in einem Tweet mitgeteilt, dass seine Server in Amsterdam, Singapur und San Francisco stehen und das kein Byte an britische, us-amerikanische oder andere Behörden weitergeleitet wurden.

Der Einstiegspreis für die Sicherheit ist niedrig

Threema (Foto: Threema)

Threema (Foto: Threema)

Erfreulich: Die WhatsApp-Konkurrenten sind nicht teuer. Threema kostet einmalig 1,99 Euro (iOS, Android und Windows Phone) und Telegram ist sogar ganz kostenfrei. Finanziert wird Telegram vom wohlhabenden Russen Pawel Walerjewitsch Durow, der zusammen mit seinem Bruder die russische Facebook-Alternative vk.com gegründet hat. Threema möchte seinen Dienst einzig über den Verkaufserlös der App decken, was klappen kann, denn zumindest im iOS-AppStore belegt die App Platz 1 der Liste der meistverkauften Apps und bei Windows Phone Platz 2. Threema war auch die meistverkaufte iOS-App im Appstore im Jahre 2014.

Sicherheit versus Komfort

Höher als die 1,99 Euro (für Threema) ist aus meiner Sicht der Komfort-Verlust: Um wirklich sicher kommunizieren zu können, muss man seine Threema-Kontakte persönlich treffen und gegenseitig den in der App angezeigten QR-Code abscannen. Das mag in einem Team, das sich eh jeden Tag in der Redaktion sieht, funktionieren – wird aber in anderen Fällen schwierig. Und man muss damit leben, dass man – anders als zum Beispiel beim Apple-Dienst iMessage – die Nachrichten immer nur auf einem Gerät empfangen und beantworten kann. Erhält man eine Nachricht, zeigt das iPhone zwar eine Push-Nachricht an – aber nicht gleich den Inhalt der Nachricht, denn die wird ja erst von der App beim Öffnen entschlüsselt. Viele kleine Punkte, bei denen sich Threema für Sicherheit und gegen Komfort entschieden hat.

Fazit

Mit Threema und Telegram kann man gefühlt deutlich sicherer Nachrichten von Smartphone zu Smartphone schicken als mit WhatsApp und Co. Mir hat bei Threema gefallen, wie konsequent auf die Sicherheit geachtet wird – auch wenn darunter der Nutzungskomfort leidet. So wird man bei der Installation gefragt, ob man sein Adressbuch hochladen möchte und man kann den Dienst nutzen, ohne seine Handynummer und/oder seine Mailadresse einzutragen. Letztlich sind Threema und Telegram aber keine Massen-Dienste und man muss seine Kollegen und Freunde davon überzeugen, den Dienst zu nutzen. Bei WhatsApp und erst recht bei iMessage (Standard auf jedem iPhone und automatisch aktiviert!) braucht man weitaus weniger Überzeugungskraft.

Update (12. März 2015): Kurz nach der Veröffentlichung dieses Beitrages hat Telegram per Twitter mitgeteilt, dass die europäischen Server seit Juni 2014 in Amsterdam und nicht mehr in London stehen. Ferner sei bis heute kein Daten-Byte an britische, us-amerikansiche oder andere Behörden weitergeleitet worden. Ich habe den Absatz aktualisiert und den Tweet eingebettet.

Update (17. Mai 2015): Korrektur: Man kann – anders als in dem Beitrag erwähnt – die Threema-ID auf ein neues Smartphone (derselben Plattform) mitnehmen: Also von iOS auf iOS oder von Android auf Android. Wie das geht, beschreibt Threema auf seiner Website. Danke für den Hinweis an den User Niels.

Update (6. April 2016): WhatsApp hat heute angekündigt, alle Nachrichten mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu schützen. 


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