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Laut dem Deutschen Journalisten Verband sind hierzulande rund 30.000 Journalisten freiberuflich tätig. Vielen ist die Arbeit in einer Redaktion zu festgefahren. Sie möchten ihre Freiheit, Flexibilität und Kreativität voll und ganz ausleben. Eigenverantwortliches Handeln ist für sie genauso Voraussetzung wie die Recherche zu Themen, die ihnen am Herzen liegen.

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Es ist mir ein Rätsel: 23 Prozent meiner Newsletter-Abonnenten nutzen GoogleMail – und lassen damit ihre E-Mails automatisch durchsuchen, um Werbung anzuzeigen. Weitere 17 Prozent nutzen GMX, 12 Prozent nutzen Web.de – und bekommen also Werbung neben dem Postfach angezeigt. Für nur einen Euro im Monat gäbe es Alternativen: Ohne Werbung und auch mit einer Domain, so dass man vollkommen unabhängig vom Anbieter wäre. Warum nutzt die niemand?

Alternative 1: Posteo oder Mailbox.org

Wer möglichst wenig Arbeit mit seinem Postfach haben möchte, kann sich bei den beiden deutschen Anbietern Posteo und Mailbox.org anmelden. Für ein Euro im Monat bekommt man dort 1 (Posteo) bzw. 2 GByte Speicherplatz für seine E-Mails und die Anbieter versprechen, die Daten ihrer Kunden nicht für Werbezwecke zu nutzen. Wer mehr Speicherplatz braucht, zahlt bei Posteo 25 Cent pro GByte und Monat. Bei Mailbox.org bekommen Kunden für 2,50 Euro im Monat 5 GByte und für 3,50 Euro sogar 25 GByte. Zum Vergleich: GMail gewährt seinen Kunden aktuell 15 GByte kostenfrei, bei GMX.de sind es 1,5 GByte und bei Web.de 1 GByte. Die Postfächer lassen sich über eine Web-Oberfläche oder alternativ per POP3 oder IMAP zum Beispiel vom Smartphone oder Tablet abrufen.

Beide Anbieter haben jüngst bei Stiftung Warentest mit der Note 1,8 abgeschnitten, wobei Mailbox.org einen Tick besser war als Posteo. Zum Vergleich: Google Mail bekam die Note 2,3 und das kostenfreie GMX-Angebot eine 2,6 (befriedigend).

Posteo geht beim Datenschutz sogar noch weiter als Mailbox.org: Dort kann man sich ohne Angabe persönlicher Daten anmelden und anonym bezahlen. Gut, wenn man zum Beispiel mit einem Informanten kommunizieren möchte und dafür ein eigenes Postfach anlegt. Und wenn man sein bestehendes Postfach zu Posteo umzieht, bietet die Berliner Firma sogar einen eigene Umzugsservice an, so dass man nicht auf externe Anbieter wie Audriga zurückgreifen muss.

In der Newsletter-Abonnentenliste von Journlisten-Tools.de stehen aktuell 32 Posteo-Nutzer, aber kein einziger Mailbox.org-Nutzer. Die Posteo-User habe ich jüngst für diesen Beitrag angemailt und durchweg positives Feedback bekommen.

Nachteil bei Posteo ist aus meiner Sicht, dass man zwingend eine posteo.de-Adresse bekommt und keine eigene Domain mitbringen kann. Posteo bietet zwar eine ganze Reihe Länder-Kennungen (posteo.at, posteo.ch usw.), aber eben keine eigene Domain. Bei Mailbox.org geht das, die Domain muss aber woanders gehostet werden. Im Hilfe-Bereich der Mailbox.org-Website gibt es eine ausführliche Anleitung zur Einrichtung.

Alternative 2: Eigene Domain mit Postfach

Das ist aus meiner Sicht die langfristig beste Lösung: Statt sich an einen Provider zu binden (10 Prozent der Newsletter-Abonnenten haben zum Beispiel eine T-Online-Adresse) reserviert man sich einmalig eine eigene Domain. Ideal sind Kombinationen wie vorname-nachname.de oder Varianten davon. Ich nutze zum Beispiel seit vielen Jahren sbrinkmann.de für meine private Kommunikation und habe die Adresse schon mehrfach von einem Anbieter zum anderen umgezogen – ohne dass meine Kontakte davon etwas mitbekommen haben.

Was kompliziert klingt, ist es in Wirklichkeit gar nicht: Anbieter wie 1&1, Strato und viele mehr bieten eine eigene Domain mit einem oder mehreren Postfächern schon für einen Euro im Monat an. Bei 1&1 und Strato – die beiden größten Domain-Hoster in Deutschland – bekommt man dafür ein 2 GByte Postfach, das sich per Web-Oberfläche, aber auch per POP3 und IMAP nutzen lässt. Da es auch hier ein klares Geschäftsmodell gibt (Kunde zahlt für Dienstleistung) zeigen die Anbieter ihren Kunden keine Werbung an.

Alternative 3: Eigener Mailserver

Was für Verlage Standard ist (dort kommt Microsoft Exchange oder IBM Notes – früher Lotus Notes – zum Einsatz) ist für kleinere Journalisten-Büros oder Einzelkämpfer nur mit erheblichem Aufwand möglich: Der Mailserver muss administriert werden und er muss dauerhaft am Netz sein, um Mails jederzeit empfangen und senden zu können. Da E-Mails eh fast immer unverschlüsselt durchs Netz wandern, sehe ich auch nicht den großen Vorteil darin, einen eigenen Mailserver zu betreiben – statt einen der oben genannten Anbieter zu nutzen.

Was sagen Sie?

Gerade bei dem Thema interessiert mich Ihre Meinung brennend: Welches Postfach nutzen Sie und warum? Wie sensibel sind sie beim Thema Datenschutz, wenn es um Ihre E-Mails geht? Und hat mein Beitrag Sie zum Nachdenken animiert? :-) Ich freue mich über Kommentare hier unter dem Artikel oder E-Mails.


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Die Frage einer Userin konnte ich auf Anhieb nicht beantworten: Welches Tool ist besonders gut dazu geeignet, freie Mitarbeiter zu koordinieren? Ich vermute, dass in den meisten Redaktionen die Sekretärin – falls noch vorhanden – eine Telefon-Listen hat, um einen freien Mitarbeiter für die Termine am Abend oder Wochenende zu finden. Einige Redaktionen nutzen eine interne Facebook-Gruppe, in die sie Termine posten und dann per Kommentar sehen, wer Interesse an der Geschichte hat.

„Geht das nicht effektiver als per Facebook-Chat-Gruppe?“, fragte mich die Userin. Spontan fielen mir Tools wie Desknet ein, mit dem man die Themenplanung innerhalb einer Redaktion steuern und eben auch Fotografen bzw. freie Mitarbeiter beauftragen kann. Das Tool wird in vielen Häusern gerne genutzt, ist aber sehr mächtig und nicht gerade günstig. Einige Redaktionssysteme bieten ebenfalls eine Themenverwaltung an. Aber kann man damit auch freie Mitarbeiter koordinieren?

Daher frage ich Sie: Welche Tools nutzen Sie in Ihrer Redaktion, um freie Mitarbeiter zu beauftragen und den Überblick zu  behalten, welcher Termin nun schon besetzt ist? Schreiben Sie einen Kommentar unter diesen Beitrag. Und wenn Sie bei der Gelegenheit Lust haben, Ihr Tool in einem Gastbeitrag zu präsentieren, freue ich mich über eine Nachricht.

© fotomek - Fotolia.com

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Freie Journalisten warten auf die Zahlung ihrer Rechnung gerne mal ein paar Wochen. Das ist ärgerlich und lässt sich vermeiden: So genannte Factoring-Dienstleister wie Pagido, Rechnung 48 oder Decimo zahlen eine Rechnung innerhalb von ein bis zwei Werktagen – und holen sich das Geld dann vom eigentlichen Auftraggeber wieder. Für Journalisten-Tools.de habe ich mir das Für und Wider genauer angeschaut.

Wie funktioniert Factoring?

Zunächst müssen Sie sich bei einem der Anbieter anmelden und eine Prüfung durchlaufen. Ist Ihr Account freigeschaltet, können Sie Ihre Rechnung künftig an den Factoring-Dienstleister weiterleiten, der sie dann an Ihren Kunden schickt. Dazu erhält er zur Rechnung eine so genannte Abtretungserklärung, aus der hervorgeht, dass Sie Ihre Rechnung von einem Factoring-Dienstleister bearbeiten lassen und das Geld deshalb dorthin überwiesen werden soll.

Innerhalb von 48 Stunden erhalten Sie Ihr Geld – abzüglich einer Service-Gebühr für den Factoring-Dienstleister. Ihr Kunde überweist das volle Geld an den Factoring-Dienstleister.

Was kostet Factoring?

Ich habe bei meiner Recherche drei Anbieter (Decimo, Pagido, Rechnung48) gefunden, die ihre Dienstleistungen Journalisten anbieten. Die Konditionen finden Sie in folgender Tabelle. Keiner der drei Anbieter verlangt übrigens, dass Sie alle Rechnungen über ihn laufen lassen. Praktisch, wenn man Auftraggeber hat, die eh schnell bezahlen. Dann kann man sich die Gebühr sparen.

 Decimo
Gebühr pro Rechnungab 2,9 Prozent,
Durchschnitt 5 Prozent
Zahlung binnen24 Stunden
Mindestumsatz
pro Rechnung
Nein
Mindestumsatz pro JahrNein
VertragslaufzeitNein
 Pagido
Gebühr pro Rechnung5 Prozent,
DPV-Mitglieder 4,5 Prozent,
ab 10.000 Euro Jahresumsatz
ist Prozentsatz verhandelbar
Zahlung binnen48 Stunden
Mindestumsatz
pro Rechnung
100 Euro
(Ausnahmen möglich)
Mindestumsatz pro JahrNein
Vertragslaufzeit12 Monate, in den ersten 3 Monaten
jederzeit kündbar
 Rechnung48
Gebühr pro Rechnung3,97 Prozent *
Zahlung binnen48 Stunden
Mindestumsatz pro RechnungNein
Mindestumsatz pro JahrNein
VertragslaufzeitNein

* Der Deutsche Fachjournalisten-Verband hat einen Deal mit Rechnung 48 abgeschlossen: Mitglieder, die ihre erste Rechnung über den Anbieter bezahlen lassen, bekommen die Jahresgebühr des DFJV erstattet. Das sind immerhin rund 100 Euro.

Und was passiert, wenn mein Auftraggeber nicht zahlt?

Wenn Sie Ihre Rechnungen über Pagido oder Rechnung 48 laufen lassen, erhalten Sie auf jeden Fall Ihr Geld. Der Factoring-Dienstleister wird dann ggf. per Mahnung / Inkasso versuchen, das Geld von Ihrem Auftraggeber zurück zu holen. Pagido verspricht, keine Mahnung ohne Einverständnis des Kunden zu verschicken. Gut, wenn man  Angst hat, einen guten Auftraggeber damit zu verprellen, das plötzlich Mahnungen ins Haus flattern. Allerdings verlangt Pagido dann den Rechnungsbetrag vom Journalisten zurück.

Decimo übernimmt Mahnung und Inkasso nicht, weshalb Experten von „unechtem Factoring“ sprechen.

Wann ist Factoring sinnvoll – wann nicht?

Zu Beginn meiner Recherche sah ich zwei Gründe für Factoring: Wenn der Kunde sehr lange braucht, um zu bezahlen – und wenn Sie nicht wissen, ob Ihr Kunde zahlen wird oder nicht. Letzteres ist gerade bei neuen Auftraggebern schwierig einzuschätzen. Genau diesen Fall sehen die Factoring-Dienstleister aber nicht so gerne und lehnen deshalb Rechnungen ab, wenn der Rechnungsempfänger eine schlechte Zahlungsmoral  hat.

Kunden von Pagido oder Rechnung48 können sich insofern schützen, in dem sie schon vor Beauftragung die Daten des Auftraggebers an den Anbieter weiterleiten. Ist der Rechnungsempfänger bekannt und würden Pagido bzw. Rechnung48 die Rechnung annehmen, kann man mit der Arbeit beginnen. Wenn nicht, kann man mit dem Auftraggeber immer noch Vorkasse oder zumindest einen Vorschuss verhandeln.

Darüber hinaus bietet Pagido einen weiteren Service an: Für 2 Prozent der Rechnungssumme übernimmt man das Mahn- und Inkasso-Verfahren über die Creditreform an. Das klingt sinnvoll, weil man für einen moderaten Rechnungsbetrag nicht selbst mahnen und vollstrecken muss.

Letztlich lohnt sich Factoring in erster Linie für Auftraggeber, die bekanntermaßen lange brauchen, um ihre Rechnungen zu bezahlen. Und wer schon mal selbst mahnen musste, wird die 2 Prozent an Pagido sicher gerne bezahlen, um sich damit nicht beschäftigen zu müssen.

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Update (9. September 2015): Pagido hat nach Veröffentlichung des Beitrages klar gestellt, dass man den Rechnungsbetrag vom Journalisten zurückverlangt, wenn dieser kein Mahn-Verfahren gegen den Auftraggeber wünscht. Wenn eine Forderung berechtigt sei, werde gemahnt und sonst müsse der Journalist eben auf das Geld verzichten.

© berc - Fotolia.com

© berc – Fotolia.com

Wie sucht Ihre Redaktion für eine Geschichten den passenden freien Mitarbeiter? In vielen Redaktionen wird die Aufgabe „zu Fuß“ erledigt: Telefon-Liste raus, Mitarbeiter anrufen und anfragen. Einige Redaktionen haben für ihre freien Mitarbeiter eine Facebook-Gruppe gegründet, um dort Geschichten anzubieten. Nach dem Motto: Der erste, der sich meldet, gewinnt. Und wieder andere nutzen hierfür Tools wie Desknet.

Einen deutlichen Schritt weiter geht die Washington Post, die jetzt ein eigenes Netz für ihre freien Mitarbeiter aufgebaut hat. Darin werden nicht nur die Kontaktdaten gesammelt, sondern auch Fähigkeiten des Freien. Freie Mitarbeiter können ein Profil anlegen und sogar Daten von LinkedIn importieren. Und natürlich selbst Geschichte anbieten bzw. für offene Geschichten kandidieren.

Lesen Sie die komplette Geschichte: „The Washington Post built a social network for its freelancers to better match skills to stories

Update (26.6. 2015): Peinlicher Fehler. In der ersten Version des Textes hieß es in der Überschrift und im zweiten Absatz, es sei die New York Times, die ein Sozial-Media-Netz für ihre Freien entwickelt habe. Aber, es ist natürlich die Washington Post. Danke an @c_endt für den Hinweis.

Karsten-Lohmeyer (Foto: Dan Taylor/Heisenbergmedia.com)

Karsten-Lohmeyer (Foto: Dan Taylor/Heisenbergmedia.com)

Vor rund 2,5 Jahren startete Karsten Lohmeyer (42) zusammen mit Stephan Goldmann Lousypennies.de. Thema der Site ist die Frage, wie man online Geld verdienen kann und zwar nicht nur die von Hubert Burda im Jahre 2009 spöttisch gesagten „Lousy Pennies“. Was Journalisten beim Start ihrer eigenen Website beachten müssen, hat mir Karsten in einem Interview erzählt.

Welche Journalisten interessieren sich fürs Bloggen?

Interessanterweise nicht die Jüngeren. Ich unterrichte ja auch an der Deutschen Journalistenschule und dort träumen noch viele von einer Festanstellung in der Print-Redaktion der Süddeutschen, beim Spiegel oder anderen Titeln. Wenn ich da von Bloggen spreche, werde ich verständnislos angeguckt.

In unseren Blogger-Seminaren für Einsteiger sitzen dann Leute um die 40, die schon ein paar Jahre Erfahrung im Journalismus haben. Die kennen fast immer jemanden, der schon seinen Job verloren hat oder sie merken als Freie, dass die Aufträge wegbleiben. „Ich möchte den Spaß am Schreiben wiederfinden“, hat mir eine Teilnehmerin mal gesagt. Übrigens sind es zu gut zwei Drittel Frauen, die in den Seminaren sitzen.

Warum sollten Journalisten bloggen?

Für Freie ist es eine großartige Chance, im Netz präsent zu sein und so zur Marke zu werden oder eine Medienmarke zu schaffen. Nehmen wir als Beispiel Richard Gutjahr, der mit seinem Blog selbst zur Marke geworden ist. Aber auch Festangestellte merken, dass sie mit einem Blog präsenter werden und dann auch Job-Angebote bekommen.

Für mich persönlich ist Bloggen wie Wellness: Ich schreibe, worüber ich will, wann ich will und so viel wie ich will.

Und wie wird man erfolgreicher Blogger?

Aus meiner Sicht sollte man sich vorab die Frage stellen, welches Ziel man hat. „Geld verdienen“ mit einem Blog ist ein hartes Stück Arbeit, zumal man nur bei großer Reichweite allein mit Bannern  entsprechende Umsätze machen kann. Wir sagen den Teilnehmern immer, dass jeder Blog seinen eigenen Mix finden muss: Bei Lousypennies.de ist es Sponsoring und die Blogger-Seminare, andere verdienen Geld mit einem Shop oder auch mit Amazon-Affiliate-Programmen.

Weitere Ziele ist eine bessere Vernetzung und Bekanntheit im Netz – das kann sich auch auszahlen.

Sind Online-Journalisten eigentlich im Vorteil?

Nicht zwingend. Ich bin immer überrascht, wie wenig Gedanken sich Mitarbeiter von Online-Redaktionen machen. Die recherchieren und schreiben, einige haben dann noch Themen wie SEO und Social Media auf dem Radar. Aber die Fragen, die sich ein Blogger stellen muss, stellen sie sich nicht.

Was sind das für Fragen?

Zum Beispiel die Frage, wie man relevante Reichweite aufbaut. Reichweite allein ist ja kein Ziel und ein Blog, der in seiner relevanten Zielgruppe ein paar tausend Abrufe pro Monat macht, kann sehr relevant sein. Und wenn man in seiner Nische gut platziert ist, wird man bekannt und kann mit einem richtigen Mix auch Geld verdienen.

Welche Hürden sehen die meisten Journalisten beim Bloggen?

Oh, das ist sehr unterschiedlich. In den Einsteiger-Kursen erklären wir am ersten Tag viel Technisches: Was ist WordPress? Was ist ein Hoster? Wie installiert man WordPress? Wie richtet man die Seite ein? Am zweiten Tag geht es dann mehr um die Soft-Skills. Und danach bieten wir den Teilnehmern eine geschlossene Facebook-Gruppe, um auch nach dem Seminar Fragen loszuwerden.

Wir empfehlen den Teilnehmern, auf jeden Fall zunächst ein Ziel zu definieren und ggf. auch einen Business Plan aufzusetzen. Das alles sollte schon professionell starten, wenn man erfolgreich sein möchte.

Sie möchten selbst einen Blog starten – und wissen nicht wie? In meinem Themen-Schwerpunkt „Bloggen“ finden Sie zahlreiche Beiträge zu den Themen Konzept, WordPress, Technik und Geld verdienen. Mehr zu den Seminaren von Karsten Lohmeyer und Stephan Goldmann finden Sie auf lousypennies.de.

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© elnariz - Fotolia.com

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Natürlich kann man seine Rechnung mit Word oder Pages (der Standard-Textverarbeitung auf dem Mac) schreiben und als PDF-Datei oder per Post schicken. Aus meiner Sicht ist es auf Dauer aber einfacher eine Software zu benutzen, die eine Rechnung mit wenigen Klicks generiert und auf Wunsch die Zahlungseingänge auf dem Bankkonto überwacht. Die Palette reicht von einfachen Programmen fürs Rechnungen schreiben bis hin zu Anbietern, mit denen man alle Belege digital archivieren kann, um dann die Einnahme-Überschuss-Rechnung (EÜR) sowie die Umsatzsteuervoranmeldung zu erstellen. Der Jahreswechsel ist eine gute Gelegenheit, das Thema „Buchhaltung“ zu überdenken, daher auch dieser Beitrag zwischen den Jahren.

Bei meiner Recherche habe ich keinen Anbieter gefunden, der Buchhaltung und Steuererklärung in einem Paket anbietet. Firmen wie Lexware und Buhl Data bieten aber zumindest alles aus einer Hand an: Lexware Buchhalter / Taxman 2015 bzw. Mein Büro / Wiso Steuer Sparbuch. Lexware bietet mit LexOffice und Smartsteuer.de sogar eine Cloud-Lösung, ideal für Mac- und Linux-Anwender, die sonst kaum fündig werden.

LexOffice: Cloud-Lösung mit drei Ausbaustufen

LexOffice hat mir besonders gefallen, denn das Produkt gibt es in drei Ausbaustufen: Wer nur seine Rechnungen schreiben möchte und den Rest vom Steuerberater machen lässt, nimmt „Rechnung und Finanzen“ und zahlt für die Cloud-Lösung monatlich 4,90 Euro. Wer die Belege selbst ordnet (fürs Scannen gibt es eine kostenfreie iOS- und Android-App für Smartphones), die monatliche Buchführung erledigt und auch die Umsatzsteuervoranmeldung per Elster übernimmt, zahlt 9,90 Euro und überlässt den Jahresabschluss dem Steuerberater. Und wer den Steuerberater höchstens am Jahresende braucht, bekommt „Buchhaltung & EÜR“ für 12,90 Euro im Monat. Die Pakete sind monatlich kündbar und die Server stehen in Deutschland. Für das iPad gibt es eine kostenfreie App, um Angebote und Rechnungen auch unterwegs einfach schreiben zu können.

LexOffice Dashboard: Der schnelle Blick über die eigenen Finanzen (Foto: Lexware)

LexOffice Dashboard: Der schnelle Blick über die eigenen Finanzen (Foto: Lexware)

Zwischen den Paketen kann man beliebig wechseln und so klein anfangen und später Funktionen dazu kaufen. Auf Wunsch behält LexOffice ihre Bankkonto im Blick und ordnet Buchungen den entsprechenden Belegen zu. Der Steuerberater bekommt ihre Daten auf Wunsch im DATEV-Format.

LexOffice erstellt die amtliche Einnahme-Überschuss-Rechnung (Foto: LexOffice)

LexOffice erstellt die amtliche Einnahme-Überschuss-Rechnung (Foto: LexOffice)

SageOne: Die Cloud-Lösung mit Steuerberater-Service

In einer ähnlichen Funktionsliga spielt auch Sage One, das es in zwei Ausführungen gibt: „Angebot & Rechnung“ kostet 6,96 Euro im Monat und „Finanzen & Buchhaltung“ 16,95 Euro. Wer bis Ende 2014 bucht, bekommt den großen Tarif für 11,86 Euro/Monat und damit 30 Prozent günstiger. Mit SageOne schreiben Sie Angebote und Rechnungen, verschicken die Umsatzsteuervoranmeldung per Elster ans Finanzamt und können – im großen Paket – Ihre Daten im Datev-Format für den Steuerberater exportieren. Einmal im Jahr erstellt SageOne auch die Einnahme-Überschuss-Rechnung. Wie LexOffice übernimmt SageOne auch das Online-Banking und gleich dann Kontoauszüge und Rechnungen / Belege ab.

Interessant ist die Verbindung zu felix1.de, einer Online-Steuerberatung zum Festpreis: Je nach Umfang zahlen Freiberufler zwischen 29 und 69 Euro im Monat, dafür übernehmen Steuerberater an rund 150 Standorten in ganz Deutschland unterschiedliche Aufgaben. Im Paket für 29 Euro im Monat macht der Steuerberater die Gewinnermittlung (EÜR) und vertritt den Steuerpflichtigen vor dem Finanzamt. Für 39 Euro im Monat übernimmt er auch die Umsatzsteuererklärung und prüft den Umsatzsteuerbescheid.

FastBill: Rechnung schreiben, Belege scannen und an den Steuerberater exportieren

Mit Fastbill kann man sehr leicht Rechnungen erstellen (Foto: Fastbill)

Mit Fastbill kann man sehr leicht Rechnungen erstellen (Foto: Fastbill)

User von Fastbill loben in Testberichten (hier und hier) die Einfachheit der Fastbill-Oberfläche. Angebote und Rechnungen schreiben, Belege per E-Mail weiterleiten oder mit der Smartphone-App einscannen und monatlich alle Daten an den Steuerberater schicken – das bietet Fastbill für 19 Euro im Monat. Für 90 Cent pro Rechnung übernimmt Fastbild den Postversand an den Kunden und für 10 Cent pro Rechnung wird die PDF-Version digital signiert, so dass sie auch vom Finanzamt akzeptiert wird. Wer das Plus-Paket für 19 Euro im Monat bucht, kann Belege per E-Mail erfassen, einen monatlichen Bericht an den Steuerberater schicken und E-Mails mit eigenem Logo verschicken. Der Complete-Tarif für 5 Euro im Monat bietet das nicht. Anders als LexOffice kann Fastbild die Kontoauszüge Ihrer Bank nicht abrufen und mit den Buchungspositionen abgleichen. Charmant finde ich die Möglichkeit, dass Kunden per E-Mail einen Link bekommen, auf dem sie Rückfragen zur Rechnung schicken oder die Bezahlung per Paypal veranlassen können. Auch die Rechnungshistorie kann Ihr Kunde dort – ohne eigenen Fastbill-Account abrufen.

Fastbill erstellt auf Knopfdruck die fertige Rechnung (Foto: Fastbill)

Fastbill erstellt auf Knopfdruck die fertige Rechnung (Foto: Fastbill)

Mit 19 Euro im Monat rangiert Fastbild preislich über LexOffice und Sage One in der größten Ausbau-Stufe.

Debitoor.de: Kostenfrei Rechnungen erstellen und Ausgaben buchen

Das Angebot klingt verlockend: Wer nur Rechnungen online (oder mit einer iOS- bzw. Android-App) schreiben möchte, zahlt bei Debitoor.de gar nichts. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Kunden und Rechnungen man pro Monat schreibe möchte. Erst wenn man auch Angebote und Mahnungen erstellen sowie seine Rechnungen selbst designen möchte, muss man verhältnismäßig moderate 6,90 Euro im Monat bezahlen (bei jährlicher Zahlungsweise 5,75 Euro).

Anders als bei den anderen genannten Programmen kann man mit den kostenfreien Apps nicht nur Belege einscannen, sondern auch Rechnungen bzw. Angebote schreiben und abrufen. So kann man wirklich mobil arbeiten.

Ein Haken: Debitoor.de speichert seine Daten nicht in Deutschland, sondern im Amazon-Rechnenzentrum in Irland. Hintergrund ist vermutlich, dass Debitoor eine dänische Firma ist und ihr Produkt in sechs Sprachen und in über 30 Ländern anbietet. Ich persönlich hätte damit kein Problem.

Meine Buchhaltung in der Cloud?

Ja, die Frage darf man natürlich stellen. Aus meiner Sicht hat diese Lösung mehrere Vorteile: Die Software ist stets aktuell, man kann von jedem Rechner auf seine Daten zugreifen und man muss sich – sehr wichtig – nicht um das leidige Thema Backups kümmern. Viele der im folgenden genannten Anbieter haben ihre Server in deutschen Rechenzentren stehen, wo sie damit den deutschen Datenschutzrichtlinien unterliegen.

In diesem Vergleich habe ich bewusst keine Anbieter berücksichtigt, die in den kleinen Paketen eine Begrenzung der Kundenzahl vorsehen. So kann man im kleinen Tarif von Easybill für 9 Euro im Monat nur maximal 20 Kunden verwalten, bei Billomat für 6 Euro im Monat bis zu 25 Kunden. Interessant bei Easybill fand ich, dass der Online-Dienst nicht nur Mahnungen verschicken kann, sondern auf Wunsch auch das Inkasso (übe den Partner mediafinanz) übernimmt.

Fazit

Die vorgestellten Cloud-Lösungen können Ihnen das lästige Thema Rechnungen schreiben und Belege buchen deutlich vereinfachen. Ich selbst habe über Jahre für Pressekonditionen.de mit der Mac-Software Grand Total gearbeitet, würde aber heute auf eine Cloudlösung zurückgreifen, um nicht nur Rechnungen zu schreiben sondern auch Belege digital zu erfassen. Mein persönlicher Favorit ist LexOffice, weil das Programm viele Funktionen bietet und mit der Firma Lexware eine starke Marke im Hintergrund steht. Über Fastbill habe ich schon viel positives gehört, allerdings finde ich das Programm mit 19 Euro pro Monat zu teuer.

Foto: Akademischen Arbeitsgemeinschaft

Foto: Akademischen Arbeitsgemeinschaft

Bis zum 31. Mai 2015 haben Sie Zeit, die Steuererklärung für 2014 abzugeben. Das sind noch 22 Wochen, aber je eher Sie mit dieser lästigen Aufgabe anfangen, desto besser. Ein guter Zeitpunkt also, einen Beitrag über Steuer-Software zu veröffentlichen. Ich habe aktuelle Tests von ComputerBild und c’t ausgewertet und mit Anwendern gesprochen, um Ihnen einen umfassenden Überblick zu verschaffen.

Wer als angestellter Journalist arbeitet, hat es verhältnismäßig leicht: In den nächsten Wochen erhält man vom Arbeitgeber eine Aufstellung, die man als Grundlage für die eigene Steuererklärung benutzen kann. Wer aber nebenbei noch was verdient oder ganz Freiberufler ist, muss jedes Jahr alle Ein- und Ausgaben erfassen und zusätzlich zumeist die Umsatzsteuer monatlich oder quartalsweise ans Finanzamt melden. Spätestens dann geht es nicht mehr ohne Steuerberater oder eben eine Software für die Steuererklärung.

Wer als freier Journalist jedes Jahr mit Grauen an seine Steuererklärung denken muss oder sich ohne Steuerberater verloren fühlt, dem empfehle ich ein Seminar bei Wolfgang Kiesel, der sein Wissen inzwischen auch in ein E-Book gegossen hat. Wolfgang hat mir vor Jahren sehr geholfen, als ich nach dem Volontariat ein gutes Jahr frei gearbeitet habe. In seinem Seminar habe ich persönlich mehr gelernt als in vielen Gesprächen mit Kollegen bzw. in entsprechenden Büchern zum Thema Freiberuflichkeit.

Wiso Steuer Sparbuch und SteuerSparErklärung führend

Wiso Steuer Sparbuch 2015 (Foto: Buhl Data)

Wiso Steuer Sparbuch 2015 (Foto: Buhl Data)

Ich selbst mache das seit Jahren mit der SteuerSparErklärung von der Akademischen Arbeitsgemeinschaft. Zusammen mit der Steuer-Software Wiso SteuerSparbuch von Buhl Data (das gleichnamige ZDF-Sendung leiht der Software seit Jahren ihren Namen) belegen die Programme fast immer die ersten Plätze bei Vergleichstest: Die Versionen für die Steuererklärung 2014 hat ComputerBild schon getestet.

Testsieger ist das Wiso Steuer Sparbuch, gefolgt von Buhl Tax 2014 (vom gleichen Hersteller) und der Steuer-Spar-Erklärung. Die Versionen für die Steuererklärung 2013 hatte die Fachzeitschrift c’t in Heft 11/2014 getestet. Auch hier landeten Wiso und Steuersparerklärung auf den ersten Plätzen. Die Stiftung Warentest hat ihren jüngsten Test leider in 2011 veröffentlicht.

Was können die Programme?

Die Software kann für die Steuererklärung des Vorjahres und die Erfassung der Ein- und Ausgaben im aktuellen Jahr benutzt werden. Arbeitet man einmal mit einem Programm, kann man im Folgejahr die Stammdaten (Name, Anschrift, Steuernummer, Abschreibungen) für das Folgejahr übernehmen. Damit machen es einem die Firmen leicht, ihren Produkten treu zu bleiben. :) Für das laufende Jahr ermöglicht die laufende Erfassung das schnelle Verschicken von Umsatzsteuervoranmeldungen und die fortlaufende Erfassung der voraussichtlichen Steuerlast. Beide Programme schicken die fertigen Umsatzsteuer-Voranmeldungen bzw. Steuererklärung auf Wunsch elektronisch per Elster ans Finanzamt und holen den Steuerbescheid von dort auch wieder ab, um dann die Kalkulation der Software mit der des Finanzamtes zu vergleichen. Da schon bei der Eingabe nach jedem Posten angezeigt wird, was diese Ausgabe an Steuerminderung „bringt“ macht es richtig Spaß, weitere Ausgaben zu erfassen.

Und was sagen die Anwender?

Bettina Blaß, freie Journalist aus Köln, nutzt seit 1997 die Wiso-Software und schätzt die zahlreichen Hilfestellungen, die die Software bietet: „Wenn ich etwas nicht weiß, hilft mir die Software weiter. Und bisher hat das Finanzamt alles akzeptiert, was die Software empfohlen hat“, sagte mir Bettina Blass, die 1997 selbst in der Wiso-Redaktion gearbeitet hat. Als Freiberuflerin erfasst sie im laufenden Jahr ihre Ein- und Ausgaben und kann so auf Knopfdruck sehen, wie viel Steuern sie am Ende des Jahres ans Finanzamt überweisen muss. „Was ich nicht mag? Die Software sieht jedes Jahr anders aus.“

Susanne Steiger, freie Journalistin aus Bayern („irgendwo zwischen Augsburg und München“) hat um die Jahrtausendwende damit begonnen, ihre Steuererklärung mit der SteuerSparErklärung zu erfassen. „Ich war zwischenzeitlich fest angestellt, dann wieder frei und auch mal beides. Alles kann man mit der Software erfassen“, sagt Steiger, die die Software inzwischen abonniert hat. So bekommt sie jedes Jahr im November eine neue Version geschickt. „In 2015 möchte ich erstmals mit dem Belegmanager alle Belege fortlaufend einscannen und so elektronisch abspeichern. Das sollte mir die nächste Steuererklärung vereinfachen.“

Für Windows und Mac erhältlich

Beide Programme sind für Windows und inzwischen auch für Mac verfügbar und werden laufend durch Updates auf Stand gehalten. Die Preise sind identisch: Die Programme kosten einzeln 34,95 Euro. Wer gleich ein Abo abschließt und damit jedes Jahr eine neue Version kauft, zahlt bei Wiso 29,95 Euro im Jahr und bei der SteuerSparErklärung 24,95 Euro. Allerdings bietet Wiso in seinem „Steuer-Spar-Vertrag“ mehr als nur das jährliche Software-Paket. Beide Hersteller bieten wahlweise eine Download- oder CD-Version an. Die Wiso-Software ist in der Mac-Version zudem über den Apple AppStore verfügbar. Die SteuerSparErklärung 2015 (gültig für die Steuererklärung 2014 und die Erfassung der Einkünfte in 2015) ist dagegen noch nicht über den AppStore abrufbar.

Und in der Cloud?

Wer auf seinem Rechner nicht jedes Jahr eine Software installieren möchte, kann seine Steuererklärung auch online erledigen. Anbieter wie Smartsteuer.de oder Lohnsteuer kompakt werben damit, die Steuererklärung im Browser zu erstellen. „Wer einen einfachen Steuerfall erklären möchte, kann das mit den Webdiensten smartsteuer und Lohnsteuer kompakt komfortabel tun“, schreibt die c’t in Heft 11/2014 dazu und empfiehlt für komplexe Steuerfälle die lokal installiere Windows- oder Mac-Software.

Julian Heck hat in den vergangenen Wochen elf Journalisten gefragt, wie sie es geschafft haben, eine Marke zu werden. In einem Beitrag für die Netzpiloten erklärt er, wie es Journalisten schaffen können, zur Marke zu werden. Sein Fazit: „Selbstvermarktung (im Journalismus) kostet Zeit und manchmal auch Nerven, aber sie lohnt sich.“

Jochen Mai, früher Redakteur bei der Wirtschaftswoche, betreibt heute sehr erfolgreich das Blog Karrierebibel.de. Im Interview mit der Zeit erklärt er, wie man vom Bloggen leben kann und wie er aus einer kleinen Internet-Seite eines der besten Karriereportale Deutschlands gemacht hat.

Den kompletten Artikel können Sie hier lesen.