Jeder Journalist, der das Internet verstehen will, sollte einen Blog betreiben. Journalisten-Tools.de gibt Starthilfe: Software, Web-Hosting, Suchmaschinenoptimierung, Themenplanung und vieles mehr.

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Für viele Journalisten, die eine eigene Website betreiben möchten, ist die nötige Technik mitunter eine große Hürde: Welches CMS soll es sein, was hat es mit diesen MySQL-Datenbanken auf sich, wie installiere ich das alles eigentlich? Für viele Zwecke ist ein System wie WordPress auch schon überdimensioniert und unnötig kompliziert.

Wer keine Lust hat, sich mit solchen Fragen auseinander zu setzen und sich erst das technische Hintergrundwissen anzueignen, um sein Blog oder seine Autorenseite zu starten, für den ist Grav vielleicht eine Lösung.

Schnelle und einfache Installation

Grav ist ein sogenanntes Flat File CMS, also ein Content Management System, das nicht mit einer Datenbank arbeitet, sondern alle Informationen in Textdateien auf dem Server ablegt – tatsächlich alle Informationen. Also die Inhalte, aber auch die Grafik-Vorlagen, die Log-Dateien, die Einstellungen, einfach alles. Der Vorteil: Die Installation ist kinderleicht. Man lädt den Ordner mit den entpackten Programmdaten per FTP auf seinen Webserver – fertig. System läuft. Wenn es wirklich schnell gehen soll, muss auch nicht viel konfiguriert werden. Man kann direkt loslegen. Schneller bekommt man mit einem eigenen CMS kaum eine Seite ins Netz.

Die Seiten-Übersicht im übersichtlichen Backend. (Foto: Screenshot)

Die Seiten-Übersicht im übersichtlichen Backend. (Foto: Screenshot)

Grav geht zurück auf die Initiative des amerikanischen Entwicklers Andy Miller, der ein System suchte, das einfach und schnell zu nutzen war, auf Standardtechnologien beruhte und möglichst unkompliziert funktionieren sollte. Er fand keines, das seinen Ansprüchen genügte und begann deshalb, Grav zu entwickeln.

Das Projekt hat sich rasant gemausert: 2014 begann Miller mit allein, heute kümmert sich ein ganzes Team um die Weiterentwicklung. Für das eigentliche System gibt es mittlerweile über 200 Plugins, die viele Funktionen bereitstellen, die man aus anderen CMS kennt.

Wer also seine ursprünglich einfache Seite doch noch ausbauen will, findet im Grav-Universum sehr wahrscheinlich alle Instrumente, die er benötigt.

Über 80 verschiedene Layouts stehen zur Auswahl

Grav ist Open Source, kann damit also kostenlos genutzt und weiterentwickelt werden. Man kann es auf getgrav.org herunterladen – entweder „pur“ oder auch schon mit dem sehr guten Admin-Panel-Plugin, das die Verwaltung der eigenen Seite sehr einfach macht. Auf derselben Seite finden sich auch fast 80 Themes zum Download, mit denen sich die Seite grafisch schön gestalten lässt – vom Aussehen her stehen Grav-betriebene Seiten solchen, die aus WordPress heraus gesteuert werden, in nichts nach.

Für viele Anwendungszwecke hält die Grav-Website fertige Themes zum Download bereit. (Foto: getgrav.org / Screenshot)

Für viele Anwendungszwecke hält die Grav-Website fertige Themes zum Download bereit. (Foto: getgrav.org / Screenshot)

Wer sich nach der Installation in sein neues System einloggt, kann direkt loslegen: Jeder Artikel ist eine eigene Seite, die mit einem Klick auf „Seiten“ (Grav spricht auch Deutsch) angelegt und sofort befüllt werden kann. Einstellungen lassen sich bequem im übersichtlichen Admin Panel vornehmen, genauso Plugin installieren oder das System updaten.

Grav bietet schon über 200 Plugins, mit denen sich die eigene Seite technisch aufrüsten lässt. Installiert werden die Plugins direkt aus der Admin-Oberfläche heraus. (Foto: Screenshot)

Grav bietet schon über 200 Plugins, mit denen sich die eigene Seite technisch aufrüsten lässt. Installiert werden die Plugins direkt aus der Admin-Oberfläche heraus. (Foto: Screenshot)

Textformatierung ist gewöhnungsbedürftig

 

Eine Sache ist gewöhnungsbedürftig: Die Inhalte der eigenen Seite werden in Markdown geschrieben, einer Textauszeichungsart, die zu Anfang recht technisch anmutet, nach einer kurzen Eingewöhnung jedoch schnell von der Hand geht.

Alles in allem ist Grav damit für alle einen Versuch wert, die schnell und ohne in die technischen Details einsteigen zu wollen, eine eigene Seite oder ein Blog ins Netz bringen wollen. Mehr als einen PHP-fähigen Webserver braucht es nicht. Kleiner Wehmutstropfen: Wer mit der Optik, wie sie die zahlreichen Themes bereitstellen, nicht zufrieden ist und seine Seite in Details anders aussehen lassen will, muss am Theme arbeiten. Das setzt dann leider doch wieder technische Kenntnisse in Twig, der verwendeten Templating-Sprache, voraus.


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Robert Brandl (Foto: Céline Mülich)

Robert Brandl (Foto: Céline Mülich)

Wer eine eigene Website starten möchte und mit Begriffen wie HTML, FTP und MySQL nichts anfangen kann, für den sind Homepage-Baukästen von Jimdo, 1&1 oder Strato eine gute Alternative. Über die Vor- und Nachteile von Homepage-Baukästen habe ich mit Robert Brandl, Gründer von Websitetooltester.com gesprochen. Im Interview gibt er viele nützliche Tipps und verrät, welche Anbieter er empfehlen kann. Seine Websitetool-Tests veröffentlicht er inzwischen in sechs Sprachen.

Welchen Homepage-Baukasten können Sie empfehlen?

Für deutsche Kunden empfehlen wir den Homepage-Baukasten von Jimdo, einer Firma aus Hamburg. Der Support antwortet auf deutsch und die Seiten haben direkt ein Impressum, was in Deutschland Pflicht ist. Auch die Server stehen in Deutschland, was im Hinblick auf Ladezeiten und Google-Rankings besser ist als Server in den USA. An zweiter Position empfehlen wir Weebly, einen Anbieter aus den USA. Vorteil dort: Die Seiten sind responsive, das heißt sie werden auf dem Smartphone, auf dem Tablet und auf dem Computer optimal dargestellt. Das hat Jimdo leider noch nicht. Nicht empfehlen können wir den Homepage-Baukasten von 1&1, dort „MyWebsite“ genannt. Der Support ist leider nicht gut und antwortet fast ausschließlich mit Textbausteinen. Außerdem ist 1&1 nicht günstig.

Was kostet denn eine Website bei Jimdo oder anderen Anbietern?

Wer keine eigene Domain („www.meinname.de“) haben möchte, zahlt bei Jimdo gar nichts. Mit eigener Domain, eigenem E-Mail-Konto, besserem Support und mehr Funktionen zahlt man 5 Euro im Monat – inklusive Mehrwertsteuer. Zum Vergleich: 1&1 verlangt im Basis-Tarif schon 9,99 Euro im Monat – zuzüglich Mehrwertsteuer. Der Jimdo-Support ist allerdings langsam, was bei dem günstigen Preis aber verschmerzbar ist.

Für wen lohnt sich ein Homepage-Baukasten?

Homepage-Baukästen sind ideal für Leute, die eine Website aufbauen wollen und kein oder nur wenig technisches Know-how besitzen. Ich höre immer wieder, dass WordPress leicht zu installieren ist, aber wer mit FTP und MySQL nichts anfangen kann, wird Mühe haben. Zudem muss man sich bei WordPress um Updates kümmern und selbst Backups erstellen. All das fällt beim Homepage-Baukasten weg: Über eine Oberfläche gestaltet man seine Seite und stellt sie online.

Homepage-Baukästen sind auch interessant für Leute, die schnell ein Thema ausprobieren wollen und dazu eine Website starten. Meine Website Websitetooltester.com ist mit einem Homepage-Baukasten gestartet und das lief die ersten Jahre super. Ohne diesen Baukasten hätte ich vermutlich erst zwei Jahre später eine Website gestartet – und dann wäre der Markt schon von anderen besetzt gewesen.

Welche Grenzen hat ein Homepage-Baukasten?

Zunächst ist man auf ein Set an Funktionen begrenzt. Wem das nicht reicht, der kann nicht einfach eine zusätzliche Funktion programmieren lassen. Da hat WordPress dann Vorteile, weil es sehr viele Erweiterungen gibt, die man installieren kann. Auch die Design-Möglichkeiten sind begrenzt. Ein weiterer Knackpunkt ist die Suchmaschinenoptimierung: Inzwischen bieten viele Homepage-Baukästen Basis-Funktionen wie Titel und sprechende URL, aber wenn man die Struktur seiner Website umbaut, haben alle Unterseiten eine neue Adresse und Google muss die Website neu indexieren, so dass man gute Rankings verliert. Bei Websitetooltester.com stellen wir die Test-Ergebnisse inzwischen in unterschiedlichster Form dar. Das wäre ohne eine Datenbank dahinter nicht realisierbar – und die bieten Homepage-Baukästen eben nicht.

Anbieter wie 1&1 und Strato werben damit, dass sie WordPress mit einem Klick installieren. Ist das eine Alternative zum Homepage-Baukasten?

Solche Angebote erleichtern den Start mit WordPress, weil man das Basis-Paket fix und fertig installiert bekommt. Danach fängt aber die Arbeit an: Updates einspielen, sichere Passwörter wählen usw. Und wenn ein Update mal schief geht, stoßen Einsteiger schnell an ihre Grenzen. Daher würde ich solche Angebote für Anfänger nicht ohne Vorbehalt empfehlen. Bisher nicht getestet haben wir Angebote wie das Managed WordPress von 1&1, wo sich der Anbieter auch um Updates kümmert und eine spezielle Hotline bereitstellt.

Kann es passieren, dass der Homepage-Baukasten-Anbieter pleite geht und meine Homepage dann weg ist?

Ja, das kann auch passieren. Und es betrifft nicht nur die kleinen Anbieter, denen eines Tages die Luft ausgeht. Vielleicht erinnern Sie sich an Geocities.com, einem der ersten Homepage-Baukästen im Netz. Der Anbieter wurde von Yahoo gekauft und die haben den Dienst eines Tages eingestellt. Und wenn man seine Website dann zu einem anderen Anbieter umziehen muss, fängt man quasi wieder von vorne an: Design auswählen, Texte neu schreiben usw. Eine WordPress-Seite kann man dagegen von einem Anbieter zu anderen umziehen und die Besucher merken es nicht. Auch fürs Google-Ranking ist so ein Umzug problematisch, weil sich die Adressen der einzelnen Seiten in aller Regel ändern und Google die neuen Seiten erst indexieren muss.

Welche Tipps können Sie zum Thema Homepage-Baukasten geben?

User sollten ihre Website regelmäßig sichern. Natürlich machen die Anbieter auch Backups, falls eine Festplatte kaputt geht. Aber wenn man beim Umbauen der eigenen Website einen Fehler macht und etwas löscht, dann spielen die Anbieter so ein Update nicht wieder zurück. Daher sollte man seine Texte und Bilder regelmäßig auf der eigenen Festplatte sichern, um im Ernstfall nicht Texte neu schreiben zu müssen.

Wer zum Thema „Bloggen“ und wie Sie eine eigene Website aufziehen finden Sie in meinem Themen-Special „Bloggen“.

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Social-Media-Posts mit Bild werden von Usern deutlich häufiger wahrgenommen als Posts ohne Foto. Wer nicht gerade Photoshop-Experte ist, wird sich in der Praxis aber schwer tun, „mal eben“ ein passendes Bild mit Text und Logo zu gestalten. Genau hier setzt Pablo, ein kostenfreies Tool der Firma Buffer (Anbieter einer tollen Social-Media-Software, die ich für Journalisten-Tools.de nutze, Testbericht hier), an: Aus einer großen Auswahl an Fotos wählt man ein Bild aus (oder lädt ein eigenes hoch), schreibt Text drauf und platziert optional das eigene Logo. Dann Bild herunterladen (natürlich in der passenden Größe für Facebook, Twitter, Pinterest und Instagram – oder direkt an die genannten Dienste bzw. Buffer selbst schicken.

Der Clou von Buffer ist die Einfachheit trotz vieler Zusatzfunktionen: Auf Wunsch kann man den Kontrast des Bildes einstellen, einen Blur-Effekt einschalten sowie Schriftart, Schriftgröße, Schriftfarbe und Ausrichtung einstellen. Das alles geht wirklich in den von den Entwicklern genannten 30 Sekunden.

Die von Pablo angebotenen Bilder können kostenfrei benutzt werden. Wer eigene Bilder für einen Social-Media-Beitrag nutzen möchte, sollte aufpassen: Einige Bild-Agenturen verlangen bei jeder Veröffentlichung eines Bildes einen Copyright-Hinweis. Fotolia.de, ein Dienst bei dem ich Bilder für Journalisten-Tools.de kaufe, bietet deshalb zum Beispiel zu jedem Bild gleich eine Version mit Copyright-Hinweis auf weißen Hintergrund an, der unter dem Bild platziert ist. Einen Copyright-Hinweis kann man zwar selbst platzieren, aber dann verstößt man ggf. gegen die Vorgabe der Bild-Agentur, dass man Bilder nicht verändern darf. Aufgrund der genannten rechtlichen Fallstricke sollte man die Chrome-Erweiterung von Pablo, mit der sich Bilder im Web direkt per Kontextmenü an Pablo schicken kann, mit Vorsicht nutzen.

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Karsten-Lohmeyer (Foto: Dan Taylor/Heisenbergmedia.com)

Karsten-Lohmeyer (Foto: Dan Taylor/Heisenbergmedia.com)

Vor rund 2,5 Jahren startete Karsten Lohmeyer (42) zusammen mit Stephan Goldmann Lousypennies.de. Thema der Site ist die Frage, wie man online Geld verdienen kann und zwar nicht nur die von Hubert Burda im Jahre 2009 spöttisch gesagten „Lousy Pennies“. Was Journalisten beim Start ihrer eigenen Website beachten müssen, hat mir Karsten in einem Interview erzählt.

Welche Journalisten interessieren sich fürs Bloggen?

Interessanterweise nicht die Jüngeren. Ich unterrichte ja auch an der Deutschen Journalistenschule und dort träumen noch viele von einer Festanstellung in der Print-Redaktion der Süddeutschen, beim Spiegel oder anderen Titeln. Wenn ich da von Bloggen spreche, werde ich verständnislos angeguckt.

In unseren Blogger-Seminaren für Einsteiger sitzen dann Leute um die 40, die schon ein paar Jahre Erfahrung im Journalismus haben. Die kennen fast immer jemanden, der schon seinen Job verloren hat oder sie merken als Freie, dass die Aufträge wegbleiben. „Ich möchte den Spaß am Schreiben wiederfinden“, hat mir eine Teilnehmerin mal gesagt. Übrigens sind es zu gut zwei Drittel Frauen, die in den Seminaren sitzen.

Warum sollten Journalisten bloggen?

Für Freie ist es eine großartige Chance, im Netz präsent zu sein und so zur Marke zu werden oder eine Medienmarke zu schaffen. Nehmen wir als Beispiel Richard Gutjahr, der mit seinem Blog selbst zur Marke geworden ist. Aber auch Festangestellte merken, dass sie mit einem Blog präsenter werden und dann auch Job-Angebote bekommen.

Für mich persönlich ist Bloggen wie Wellness: Ich schreibe, worüber ich will, wann ich will und so viel wie ich will.

Und wie wird man erfolgreicher Blogger?

Aus meiner Sicht sollte man sich vorab die Frage stellen, welches Ziel man hat. „Geld verdienen“ mit einem Blog ist ein hartes Stück Arbeit, zumal man nur bei großer Reichweite allein mit Bannern  entsprechende Umsätze machen kann. Wir sagen den Teilnehmern immer, dass jeder Blog seinen eigenen Mix finden muss: Bei Lousypennies.de ist es Sponsoring und die Blogger-Seminare, andere verdienen Geld mit einem Shop oder auch mit Amazon-Affiliate-Programmen.

Weitere Ziele ist eine bessere Vernetzung und Bekanntheit im Netz – das kann sich auch auszahlen.

Sind Online-Journalisten eigentlich im Vorteil?

Nicht zwingend. Ich bin immer überrascht, wie wenig Gedanken sich Mitarbeiter von Online-Redaktionen machen. Die recherchieren und schreiben, einige haben dann noch Themen wie SEO und Social Media auf dem Radar. Aber die Fragen, die sich ein Blogger stellen muss, stellen sie sich nicht.

Was sind das für Fragen?

Zum Beispiel die Frage, wie man relevante Reichweite aufbaut. Reichweite allein ist ja kein Ziel und ein Blog, der in seiner relevanten Zielgruppe ein paar tausend Abrufe pro Monat macht, kann sehr relevant sein. Und wenn man in seiner Nische gut platziert ist, wird man bekannt und kann mit einem richtigen Mix auch Geld verdienen.

Welche Hürden sehen die meisten Journalisten beim Bloggen?

Oh, das ist sehr unterschiedlich. In den Einsteiger-Kursen erklären wir am ersten Tag viel Technisches: Was ist WordPress? Was ist ein Hoster? Wie installiert man WordPress? Wie richtet man die Seite ein? Am zweiten Tag geht es dann mehr um die Soft-Skills. Und danach bieten wir den Teilnehmern eine geschlossene Facebook-Gruppe, um auch nach dem Seminar Fragen loszuwerden.

Wir empfehlen den Teilnehmern, auf jeden Fall zunächst ein Ziel zu definieren und ggf. auch einen Business Plan aufzusetzen. Das alles sollte schon professionell starten, wenn man erfolgreich sein möchte.

Sie möchten selbst einen Blog starten – und wissen nicht wie? In meinem Themen-Schwerpunkt „Bloggen“ finden Sie zahlreiche Beiträge zu den Themen Konzept, WordPress, Technik und Geld verdienen. Mehr zu den Seminaren von Karsten Lohmeyer und Stephan Goldmann finden Sie auf lousypennies.de.

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Karsten Lohmeyer (Foto: Jörg Brockstedt)

Karsten Lohmeyer (Foto: Jörg Brockstedt)

Persönlich habe ich großen Respekt vor Leuten, die eine eigene Website starten und diese zum Erfolg bringen. Aus 14 Jahren Erfahrung mit Pressekonditionen.de und meiner Arbeit bei RP ONLINE weiß ich, dass das nicht einfach ist. Ein Portal „zum Fliegen“ zu bringen, ist leider keine einfache Aufgabe und dafür gibt es aus meiner Sicht auch kein einfaches Handbuch.

Deshalb bewundere ich, was Karsten Loymeyer (und Stephan Goldmann) mit LousyPennies.de auf die Beine gestellt haben und es hat mich inspiriert, im Dezember 2013 Journalisten-Tools.de zu starten.

Deshalb möchte ich heute ein Interview mit Karsten empfehlen, in dem er seine Wandlung vom Print-Journalisten zum Digital-Publizierer erläutert. Sehr lesenswert für alle, die sich mit der Zukunft der Medien beschäftigen und lernen möchten, wie man digital erfolgreich wird.

Mein Lese-Tipp: „Digitale Transformation – Fluch oder Segen„?

Die Idee ist super: Die WordPress-Erweiterung CoSchedule vereint Themenplanung und Social-Media-Steuerung in einer Oberfläche und erlaubt so die einfache Steuerung der eigenen Seite. Das funktioniert sogar im Team, denn man kann mehreren Autoren Zugriff auf CoSchedule einräumen und sogar mit ihnen über die Beiträge diskutieren. In einem Video erläutern die Macher, wie das Programm funktioniert:

Auf den ersten Blick habe ich gedacht: Yeah, das ist endlich das Tool, das ich für Journalisten-Tools.de suche. Bisher habe ich die (kostenfreie) WordPress-Erweiterung „Editorial Calendar“ benutzt und die Social-Media-Accounts auf Twitter und Facebook mit Buffer (hier mein Testbericht) befüllt. Diese Kombination hat in der Praxis zwei Nachteile:

  1. Wenn ein neuer Beitrag online geht, muss ich in Buffer den dazu passenden Post schreiben und in der Warteschleife platzieren. CoSchedule ermöglicht es dagegen, direkt in der Wordpress-Artikelmaske die Posts für Twitter, Facebook und LinkedIn zu schreiben und auf einen Zeitpunkt in der Zukunft zu programmieren.
  2. Ich kann nicht auf einen Blick sehen, wann welcher Beitrag online geht – und wann welcher Facebook-Post bzw. Tweet veröffentlicht wird.

Beide Probleme löst CoSchedule und deshalb habe ich das Tool sofort installiert. Nach einer 14-tägigen Testphase zahlt man pro Blog 10 US-Dollar im Monat (umgerechnet 8,70 Euro) bzw. 100 US-Dollar pro Jahr (umgerechnet 87 Euro). Exakt den selben Preis verlangt Buffer in seinem Awesome Tarife, bei dem man dann auch gute Statistiken angezeigt bekommt und mehr als drei Social-Media-Kanäle befeuern kann.

Die Nachteile

Nach ein paar Tagen mit CoSchedule haben die Nachteile überwogen und ich habe das Programm wieder gelöscht:

  • Zwar wird CoSchedule gut in die WordPress-Oberfläche integriert, aber es läuft technisch auf einem externen Server. Das hat mir von Anfang an nicht so gefallen, weil ich so ungern externen Servern Zugriff auf mein WordPress-Backend einräume. Dazu kommt, dass CoSchedule innerhalb der WordPress-Oberfläche leider träge reagiert.
  • Gravierender ist aber, dass CoSchedule ständig nach Benutzername und Kennwort fragte, wenn ich das Tool innerhalb der WordPress-Oberfläche benutze. Im Support-Bereich von CoSchedule heißt es dazu schlicht, man müsse den Browser so einstellen, dass er alle Cookies – auch von Drittanbietern – akzeptiert. Da die Einstellung nicht nur für diesen Dienst, sondern für alle Webseiten gilt, war das eine Kröte, die ich nicht schlucken wollte.
Richard Gutjahr (Foto: Mathias Vietmeier)

Richard Gutjahr (Foto: Mathias Vietmeier)

Was treibt einen Menschen an, viel Freizeit in einen Blog zu investieren? Auch ich höre diese Frage immer wieder, wenn ich den Leuten erzähle, dass ich Journalisten-Tools.de betreibe und wie viel Freunde es mir bereitet.

Richard Gutjahr, BR-Moderator, Blogger und Tausendsasa der Branche, hat in einem humorvollen – aber durchaus ernsten Beitrag – aufgeschrieben, warum er bloggt und welchen Vorurteilen er dabei immer begegnet.

Lesen Sie: „Der will doch nur bloggen

Und wer selbst einen Blog starten möchte, dem empfehle ich meinen Themen-Schwerpunkt „Bloggen“ mit vielen Tipps für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Felix Beilharz (@beilharz), der laut Website als Trainer und Berater mit den Schwerpunkten Online-Marketing und Social Media sein Geld verdient, hat auf seiner Website eine interessante Liste mit 10 versteckten Facebook-Funktionen veröffentlicht. Unter anderem erklärt er, wie Website-Betreiber erfahren können, wie gut ihre Inhalte auf Facebook geteilt werden und wie man Beziehungen zwischen zwei Personen ermitteln kann. Sehr spannend.

Lese-Tipp: „10 gut versteckte, aber enorm hilfreiche Facebook-Funktionen

Richard Gutjahr (Foto: Mathias Vietmeier)

Richard Gutjahr (Foto: Mathias Vietmeier)

Mal wieder ein lesenswerter Beitrag von Richard Gutjahr: Auf seinem Blog erklärt er, wie man ein Video-Interview mit dem Smartphone oder einer Video-Kamera (und idealerweise einem externen Mikrofon) dreht und dann auf dem Rechner schneidet. Garniert wird der Text mit viele Praxis-Tipps. Lesen Sie selbst: Video-Interviews mit dem Smartphone

In meinem Themen-Schwerwpunkt „Mobile Reporting“ finden Sie mehr zum Thema.

Homepage von Bufferapp.com

Homepage von Bufferapp.com (Foto: Screenshot)

Jeden Tag das selbe Problem: Ich lese meine Twitter- oder Facebook-Timeline oder surfe durchs Netz und findet tolle Inhalte, die ich Ihnen, meinen Followern und Facebook-Freunden, empfehlen möchte. Das Dilemma: Poste ich dann mehrere Beiträge auf Twitter und Facebook mit Lese-Tipps auf einmal, ist das für Sie nervig. Jeden Beitrag einzeln vorzubereiten und bei Twitter (via Tweetdeck) oder Facebook auf einen Zeitpunkt in der Zukunft zu programmieren, ist auf Dauer zu aufwändig. Der Grund, warum ich bislang auf Facebook und Twitter nur selten Artikel auf fremden Seiten empfehle.

Buffer könnte mein Problem lösen

Auf der Suche nach einem geeigneten Tool, um mein Problem zu lösen, habe ich Buffer entdeckt: Damit lassen sich Beiträge für die wichtigsten Social-Media-Kanäle in eine Warteschlange schicken, die zu einstellbaren Uhrzeiten verarbeitet wird. Dann wird der jeweils oberste Beitrag automatisch veröffentlicht. In der kostenfreien Version von Buffer lassen sich ein Facebook-, ein Twitter-, ein Google-Plus-Account, ein LinkedIn- und ein Appnet-Account verbinden und bis zu zehn Beiträge in die Warteschlange schicken. Für 10 US-Dollar im Monat (umgerechnet rund 8 Euro) bzw. 102 US-Dollar im Jahr (umgerechnet rund 82 Euro) kann man den „Awesome-Tarif“ buchen und dann unbegrenzt bis zu 100 Beiträge in die Warteschlange schicken und bis zu 25 Accounts pro Social-Media-Dienst anlegen. Damit eignet sich der Dienst gut für Redaktionen, die mehr als einen Twitter- oder Facebook-Account befeuern wollen.

So kommen meine Beiträge in die Warteschlange

Ein kostenfreies Browser-Plugin (erhältlich für Chrome, Firefox und Safari) macht das Posten eines neuen Beitrages auf Knopfdruck möglich. Bei jedem Beitrag kann ich in einem Fenster auswählen, ob er in alle oder nur in bestimmte Kanäle gepostet wird und ob er sofort veröffentlicht wird, oder in der Warteschlange gespeichert wird. Für Postings, die in die Warteschlange wandern, bietet Buffer zwei Optionen: An die erste Position oder an die letzte Position der Warteschlange. Selbstredend kann man die Warteschlange jederzeit abrufen und die Beiträge neu sortieren bzw. ausgewählte löschen.

Aufgeräumte Oberfläche von Buffer (Foto: Screenshot)

Aufgeräumte Oberfläche von Buffer (Foto: Screenshot)

Dienste wie der RSS-Reader Feedly oder der digitale Zeitungsstapel Pocket verbinden sich auf Wunsch mit Buffer und ermöglichen es so, Beiträge in die Warteschlange zu schicken. Dank der inzwischen verfügbaren iOS- und Android-App von Buffer kann man seine Warteschlange auch mobil bearbeiten oder Beiträge aus anderen Apps in die Buffer-Warteschlange schieben.

Im kostenpflichtigen Awesome-Tarif kann man in der Buffer-Oberfläche auch RSS-Feeds eintragen, deren Inhalte man dann leicht in die Warteschlange schieben kann. Da diese RSS-Funktion nicht den eigenen RSS-Reader ersetzt, macht die Funktion aus meiner Sicht nur eingeschränkt Sinn.

Buffer wertet den Erfolg der Beiträge aus

Schon in der kostenfreien Version bietet Buffer eine Analyse-Funktion an, die auf der einen Seite die Zahl der Social-Media-Anhänger (Follower oder Freunde) in einer Kurve darstellt und auf der anderen Seite anzeigt, wie erfolgreich die einzelnen Beiträge waren. Auf die Weise kann man seinen Erfolg in den Sozialen Netzwerken steigern.

Voraussetzung für die Klick-Messung der Beiträge ist die Nutzung eines Linkverkürzers. Buffer bietet einen eigenen Dienst an, alternativ kann man Bit.ly (auch in der Pro-Version) benutzen. Leider wird der von mir auf seblink.de eingesetzte Dienst Yourls nicht unterstützt.

Was sind die Nachteile

Auf Anhieb habe ich vier Nachteile entdeckt:

  • Wenn man einen neuen Beitrag veröffentlicht, zeigt Buffer nicht die aktuelle Warteschlange an. Das würde bei der Einordnung der nächsten Beiträge helfen.
  • Und wenn Buffer schon auswertet, wann die eigenen Beiträge besonders erfolgreich sind, wäre eine automatische Steuerung der nächsten Beiträge der aus meiner Sicht logische nächste Schritt.
  • So praktisch es auch sein mag, einen identischen Beitrag auf Twitter, Facebook und Google Plus zu posten, so langweilig ist es für die User. Jeder Social-Media-Experte empfiehlt, für jedes Netzwerk einen eigenen Beitrag zu formulieren. Allein, weil Twitter nur 140 Zeichen erlaubt, Facebook und Google Plus aber deutlich mehr.
  • Social Media ist keine Einweg-Kommunikation und man sollte deshalb nicht nur plump Links posten, sondern auf die Leser reagieren. Hierbei unterstützt Buffer den User leider nicht.

Was sind Alternativen

Eine sehr mächtiges Social-Media-Tool ist Hootsuite, das in der kostenpflichtigen Pro-Version 10 Euro im Monat kostet und damit auf dem Niveau des Awesome-Tarifs von Buffer liegt. Hootsuite ist aber viel mehr als ein „Warteschlangen-Service“ und bietet unter anderem die Möglichkeit sehr viel leichter auf Beiträge der User zu reagieren.

Ich werde Buffer in den nächsten Wochen intensiv testen und berichten, wie das Tool in der Praxis funktioniert. Sie benutzen Buffer schon? Dann schreiben Sie doch bitte, wie Ihre Erfahrungen sind und was Sie an Buffer vermissen.