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Google & mehr: Online-Recherche (Foto: Verlag)

Google & mehr: Online-Recherche (Foto: Verlag)

Googeln kann jeder. Aber wie viele User kennen die erweiterte Suche oder wissen, wie man mit Suchoperatoren bessere Ergebnisse erzielt? Diese und weitere Tricks verrät Hektor Haarkötter in seinem neuen Buch „Google und mehr“, das jetzt im UVK-Verlag erschienen ist und auf Papier 15 Euro – und als E-Book beim Verlag 9 Euro – kostet.

Die Welt ist doch eine Google

Knapp 50 von 140 Seiten widmet der Professor der … in Köln dem Weltmarktführer Google. Suchoperatoren wie AND, OR, Not werden vorgestellt und das Minus-Zeichen erklärt, mit dem man Begriffe ausschließen kann. Wer nach „Berlin -Hotel“ sucht, findet keine Hotels in Berlin – und schafft damit Platz für andere Treffer. Oder wussten Sie, dass man mit „filetyp:pdf“ gezielt nach PDF-Dateien suchen kann. Wer also site:www.firma.de filetype:pdf sucht, findet unter Umständen Dokumente, die die Firma nur aus Versehen im Internet veröffentlicht hat.

Haarkötter stellt neben der erweiterten Suche von Google auch die zahlreichen Spezial-Dienste wie die Bilder-Suche und die Übersetzungsfunktion vor.

Jenseits von Google

Was einige Internet-Nutzer kaum glauben werden: Es gibts auch andere Suchmaschinen als Google: Paperball.de, Wagon.de und pressini.de suchen zum Beispiel gezielt nach Beiträgen in deutschen Medien.

Hektor Haarkötter (Foto: Hektor Haarkötter)

Hektor Haarkötter (Foto: Hektor Haarkötter)

Das Buch von Hektor Haarkötter gibt einen tiefen Einblick in die Such-Möglichkeiten des Internets und weist auch auf die Fallstricke hin. Die Tatsache, dass Google zum Beispiel die Suchergebnis-Seite personalisiert, führt dazu, dass auch Journalisten verstärkt die Treffer angezeigt bekommen , die sie schon vorher angeklickt haben.

Zu ausschweifend für meinen Geschmack beschreibt Haarkötter im zweiten Teil des Buches Themen wie Daten-Journalismus und gibt allgemeine Computer-Tipps. Das füllt zwar Seiten, hat mit dem eigentlichen Thema des Buches aber mehr oder weniger zu tun. Störend fand ich bei der Lektüre den wissenschaftlichen Schreibstil: Jede Aussage wird mit einer Quelle belegt, die dann im Fließtext auch gennant wird. Insgesamt ist das Buch für Journalisten, die Google und andere Suchmaschinen effizienter nutzen möchten, sehr gut. Gewünscht hätte ich mir nur eine Übersicht aller Such-Operatoren auf einer Seite, die man sich neben die Tastatur legen kann.

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Das Buch Podcasting zeigt alle Facetten des Themas. Foto: Cover

Das Buch Podcasting zeigt alle Facetten des Themas. Foto: Cover

Wie kann man eine Zielgruppe ansprechen, die immer weniger Zeit zum Lesen hat? Ein Kanal, der noch lange kein Mainstream ist: Podcasts, also Audio-Sendungen, die man bequem auf dem Smartphone oder dem Computer hören kann – wann man möchte. Quasi Radio on Demand. Eine sehr gute Einführung in das Thema Podcasting liefert das gleichnamige Buch von Brigitte Hagedorn (@audiobeitraege).

Wer mit dem Gedanken spielt, einen eigenen Podcast zu veröffentlichen, hat viele Fragen: Welche Technik brauche ich? Wie manche ich den Podcast bekannt? Welche rechtlichen Dinge gibt es zu beachten und wie kann man mit dem Podcast Geld verdienen. Diese und viele weitere Fragen beantwortet Hagedorn in ihrem rund 230 Seiten umfassenden Buch, das im MITP-Verlag erschienen ist und auf Papier 19,99 Euro kostet. Beim Verlag selbst bzw. bei Amazon gibt es das Buch für 3 Euro weniger auch digital – in den Formaten ePub, PDF und eben Kindle.

Gut gefallen haben mir am dem Buch zwei Dinge: Brigitte Hagedorn hat für ihr Buch einen sehr strukturierten Aufbau gewählt, der alle Facetten berücksichtigt und man merkt ihr an, dass sie Praxis-Erfahrung hat. So gibt sie ihren Lesern den Tipp, sich nicht nur Gedanken über die Themen der ersten Podcast-Folge zu machen, sondern auch über den Inhalt weiterer Sendungen, damit der neue Podcast nicht nach wenigen Ausgaben jäh endet.

Brigitte Hagedorn (Foto: Claudia Levetzow)

Brigitte Hagedorn (Foto: Claudia Levetzow)

In einigen Kapiteln hat sie am Schluss ein Interview mit einem Experten zu dem Thema eingebaut. Was in einem Buch eher unüblich ist, lockert den Text hier gut auf und erlaubt es ihr Praxis-Tipps aus der Perspektive eines Dritten einzubauen. Hier hätte ich mir als Leser ein Foto des Interview-Partners gewünscht, um die Person zu sehen, die mir konkrete Tipps gibt.

Vermisst habe ich konkrete Empfehlungen zur Technik, mit der man einen Podcast produzieren kann. Sie beschreibt zwar ausführlich die Software zum Schneiden (Audacity, Hindenburg Journalist) und Veröffentlichen von Podcasts (PodLove, Soundcloud …), aber es fehlen konkrete Tipps, welches Mikro gut ist und welche Smartphone-App für unterwegs geeignet ist.

Hinweis: Der MITP-Verlag hat mir ein Exemplar des Buches als Rezensionsexemplar geschenkt. 

Universalcode 2020 (Foto: Cover)

Universalcode 2020 (Foto: Cover)

Das neue Buch von Christian Jakubetz verspricht viel: Den Universalcode für den Journalismus im Jahr 2020 möchte uns der Autor präsentieren. Auf 200 Seiten beschreibt der Redaktionsberater, welche Möglichkeiten der Digital-Journalismus bietet und wie Videos, Bilder und Töne besser werden bzw. wie Social Media und Mobil Reporting funktionieren. Leider geht das Buch an vielen Stellen zu wenig in die Tiefe, so dass sich der Kauf (24,99, unter anderem bei Amazon.de) in erster Linie für Einsteiger in den Digitalen Journalismus lohnt.

Anders als die erste Fassung von Universalcode aus dem Jahre 2014 hat Jakubetz diesmal fast komplett auf Gastautoren verzichtet. Ich persönlich finde das schade, denn so bekommt man nur seine Sicht auf die Zukunft – und keinen Chor mit jeweils eigenem Blickwinkel. Einzige Ausnahme ist ein Kapitel, in dem der Bayrische Rundfunk darstellen kann, wie „Journalismus 3.0“ funktionieren soll. Aber warum kommt nur der BR zu Wort?

Nach einer Einführung in den Digital-Journalismus (Jakubetz spricht bewusst nicht von Online-Journalismus) bespricht er die einzelnen Darstellungsformen Text, Video, Audio, Foto und erklärt, wie Echtzeit-, Social- und Mobil-Journalismus funktionieren. Hier hätte ich mir entschieden mehr Tiefgang gewünscht: Statt auf vier Seiten die Dateiformate von Videos zu beschreiben, hätte ich gerne mehr praktische Tipps und App-Empfehlungen gelesen. Stattdessen empfiehlt Jakubetz im Kapitel „Das Video-Equipment“ auf knapp 3 Seiten, dass man immer ein Stativ und ein gutes externes Mikrofon benutzen soll. Konkrete Produkte oder Marken werden nicht genannt. Nur beim Thema Schnittprogramme wird es etwas konkreter: Movie Maker (Windows) bzw. iMovie (iOS , MacOS).

Ein anderes Beispiel: Ab Seite 163 beschreibt der Autor die drei wichtigsten Veränderungen des Journalismus. Das sind: Die Bedeutung linearer Programme sinkt, das Verhältnis zwischen Journalist und Konsument ändert sich radikal und wir werden immer mobiler. Wow, das ist echt neu!

Wer sich schon jetzt intensiv mit dem Wandel im Journalismus beschäftigt, der sollte das Buch von Christian Jakubetz nicht kaufen. Interessant ist das Buch für Einsteiger , die sich bisher schwer getan haben mit dem Digital-Journalismus und die in leicht verständlicher Schreibweise einen ersten Überblick bekommen möchten.

Universalcode 2020, Content + Kontext + Endgerät, Christian Jakubetz, ISBN 978-3-86764-681-9

Hinweis: Die UVK Verlagsgesellschaft hat mir ein Exemplar des Buches als E-Book kostenfrei zur Verfügung gestellt.

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Mit welchem Tool schreiben Sie längere Texte? Ich habe dafür bislang iA Writer benutzt, aber das Programm wird leider kaum noch weiterentwickelt. Eine Alternative ist die App Ulysses, die Gastautor Benedikt Bentler hier mal als die „perfektere Schreib-App“ (im Vergleich zu iA Writer) vorgestellt hatte. Den Ausschlag zum Wechsel gab bei mir das jüngste Update, denn Ulysses 2.6 kann Texte jetzt auf Knopfdruck in den WordPress-Blog schicken – und die Funktion ist richtig gut umgesetzt.

Konzentriertes Schreiben mit Ulysses (Foto: The Soulmen)

Konzentriertes Schreiben mit Ulysses (Foto: The Soulmen)

Fast alle Blogger nutzen WordPress, aber so gut dieses Redaktionssystem auch ist, zum Schreiben längerer Texte ist die Oberfläche aus meiner Sicht ungeeignet, weil man nicht so konzentriert und ablenkungsfrei schreiben kann. Ich finde es einfach angenehmer, wenn der Bildschirm weiß ist und ich mich voll auf den Text konzentrieren kann. Das gilt besonders, wenn man einen Text auf dem iPad schreiben möchte.

Ulysses, das sei kurz erklärt, ist mehr als ein puristischer Text-Editor: Das Tool, übrigens das Werk einer Leipziger Firma, kann Texte aller Art speichern und per iCloud oder Dropbox zwischen iPad/iPhone und Mac synchronisieren. Damit könnte man glatt ein komplettes Buch schreiben und dann in verschiedenen Formaten exportieren.

Export an WordPress mit vielen Optionen

Der WordPress-Export lässt sich individuell konfigurieren (Foto: Screenshot)

Der WordPress-Export lässt sich individuell konfigurieren (Foto: Screenshot)

Ein Export-Format ist nun WordPress: Zunächst muss man die Zugangsdaten des eigenen Blogs (egal ob selbst gehostet oder bei WordPress.com angelegt) hinterlegen. Ab dann kann man jeden Text auf Knopfdruck an seinen Blog schicken und in einer übersichtlichen Maske die Kategorie, die Stichwörter und auch die Zusammenfassung (für den Teaser) schreiben. Dann noch auswählen, ob der Text direkt veröffentlicht oder im Entwurf-Modus gespeichert werden soll. Ich habe letzteres eingestellt, weil ich in der WordPress-Oberfläche noch Links zu älteren Beiträgen einbaue und den Newsletter-Hinweis am Schluss ergänze. So schmerzfrei hat das bisher keine App hinbekommen. Feines Details: Nach der Übertragung an WordPress kann Ulysses direkt die Bearbeitungsmaske des Beitrages in WordPress öffnen, um solche Anpassungen vorzunehmen.

Ein Luxus, den man sich gönnen sollte

Ulysses kostet für den Mac einmalig 45 Euro und für iOS 25 Euro. Kein Pappenstiel, aber wer professionell Texte schreiben möchte, sollte ich diesen Luxus gönnen.

Hinweis: The Soulmen hat mir zum Testen der WordPress-Schnittstelle von Ulysses eine Mac-Lizenz im Wert von 45 Euro geschenkt. Die iPad-Version für 25 Euro habe ich aus eigener Tasche bezahlt.

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Kindle Voyage - das Top-Gerät der Kindle-Reihe (Foto: Amazon.de)

Kindle Voyage – das Top-Gerät der Kindle-Reihe (Foto: Amazon.de)

Einer der Vorteile von E-Books ist es, dass man ganz einfach Notizen und Anmerkungen ergänzen kann – ohne die Buchseiten zu verunstalten. Aber wie bekommt man diese Informationen dann aus dem Kindle raus und auf den Computer, um sie zum Beispiel in Evernote zu speichern? Wer bei Google nach „Clipping Kindle“ sucht, wird schnell fündig, aber bei näherem Hinsehen kommt die Ernüchterung, denn nur ein Tool funktionierte im Test fehlerfrei.

Die Notizen werden auf dem Kindle übrigens in einer Datei „My Clippings.txt“ gespeichert, die im „Documents“-Ordner liegt. Wie man an diese Datei herankommt? Ganz einfach: Kindle an den Rechner anschließen und nach wenigen Sekunden wird er wie ein USB-Stick angezeigt. Da der Kindle nur die Notizen, aber leider nicht den Textauszug speichert, auf den sich die Notiz bezieht, muss man sich mit einem Trick behelfen: Die Textpassage markieren und dann erst eine Notiz anlegen. So wird beides gespeichert und lässt sich in den Diensten auch abrufen.

Clippings.io: Der Web-Dienst mit kostenpflichtigem Chrome-Plugin

Der erste Treffer bei Google ist Clippings.io, ein Web-Dienst für die Verwaltung von Kindle-Notizen. Nach der Anmeldung hat man zwei Möglichkeiten, um seine Notizen zu importieren: Einmal über die oben schon beschrieben „My Clippings.txt“-Datei, die man importiert. Alternativ kann man ein kostenpflichtiges Chrome-Plugin installieren das die Daten von der Amazon.com-Website holt. Letzteres klingt einfach, kostet aber 1,49 Euro im Monat. Bis dato wusste ich nicht mal, dass Chrome-Plugins mit einem Monatsabo angeboten werden – das sich automatisch verlängert!

Das Chrome-Plugin ist Pflicht, wenn man keinen Kindle besitzt, sondern nur die Kindle-App benutzt. Wer einen Kindle besitzt, sollte den kostenfreien Import direkt vom Gerät bevorzugen – auch weil es schneller geht. In meinem Test waren auf dem Kindle gemachte Notizen auch nach Stunden nicht über die Website Amazon.com für das Chrome-Plugin abrufbar. Der Import vom Kindle liefert dagegen sofort den aktuellen Stand.

Schick: Clippings.io gruppiert die Notizen nach Büchern und auf Wunsch werden die Notizen als PDF oder Word exportiert bzw. direkt an Evernote übertragen. Bei der Übertragung an Evernote kann man entscheiden, ob pro Anmerkung eine Notiz in einem neuen Notizbuch angelegt werden oder alle Anmerkungen in einer Notiz landen. Die Oberfläche spricht deutsch und sieht übersichtlich aus.

Clippings.io ist der mit Abstand beste Dienst, um Notizen aus dem Kindle zu speichern und zu ordnen.

 

Kindle Clipping Manager

Den Kindle Clippings Manager gibt es für Windows und Mac und der deutsche Autor hat nach eigenem Bekunden viele Funktionen eingebaut, die sich die Fans gewünscht haben. Doch leider ließ sich die Mac-Version auf meinem Rechner nicht installieren, weil das Entwickler-Zertifikat abgelaufen war. Ich habe Entwickler Tom Alby angemailt und gefragt, ob er dem Clippings Manager neues Leben einhauchen möchte. Antwort: Das ist aktuell nicht geplant. Daher bleibt nur, die Sicherheitseinstellungen des Mac zu ändern, um eine App ohne gültiges Entwickler-Zertifikat zu installieren. Ob die Windows-Version funktioniert, konnte ich nicht testen.

Update (19. Juli 2017): Der Dienst Clipper, den ich hier bislang auch vorgestellt habe, existiert leider nicht mehr. Ich habe den Absatz entfernt.

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Autor Julian J. Rossig (Foto: Rossig)

Autor Julian J. Rossig (Foto: Rossig)

Gut 250 Seiten hat sich Foto-Journalist Julian J. Rossig Zeit genommen für das Thema „Foto-Journalismus“, das im UVK-Verlag für 24,99 Euro erschienen ist und im Frühjahr 2014 „völlig überarbeitet“ wurde. Schade, dass das Buch trotzdem altbacken wirkt und so zum Beispiel das Wort „Smartphone“ nur dreimal vorkommt.

Aber fangen wir mit den guten Seiten an: Rossig gibt in seinem Buch viele Tipps zum Thema gute Bild-Auswahl und Vorbereitung auf einen Foto-Termin. Neben Klassikern wie „Bringe von jedem Termin stets drei Fotos mit: Eine Übersichtsaufnahme, einen Hochformates und ein wirklich gutes Bild“ erläutert der Autor auch, welche Arten von Fotos es im Journalismus gibt und worauf es da ankommt. Die Tipps sind zeitlos. Auch dem Thema Urheberrecht widmet sich Rossig, allerdings leider nur auf knapp 30 Seiten.

Fotojournalismus von Julian J. Rossig

Fotojournalismus von Julian J. Rossig

Ärgerlich finde ich, dass man bei der Lektüre zu oft merkt, dass das Buch eigentlich von 2006 stammt und merklich nicht „völlig überarbeitet“ wurde. So wird Horst Köhler in einer Bildunterzeile als Bundespräsident vorgestellt – was er aber seit 2010 nicht mehr ist. Und an mehreren Stellen findet sich der Hinweis, dass man lieber gleich auf eine Digitalkamera setzen sollte statt mit analogen Filmen zu arbeiten. Analoge Filme dürften in 2015 im Foto-Journalismus bestenfalls eine kleine Nische sein. Hier hätte ich mir ein frisches Kapitel über die Frage gewünscht, wie man mit einem Smartphone fotografieren kann, welche Grenzen so ein Taschentelefon mit Kamera mit sich bringt und welche Apps zu empfehlen sind.

Ärgerlich auch, dass das Buch an vielen Stellen langatmig ist. Kostprobe: „Wenn der Fototermin vorbei und die Bilder »im Kasten« sind, beginnt die eigentliche Arbeit des Fotojournalisten erst: Die Fotos werden am Computer ausgelesen und sortiert, dann muss eine Vorauswahl für die Redaktion getroffen und im Anschluss noch nachbearbeitet werden. Außerdem sollten die Fotos sinnvoll verortet werden, damit Sie sie bei Bedarf leicht wiederfinden. Auf Seiten der Redaktion, oft aber auch direkt vom Fotografen selbst, wird eine endgültige Fotoauswahl getroffen, die Bildzeile geschrieben und mitunter gleich der Online-Upload gestartet.

Alles in allem lohnt sich das Buch „Fotojournalismus“ von Julian J. Rossig aus meiner Sicht nur Foto-Journalisten, die ganz am Anfang stehen und lernen wollen, worauf es beim Fotografieren für eine Redaktion ankommt, welche Fehler sie vermeiden sollten und die eine technische Einführung in Themen wie Blende und Verschlusszeit brauchen. Da kann man zweifelsohne einiges lernen.

Wer sich aber für die Frage interessiert, wie sich der Foto-Journalismus in Zukunft entwickeln wird (Smartphone statt Spiegelreflex, schnelle Übertragung von Bildern statt Gang in die Redaktion) wird enttäuscht.

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Scanner-Apps wie Scannable und Scanbot.io verwandeln das Smartphone in einen erstaunlich guten Scanner für Notizen und Dokumente. Aber wie scannt man Bücher ein, um sie dann als E-Book zu speichern? Herbert Hertramph von Notieren.de („Evernote für Pfiffige“) hat eine Lösung entdeckt: Die russische iOS-App FineScanner Pro kann Bücher einscannen und dann die Seiten elektronisch glätten. Auf Wunsch werden in einem zweiten Schritt die Seiten ins E-Pub-Format umgerechnet.

Wie das genau funktioniert und wie man die App 30 Tage kostenfrei nutzen kann, erklärt Hertramph in seinem Blog-Post.

Mein Lese-Tipp: „Vergilbte Bücher in E-Books verwandeln (iOS)

Evernote kompakt - Das inoffizielle Anwenderhandbuch (Holger Reibold)

Evernote kompakt – Das inoffizielle Anwenderhandbuch (Holger Reibold)

Ich habe neulich vier Stunden über Evernote referiert und dachte, fast alles gesagt zu haben. Aber dann habe ich von Holger Reibold ein Rezensionsexemplar seines neuen Buches „Evernote kompakt“ erhalten: Auf 315 Seiten (!!!) erklärt der Autor Evernote, die Apps und die Zusatz-Tools wie Skitch und den Web Clipper in ALLEN Facetten.

Für Einsteiger und Fortgeschrittene wird Evernote auf Basis des Windows-Clients mit vielen Screenshots und Erläuterungen vorgestellt. Die mobile Nutzung mit Smartphone und Tablet sowie die Recherche innerhalb der eigenen Notizen sowie die Arbeit in Teams (mit Evernote Business) wird ausführlich erläutert.

Das Buch ist mir persönlich zu detailliert geschrieben (und verfehlt mit 315 Seiten die Beschreibung „kompakt“), aber das mag daran liegen, dass ich mich selbst intensiv mit Evernote beschäftige und viele Seiten dazu lese.

Das Buch gibt es inzwischen kostenfrei über Amazon.de zum Download für den Kindle.

Die Links zum Amazon-Shop sind so genannte Partner-Shop-Links. Journalisten-Tools erhält einen kleinen Teil des Kaufpreises als Provision.

Mehr zum Thema Evernote finden Sie in meinem gleichnamigen Themen-Schwerpunkt.

Update (9. Januar 2016): Der Verlag bietet das Buch offiziell nicht mehr an, über Amazon.de ist es jetzt kostenfrei verfügbar.

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Logo Ulysses III

Logo Ulysses III

Wenn ich einen längeren Text schreibe, dann möchte ich mich auf die Worte konzentrieren und nicht ständig dutzende Buttons und Auswahlboxen auf dem Bildschirm sehen. Ein Grund, warum ich persönlich Word oder das Mac-Pendant Pages ungern benutze. Was sind die Alternativen?

Logo Scrivener

Logo Scrivener

Für kurze Texte das Programm iA Writer (nur für Mac, hier mein Testbericht), das mir mit seiner extrem minimalistischen Oberfläche gefällt. Für längere Texte werden immer wieder Scrivener und Ulysses III genannt. Letzteres hat Gastautor Benedikt Bentler schon einmal vorgestellt. Dieser Beitrag vergleicht beide Schreib-Werkzeuge.

Die Oberfläche

Ein Blick auf die Oberfläche beider Programme (die es als Demo-Version zum kostenfreien Download gibt) offenbart einen deutlichen Unterschied: Während Scrivener sehr komplex aussieht (der Hersteller braucht 10 Minuten, um die Basisfunktionen in einem Video zu erklären), hält sich Ulysses III zurück und setzt auf einen minimalistischen Stil.

Scrivener ist ein mächtiges Tool, so sieht die Oberfläche leider auch aus. (Screenshot: Literature & Latte Ltd.)

Scrivener ist ein mächtiges Tool, so sieht die Oberfläche leider auch aus. (Screenshot: Literature & Latte Ltd.)

Dazu passt, dass Scrivener für jedes Projekt eine Datei anlegt (deren Dateinamen Sie beim Anlegen eintippen müssen), während Ulysses alle Texte automatisch verwaltet und auf Wunsch in die Apple-iCloud synchronisiert. Wer mit Scrivener an mehr als einem Rechner arbeiten möchte, muss dafür Dropbox oder einen anderen Cloud-Speicherdienst benutzen. Dafür gibt es Scrivener für Windows und Mac, während Ulysses nur für Mac verfügbar ist. Beide Hersteller arbeiten an einer iPad-Version ihrer Software. Bei Ulysses läuft gerade der Beta-Test

Ulysses hat eine aufgeräumte Oberfläche mit ein, zwei oder drei Spalten (Screenshot: Ulysses)

Ulysses hat eine aufgeräumte Oberfläche mit ein, zwei oder drei Spalten (Screenshot: Ulysses)

Die Oberfläche zeigt, dass Scrivener seit 2006 entwickelt wird und Ulysses III erst 2011 auf den Markt kam.

Lange Texte verwalten und ordnen

Beide Programme eint, dass der Schreiber alle Texte in einer Oberfläche sieht und Absätze bzw. Kapitel zusammenfassen und ggf. neu ordnen kann. Während Scrivener die einzelnen Abschnitte in Karteikarten ordnet, spricht Ulysses von Blättern, die aber auch zusammengefasst werden können. Wer ein Buch-Projekt startet, kann die Kapitel mit Scrivener in drei verschiedenen Ansichten sortieren und zu jedem Kapitel eine kurze Zusammenfassung schreiben. Hier spielt Scrivener seine Stärke aus, aber Ulysses III holt auf.

Beide Programme erlauben eine Versionierung der Texte, die über die aus Word bekannte Zurück-Funktion hinausgehen. So kann man sich jederzeit ältere Versionen eines Textes anschauen und zurückholen. Auf Wunsch kann man in beiden Tools manuell einen so genannten Snapshot ziehen, um diesen Stand zu sichern. Scrivener bietet darüber hinaus eine automatische Backup-Funktion, die beim Starten oder Schließen des Programms die Dateien als ZIP-Datei komprimiert in einem anderen Verzeichnis ablegt, das auch auf einer anderen Festplatte oder in der Dropbox liegen kann.

In Scrivener gefällt mir, dass man nicht nur seine Texte sondern auch Recherche-Dokumente (PDF, Webseiten, Videos oder Ton-Dokumente) in einem Projekt speichern kann. Auf die Weise hat man als Autor alles in einem Tool und schnell zur Hand. Ulysses erlaubt das Anhängen von PDF-Dateien, Notizen und Bildern an ein Blatt.

Ein weißes Blatt – sonst nichts

Ich persönlich möchte beim Schreiben möglichst wenig abgelenkt werden und nutze daher gerne einen Vollbildmodus, der nur ein weißes Blatt und meinen Text zeigt. Ein Grund, warum ich für längere Texte iaWriter so gerne benutze oder in WordPress den neuen Volltext-Modus.

Scrivener bietet im Vollbild-Modus verschiedene Optionen an (Screenshot: Scrivener ist ein mächtiges Tool, so sieht die Oberfläche leider auch aus. (Screenshot: Literature & Latte Ltd.)

Scrivener bietet im Vollbild-Modus verschiedene Optionen an (Screenshot: Scrivener ist ein mächtiges Tool, so sieht die Oberfläche leider auch aus. (Screenshot: Literature & Latte Ltd.)

Scrivener und Ulysses bieten beide einen Vollbildmodus an. Ulysses unterschiedet zwischen einem hellen und einem dunklen Modus (bei dem sich die Farben anpassen lassen), Scrivener bietet mehr Auswahlmöglichkeiten.

Formatierung mit Markdown

Überschriften, Fettungen und ggf. Links – viel mehr Formatierungen braucht der Journalist nicht. Hierfür eignet sich die Formatierungssprache Markdown sehr gut: Eine # vor der Überschrift und schon wird die Zeile als Überschrift erster Ordnung formatiert. Zwei ## und die Überschrift zweiter Ordnung ist formatiert. Kursiv wird mit * davor und danach, eine Fettung wird mit ** davor und danach gesetzt und eine Unterstreichung mit _ und _. Mehr Beispiele finden sich im entsprechenden Wikipedia-Beitrag.

Wem die Markdown-Befehle zu kompliziert sind, blendet die Formatierungsspalte rechts ein (Screenshot: Ulysses)

Wem die Markdown-Befehle zu kompliziert sind, blendet die Formatierungsspalte rechts ein (Screenshot: Ulysses)

Was auf den ersten Blick verwirrend klingt, erweist sich nach kurzer Zeit als extrem praktisch, weil man ohne die Hände von der Tastatur zu nehmen sofort formatieren kann. Stand jetzt versteht nur Ulysses Markdown, während Scrivener Markdown erst mit einem Zusatzprogramm unterstützt und selbst auf die klassischen Buttons und Tastaturkürzel setzt.

Wenn Ihnen die Formatierungszeichen zu kompliziert sind, zeigt Ihnen Ulysses die Optionen auf Wunsch (Tastenkombination CMD + 9) in einer Spalte rechts neben dem Text an.

Statistik

Beide Programme erlauben es, den Fortschritt der Text-Produktion in Zahlen im Blick zu haben. In Ulysses II kann man sich darüber hinaus auch Ziele setzen, also zum Beispiel eine bestimmte Anzahl an Zeichen pro Text zu schaffen.

Wie viele Zeichen ist Ihr Tagesziel? Ulysses rechnet mit. (Screenshot: Ulysses)

Wie viele Zeichen ist Ihr Tagesziel? Ulysses rechnet mit. (Screenshot: Ulysses)

Export

Beide Programme erlauben es, den fertigen Text in verschiedenen Dateiformaten zu exportieren. Ulysses II beschränkt sich aktuell auf die Formate Rich Text, PDF, HTML und ePub (für E-Books). Scrivener bietet darüber hinaus Word (in verschiedenen Versionen), OpenOffice, Kindle eBook (.mobi) und noch mehr.

Fazit

Autoren, die sich voll und ganz auf ihren Text konzentrieren möchten, sollten Scrivener und Ulysses ausprobieren. Beides sind mächtige Schreib-Werkzeuge, mit denen man auch größere Buchprojekte realisieren kann. Nicht ohne Stolz lässt Scrivener auf seiner Website viele Autoren zu Wort kommen, die ihre Bücher mit dem Programm geschrieben haben. Mir persönlich gefällt die moderne Oberfläche von Ulysses besser, aber das ist Geschmackssache. Wer einen Mac besitzt, kann sich beide Programme anschauen. Wer mit Windows arbeitet, kann die Demo-Version von Scrivener ausprobieren. Der Preis macht kaum einen Unterschied: Scrivener für Mac kostet 42 Euro, Scrivener für Windows 37,33 Euro und Ulysses III 45 Euro.

Update (8. Februar 2015): In ihrem Blog haben die Entwickler von Ulysses Version 2.0 für Mac angekündigt, die parallel zur iPad-Version erscheinen soll. Das Update wird für Bestandskunden kostenfrei sein.

Update (4. März 2015): Die Entwickler von Ulysses haben sich bei mir gemeldet und zwei Korrekturen gemeldet, die ich soeben eingebaut habe: Ulysses erlaubt es jederzeit einen Zwischenstand der aktuellen Arbeit zu speichern und kann mann Recherche-Dokumente (PDF, Bilder, Notizen) an ein Blatt anhängen. 

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Auf einer neuen Seite präsentiere ich ab sofort lesenswerte E-Books für Journalisten. Los geht’s mit drei Büchern, aber ich habe noch einige auf der Festplatte, die ich in den nächsten Wochen lesen möchte. :-)

Schreiben Sie mir bitte, wenn Sie mir ein gutes E-Book für Journalisten empfehlen wollen oder Sie gar ein eigenes E-Book veröffentlicht haben.