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Johanna Dreher hat mich vor ein paar Wochen kontaktiert und um ein Interview gebeten. Wir haben dann spätabends lange telefoniert und als ich den Text zum ersten Mal las dachte ich: Wow, das klingt wirklich nach mir. Hin und wieder hat man ja bei einem Interview das Gefühl, dass man die Sätze anders gesagt hat und alles sehr glattgebügelt klingt.

 

 

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Daniela Späth (Foto: David Studniberg)

Daniela Späth (Foto: David Studniberg)

Das Abtippen von Interviews gehört sicher zu den lästigsten Aufgaben des Journalisten. Tools wie OTranscribe und Transcribe erleichtern die Arbeit, weil man direkt im Editor die Audio-Datei mit Tastenkombinationen steuern kann. Aber erst Tools wie Trint bieten eine automatische Transkription von Texten mit anschließender Korrektur-Unterstützung an.

Daniela Späth hat Trint für Bleiwüsten.de getestet und gelobt. Ganz billig ist der Komfort aber nicht: Die Transkription kostet 16,20 Euro pro Stunde. Wer 3 Stunden pro Monat abnimmt, zahlt 45 Euro.

Mein Lese-Tipp: „Trint

Geht es um das Thema Auto kommt Ferdinand Dudenhöffer zu Wort und wenn es um die Gesundheitspolitik geht, fragen viele Redaktionen Karl Lauterbach an. Muss das sein? Ralf Kaumanns findet das nicht und hat deshalb im Januar InterviewPartner.org gestartet. Die Plattform möchte Experten und Journalisten zusammenbringen. Für Journalisten ist die Plattform kostenfrei, Experten müssen ab September 8 Euro pro erfolgreicher Vermittlung bezahlen.

„Ich werde selbst immer wieder als Experte für digitale Themen angefragt und habe dann gerne mal zurückgefragt, ob die Redaktion eine Datenbank mit Experten hat. Meinst war die Antwort nein. So entstand die Idee zu InterviewPartner.org“, berichtet Kaumanns, der hauptberuflich als Berater – vorwiegend für VDZ-Verlage – tätig ist. Interviewpartner.org ist sein Nebenbei-Projekt.

Auf den Profil-Seiten - hier das von Gründer Ralf Kaumanns - findet man Informationen zum Experten - und sein druckfähiges Bild (Foto: Screenshot)

Auf den Profil-Seiten – hier das von Gründer Ralf Kaumanns – findet man Informationen zum Experten – und sein druckfähiges Bild (Foto: Screenshot)

Seriosität ist Kaumanns, dessen Büro im Düsseldorfer Medienhafen ist, sehr wichtig: Neue Experten werden von einer Mitarbeiterin auf Echtheit geprüft und dann freigeschaltet. Jeder Experte muss ein Profil anlegen und dort seine Kompetenzfelder, seine Kontakt-Kanäle und die möglichen Interview-Formate (Telefon-, Radio- und/oder TV-Interview) eintragen. Ferner kann er ein druckfähiges Profil-Foto hochladen, das sich Redaktionen herunterladen können. Journalisten, die sich auf der Plattform registrieren, müssen ihren Presseausweis hochladen und werden dann erst freigeschaltet.  „Für Experten ist es nämlich ebenfalls wichtig zu wissen, wer eigentlich Zugang zu deren Expertenprofilen hat. Wir sind der Überzeugung, dass dies die Akzeptanz sowohl der Experten als auch der Journalisten steigert. Grundsätzlich ist uns Klasse sehr viel wichtiger als Masse.“

Obwohl die Website erst seit Januar online ist, haben sich bereits gut 1000 Experten angemeldet, 600 davon haben ihr Profil ausgefüllt und sind über die Website zu finden. Insgesamt 20 erfolgreiche Vermittlungen hat InterviewPartner.org schon registriert. „In der Startphase ist das für die Experten kostenfrei. Ab September möchten wir dann 8 Euro pro erfolgreicher Vermittlung berechnen. Für Journalisten soll das Portal kostenfrei bleiben“, so der Gründer.

Journalisten können mit Hilfe der Kompetenz-Felder den oder die Experten ausfindig machen und kontaktieren. Je nach Dringlichkeit erfolgt die Kontaktaufnahme per E-Mail oder SMS. WhatsApp würde Kaumanns gerne noch einbauen. Schon jetzt können Journalisten ihren Interview-Partner bewerten, um so Kollegen bei der Recherche zu unterstützen. Ideen hat Kaumanns reichlich: Eine App steht auf der Wunschliste, sowie kleine Erklärvideos, um die Funktionen – der schon jetzt sehr übersichtlichen Oberfläche – zu erläutern.

Lina Timm (Foto: Erol Gurian)

Lina Timm (Foto: Erol Gurian)

Weil nicht jeden Tag Republica ist, hat Lina Timm (@luisante) – hauptberuflich leitet sie das Media Lab Bayern – rund um Ostern eine Slack-Gruppe ins Leben gerufen, wo sich Digital-Journalisten aus der ganzen Welt austauschen können. Im Interview hat mir die Absolventin der Deutschen Journalistenschule erzählt, warum sie für den Austausch auf Slack setzt.

Es gibt schon unzählige Facebook-Gruppen für Digital-Journalisten. Warum jetzt also Slack?

Nach meiner Beobachtung bleiben viele Facebook-Gruppen sehr passiv: Jemand postet einen Link – zumeist zu einem eigenen Beitrag – und nur wenige Leute reagieren darauf. Zudem gehen diese Beiträge dann in der Masse der Facebook-Posts in meiner Timeline unter. Slack ist ein Chat-Tool, das die Leute viel mehr zum Austausch animiert.

Welche Themen diskutiert Ihr?

Wir haben in Slack verschiedene Kanäle eingerichtet: Audience Development, Events, Investigative, Mobile Reporting, Must Read, Snapchat und Tooltime. Diskussionssprache ist übrigens Englisch, weil wir aus anderen Ländern so viel lernen können und ich die Community daher von Anfang an international gesehen habe. Um so mehr freue ich mich, dass die aktuell 150 Teilnehmer jetzt schon aus 14 Nationen stammen.

Martin Hoffmann, ehemals Head of Social Media bei WeltN24, hatte die Idee der Weekly Challenge Zu einem bestimmten Thema sammle ich eine Woche die besten Tipps, Tools oder Links  und veröffentliche sie dann am Mittwoch in der eigenen Medium-Publikation „Digital Journalism rocks„. Im ersten Beitrag ging um 13 Social-Media-Tools, die viele nicht kennen. Diese Woche um 21 Beispiele für Audio-Storytelling.

Auch sonst dient die Community dem Austausch: Wer eine Frage hat, kann sie einfach im passenden Raum stellen und andere können reagieren.

Wer ist Deine Zielgruppe?

Einfach gesagt: Digital-Journalisten aus aller Welt. Ich richte mich in erster Linie an die Leute, die sich intensiv mit Digital-Journalismus befassen. Die haben nach meiner Beobachtung in den eigenen Häusern gar keine oder nur sehr wenige Kollegen, mit denen sie fachsimpeln können. Und deshalb macht es um so mehr Sinn, sich mit Kollegen aus anderen Häusern und anderen Ländern auszutauschen. Ohne Scheu, denn wir können so viel von einander lernen.

Wie meldet man sich an?

Über die Website www.digital-journalism.rocks kann man seine Mailadresse eintragen. Slack funktioniert nur mit direkter Einladung, deshalb schalte ich jeden nach und nach frei. Wir haben eine Warteliste, da wir organisch wachsen wollen und nicht überrannt werden. So können wir jeden Neuen willkommen heißen – es geht schließlich darum, sich kennen zu lernen und nicht (wieder) in der Masse zu verschwinden.

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Brigitte Hagedorn (Foto: Claudia Levetzow)

Brigitte Hagedorn (Foto: Claudia Levetzow)

Brigitte Hagedorn, die im Sommer schon „Das kleine Einmaleins der Audiobearbeitung mit Audacity“ veröffentlicht hatte, hat jetzt den Audio-Editor „Hindenburg Journalist“ getestet und ins Herz geschlossen: „Ein toller Editor zu einem guten Preis.“ Den Editor für Windows und Mac gibt es in einer 30-Tage-Testversion. Die Lizenz kostet dann 85 Euro pro Arbeitsplatz.

Mein Lese-Tipp: „Ein erster Blick auf den Audioeditor Hindenburg Journalist

Richard Gutjahr (Foto: Mathias Vietmeier)

Richard Gutjahr (Foto: Mathias Vietmeier)

Einmal im Jahr öffnet Richard Gutjahr seine Technik-Tasche und zeigt, welche Hardware neu dazu gekommen ist und welche er inzwischen durch bessere ersetzt hat. Da Richard ein echter Praktiker ist, lohnt sich sein jährliche Blog-Post immer als Inspiration für Journalisten, die unterwegs und mit kleinem Gepäck Videos, Töne und Bilder aufzeichnen wollen.

Mein Lese-Tipp:  „Tipps für Blogger: Meine Blogger-Handtasche 2016

 

In ein paar Jahren wird das Transkribieren eines Interviews ganz einfach: Dann kann Software jedes gesprochene Wort in jeder beliebigen Sprache erkennen und in Text umwandeln. Bis es soweit ist, brauchen Journalisten Tools wie Transcribe. Das Chrome-Tool (Firefox und Safari werden leider nicht unterstützt) ist sehr durchdacht und macht das Transkribieren von aufgenommen Audio- und Video-Dateien (Unterstüzte Formate: mp3/mp4/m4a/amr/wma/aac/wav) sehr einfach. Nach einer Testphase von sieben Tagen kostet das Programm pro Jahr 20 US-Dollar (umgerechnet rund 18 Euro).

Transcribe hat eine übersichtliche Oberfläche (Foto: Screenshot)

Transcribe hat eine übersichtliche Oberfläche (Foto: Screenshot)

Was ist das besondere an Transcribe?

Das Programm läuft komplett im Browser und lädt – nach Angaben des Anbieters – weder die Ton-Dokumente noch die geschriebenen Texte in irgendeine Cloud hoch. Ist die Audio- oder auch Video-Datei ausgewählt, kann man mit dem Schreiben beginnen: Ein Druck auf die ESC-Taste startet und stoppt den Player. Mit F1 bzw. F2 wird die Abspiel-Geschwindigkeit reduziert bzw. gesteigert und mit F3 und F4 vor bzw. zurück spulen. Mac-User müssen ihre Tastatur zunächst umstellen, damit die F-Tasten funktionieren. Wie das geht, erklärt Apple in einem deutschen Support-Dokument.

Die Auto-Loop-Funktion ist der Clou von Transcribe (Foto: Screenshot)

Die Auto-Loop-Funktion ist der Clou von Transcribe (Foto: Screenshot)

Der Clou ist die Auto-Loop-Funktion, die die Aufnahme automatisch nach X Sekunden für X Sekunden stoppt und jedes Mal ein paar Sekunden zurückspult. Die Abspiel- bzw. Wartezeit und die Zahl der Sekunden, die zurückgespult wird, lassen sich über „Settings“ einstellen. Standard sind fünf Sekunden abspielen, 5 Sekunden warten und dann 2 Sekunden zurückspulen. Hat man erstmal sein Tempo gefunden, kann man so auch längere Interviews vertexten ohne die Hände von der Tastatur zu nehmen. Und wenn es dann doch mal zu schnell oder zu langsam geht, stehen einem ja immer noch die oben genannten F-Tasten zur Verfügung.

Einen Schritt weiter geht die Diktier-Funktion: Hier muss man den gehörten Text selbst nachsprechen, um ihn dann von der Software erkennen zu lassen. Das Ergebnis der Diktier-Funktion ist erstaunlich gut, allerdings ist es ungewohnt einem Text zu lauschen und ihn gleichzeitig zu sprechen. Da bleibt zu hoffen, dass Transcribe diese Funktion weiterentwickelt um daraus eines Tages die eingangs erwähnte automatische Transkribtion zu realisieren.

Und wie nimmt man Interviews am besten auf?

Vor der Nutzung von Transcribe steht natürlich erst die Aufnahme des Interviews. Dafür habe ich eine Reihe iOS- und Android-Apps getestet und in einem Beitrag vorgestellt.

Karsten-Lohmeyer (Foto: Dan Taylor/Heisenbergmedia.com)

Karsten-Lohmeyer (Foto: Dan Taylor/Heisenbergmedia.com)

Vor rund 2,5 Jahren startete Karsten Lohmeyer (42) zusammen mit Stephan Goldmann Lousypennies.de. Thema der Site ist die Frage, wie man online Geld verdienen kann und zwar nicht nur die von Hubert Burda im Jahre 2009 spöttisch gesagten „Lousy Pennies“. Was Journalisten beim Start ihrer eigenen Website beachten müssen, hat mir Karsten in einem Interview erzählt.

Welche Journalisten interessieren sich fürs Bloggen?

Interessanterweise nicht die Jüngeren. Ich unterrichte ja auch an der Deutschen Journalistenschule und dort träumen noch viele von einer Festanstellung in der Print-Redaktion der Süddeutschen, beim Spiegel oder anderen Titeln. Wenn ich da von Bloggen spreche, werde ich verständnislos angeguckt.

In unseren Blogger-Seminaren für Einsteiger sitzen dann Leute um die 40, die schon ein paar Jahre Erfahrung im Journalismus haben. Die kennen fast immer jemanden, der schon seinen Job verloren hat oder sie merken als Freie, dass die Aufträge wegbleiben. „Ich möchte den Spaß am Schreiben wiederfinden“, hat mir eine Teilnehmerin mal gesagt. Übrigens sind es zu gut zwei Drittel Frauen, die in den Seminaren sitzen.

Warum sollten Journalisten bloggen?

Für Freie ist es eine großartige Chance, im Netz präsent zu sein und so zur Marke zu werden oder eine Medienmarke zu schaffen. Nehmen wir als Beispiel Richard Gutjahr, der mit seinem Blog selbst zur Marke geworden ist. Aber auch Festangestellte merken, dass sie mit einem Blog präsenter werden und dann auch Job-Angebote bekommen.

Für mich persönlich ist Bloggen wie Wellness: Ich schreibe, worüber ich will, wann ich will und so viel wie ich will.

Und wie wird man erfolgreicher Blogger?

Aus meiner Sicht sollte man sich vorab die Frage stellen, welches Ziel man hat. „Geld verdienen“ mit einem Blog ist ein hartes Stück Arbeit, zumal man nur bei großer Reichweite allein mit Bannern  entsprechende Umsätze machen kann. Wir sagen den Teilnehmern immer, dass jeder Blog seinen eigenen Mix finden muss: Bei Lousypennies.de ist es Sponsoring und die Blogger-Seminare, andere verdienen Geld mit einem Shop oder auch mit Amazon-Affiliate-Programmen.

Weitere Ziele ist eine bessere Vernetzung und Bekanntheit im Netz – das kann sich auch auszahlen.

Sind Online-Journalisten eigentlich im Vorteil?

Nicht zwingend. Ich bin immer überrascht, wie wenig Gedanken sich Mitarbeiter von Online-Redaktionen machen. Die recherchieren und schreiben, einige haben dann noch Themen wie SEO und Social Media auf dem Radar. Aber die Fragen, die sich ein Blogger stellen muss, stellen sie sich nicht.

Was sind das für Fragen?

Zum Beispiel die Frage, wie man relevante Reichweite aufbaut. Reichweite allein ist ja kein Ziel und ein Blog, der in seiner relevanten Zielgruppe ein paar tausend Abrufe pro Monat macht, kann sehr relevant sein. Und wenn man in seiner Nische gut platziert ist, wird man bekannt und kann mit einem richtigen Mix auch Geld verdienen.

Welche Hürden sehen die meisten Journalisten beim Bloggen?

Oh, das ist sehr unterschiedlich. In den Einsteiger-Kursen erklären wir am ersten Tag viel Technisches: Was ist WordPress? Was ist ein Hoster? Wie installiert man WordPress? Wie richtet man die Seite ein? Am zweiten Tag geht es dann mehr um die Soft-Skills. Und danach bieten wir den Teilnehmern eine geschlossene Facebook-Gruppe, um auch nach dem Seminar Fragen loszuwerden.

Wir empfehlen den Teilnehmern, auf jeden Fall zunächst ein Ziel zu definieren und ggf. auch einen Business Plan aufzusetzen. Das alles sollte schon professionell starten, wenn man erfolgreich sein möchte.

Sie möchten selbst einen Blog starten – und wissen nicht wie? In meinem Themen-Schwerpunkt „Bloggen“ finden Sie zahlreiche Beiträge zu den Themen Konzept, WordPress, Technik und Geld verdienen. Mehr zu den Seminaren von Karsten Lohmeyer und Stephan Goldmann finden Sie auf lousypennies.de.

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Mein Beitrag zu den „besten Diktiergerät-Apps für iPhone und Android“ gehört seit Monaten zu den am häufigsten angeklickten Beiträgen auf Journalisten-Tools.de. Daher halte ich stetig weiter Ausschau nach weiteren guten Diktiergerät-Apps und bin jetzt bei Qwaz Audio fündig geworden. Die App – bislang nur für iOS erhältlich – hat sehr nützliche Funktionen und kostet 4,99 Euro. Zum Testen gibt es eine kostenfreie Light-Version, die allerdings nur drei Minuten am Stück aufnimmt. Zum Testen aber ideal.

Aufnahme-Modus: Einfach, aber sehr durchdacht

Qwaz-Audio im Aufnahme-Modus (Foto: Screenshot)

Qwaz-Audio im Aufnahme-Modus (Foto: Screenshot)

Im Aufnahme-Modus fällt der große grüne Aufnahme-Knopf sofort ins Auge. Darunter zeigt die App ein paar praktische Informationen: So zeigt die App an, wie viel Minuten Aufnahme-Kapazität das Gerät noch bietet und wie lange der Akku noch hält. Droht während der Aufnahme der Strom auszugehen, kann man die Display-Helligkeit über einen Schieberegler reduzieren und so Strom sparen. Wird die Helligkeit eingestellt, wird die Rest-Akku-Zeit in Minuten angezeigt. In diesem Screen vermisse ich eine Highlight-Funktion, um während der Aufnahme besonders interessante Passagen zu markieren, um dann beim Transkribieren Zeit zu sparen.

Abspiel-Modus: Zwei Geschwindigkeiten und viele Einstellmöglichkeiten

Durch Drücken des Back-Buttons kann man zwischen Aufnahme- und Abspiel-Modus wechseln. Das erschließt sich nicht auf Anhieb. Der Abspiel-Bildschirm wirkt auf den ersten Blick überladen, weil er mit Reglern und Knöpfen vollgestopft ist. Die haben aber alle samt nützliche Funktionen:

Qwaz-Audio im Abspiel-Modus (Foto: Screenshot)

Qwaz-Audio im Abspiel-Modus (Foto: Screenshot)

  • Ganz oben die üblichen Tasten: Stop, Pause, Play und Fast-Play (fürs Abspielen mit hoher Geschwindigkeit).
  • Mit dem großen runden Regler links lässt sich in der Aufnahme – wie bei einem alten Tonbandgerät – die richtige Position finden. Ein „Doppel-Klick“ auf den Regler öffnet ein Eingabefenster, um einen Marker zu setzen. Auf die Weise kann man interessante Passagen während des Abspielens markieren und später gezielt ansteuern.
  • Mit den beiden kleinen runden Reglern wird die Abspiel-Geschwindigkeit für Play und Fast Play eingestellt.
  • Unter den drei runden Reglern finden sich drei Einstellungsschieber:
    • Sekunden, die beim Drücken der Pause-Taste zurückgespult werden sollen, um eine Passage erneut zu hören
    • Lautstärke (inklusive Möglichkeit, die Aufnahme per AirPlay auf ein anderes Gerät zu übertragen)
    • Mit der Aufnahme-Verstärkung („Gain“) lassen sich leise Aufnahmen nachträglich verstärken.
  • Hinter dem gelben Mikrofon, das so unscheinbar ganz unten auf dem Bildschirm erscheint, verbirgt sich eine Sprachsteuerung, die die Kommandos „Play“, „Pause“, „Slow“, „Fast“, „Stop“ und „Tag“ versteht. Um diese Funktion nutzen zu können, muss man ein Headset an das iPhone anschließen.

Die Möglichkeit, eine Aufnahme sehr einfach in zwei Geschwindigkeiten abzuhören ist sehr praktisch, zumal die gesprochenen Worte auch bei hohen oder langsamen Geschwindigkeiten erstaunlich verständlich bleiben. Auf die Weise kann man wichtige Passagen eines Interviews langsam abspielen und bei langweiligen Passagen die höhere Abspiel-Geschwindigkeit wählen.

Einzelne Aufnahmen lassen sich bei der Aufnahme und beim Abspielen umbenennen, um sie so leichter zuordnen zu können. Eine Aufnahme lässt sich zudem per E-Mail oder iCloud-Drive weiterreichen, um sie dann auf dem Rechner abhören zu können. Das macht angesichts der oben beschriebenen nützlichen Zusatzfunktionen der App beim Abspielen allerdings höchstens zu Archivierungszwecken Sinn.

Die Schwächen

Die Bedienoberfläche ist nicht ansprechend und hat logische Fehler, was angesichts des stolzen Preises schade ist. Wer nach dem Kauf einer 25-Euro-App nicht sofort die Vorzüge erkennt, wird sich ärgern und ggf. kurzerhand um Erstattung des Kaufpreises bitten. Hier würde ich mir ein Video wünschen, in dem der Entwickler die Funktionen erklärt. Zum Glück finden sich auf der Website des französischen Entwicklers viele Informationen zu den einzelnen Funktionen in englischer und französischer Sprache.

Fazit

Ich habe bisher keine so funktionsreiche Diktiergerät-App für das iPhone entdeckt wie Qwaz Audio. Für 5 Euro bekommt man eine sehr gute Diktiergerät-App mit Funktionen, die man sich bei jedem klassischen Diktiergerät wünscht. Und wer sich unsicher ist, kann zunächst die Light-Version testen, die parallel zur Vollversion im AppStore angeboten wird.

Hinweis: Der Entwickler Leonardo Labs hat mir für diesen Beitrag die iPhone- und iPad-App im Gesamtwert von 75 Euro über einen Apple-Promo-Code geschenkt. Der Entwickler hatte aber keinen Einfluss auf Inhalt und Umfang dieses Test-Berichts.

Update (19. Februar 2017): Als ich die iPhone-App getestet habe, kostete sie noch stolze 25 Euro. Inzwischen hat der Entwickler den Preis auf 4,99 Euro gesenkt. Die iPad-App kostet inzwischen 19,99 Euro. Ich habe den Beitrag entsprechend aktualisiert. Danke an Paul Holbach für den Hinweis in den Kommentaren.

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Julian Heck

Julian Heck

Wie verwalten Sie Ihre Aufgaben? Immer mehr Kollegen nutzen Todoist – die Aufgabenverwaltung in der Cloud. Was sind die Vorzüge, wo liegen die Nachteile? Medienjournalist Julian Heck hat meine Fragen beantwortet. Er nutzt die Premium-Version von Todoist, die 23 Euro im Jahr kostet.

Seit wann nutzt Du Todoist?

Ich nutze das Tool seit rund vier Wochen und bin sehr begeistert. Ich bin eigentlich ein sehr digitaler Mensch, aber bislang habe ich Notizen fast immer in mein Moleskine-Buch geschrieben. Seit vier Wochen lerne ich, alle Aufgaben in Todoist zu schreiben, um so strukturierter zu arbeiten.

Wie ist Todoist im Alltag?

Die Funktionen sind sehr durchdacht, die App läuft super und die Synchronisation zwischen den Geräten arbeitet fehlerfrei. Da gibt es nichts zu meckern. Mit verschiedenen Ordnern und Etiketten kann ich Aufgaben wunderbar sortieren. Jeden Morgen bekomme ich außerdem eine E-Mail mit den Aufgaben, die am Tag erledigt werden müssen.

Todoist hat eine aufgeräumte Oberfläche (Screenshot: Todoist)

Todoist hat eine aufgeräumte Oberfläche (Screenshot: Todoist)

Welche Kniffe hast Du entdeckt?

Praktisch finde ich, dass man Todoist eine E-Mail schicken kann. Die Betreffzeile ist dann die Aufgabe, der Inhalt der Mail die angehängte Notiz. Inzwischen leite ich mir E-Mails, deren Beantwortung länger dauert oder zum Beispiel aus der ein Anruf resultiert, an Todoist weiter und werde dann an die Beantwortung erinnert.

Ein anderer Trick: Ich nutze Pocket (Anmerkung der Redaktion: Eine Art digitaler Zeitungsstapel) sehr intensiv, um Texte zu speichern, die ich später lesen möchte. Nur leider quillt Pocket inzwischen über. Jetzt nutze ich den Dienst „If this then that“ (kurz IFTTT), um automatisch in Pocket gespeicherte Artikel auf meine Todoist-Aufgabenliste zu setzen. Auf die Weise werde ich eine Woche nach dem Speichern daran erinnert, dass ich den Text noch lesen wollte. Das fördert mein schlechtes Gewissen, wenn ich wieder nicht zum Lesen komme.

Was stört Dich an Todoist?

Bisher nichts. Noch habe ich zwar nicht alle Details der Software entdeckt, aber Kritik habe ich bislang keine. Das war bei Wunderlist – das ich vorher immer mal wieder ausprobiert habe – ehrlich gesagt anders.

Das all‘ Deine Aufgaben in der Cloud gespeichert werden stört Dich nicht?

Ehrlich gesagt nein. Letztlich liegen viele Daten in der Cloud und meine Aufgaben sind keine so sensiblen Daten, dass ich mir da Gedanken machen müsste.

Welche anderen Tools nutzt Du?

Ich scanne inzwischen Rechnungen und Quittungen mit Scanbot (einen Beitrag zu dieser tollen App lesen Sie hier), weil ich sie dann in der Rechnungssoftware Fastbill speichern kann. Mit Feedly versuche ich der Informationsflut Herr zu werden. Tame ist außerdem ein geniales Tool, wenn man Twitter etwas genauer unter die Lupe nehmen möchte. Mit Evernote bin ich dagegen bislang nicht richtig warm geworden. Hier warte ich noch auf den entscheidenden Tipp, damit ich wie viele andere ohne Evernote nicht mehr auskommen kann.