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Michael Scheyer

Michael Scheyer

Jüngst war Michael Schleyer als Video-Reporter auf der Zugspitze, um über die Eröffnung der neuen Seilbahn zu berichten. „Das Video habe ich mit Luma Fusion auf der Rückfahrt geschnitten“, berichtet der 37-Jährige. Früher hätte er entweder sein Notebook mitschleppen müssen oder erst abends in der Redaktion schneiden können. Michael hat lange nach einer App gesucht, mit der er Videos für Schwäbische.de sowie den regionalen TV-Sender RegioTV auf dem iPad schneiden kann. „Luma Fusion ist die erste App, die zwei wichtige Funktionen bietet: Ich kann die Tonspuren links und rechts einzeln bearbeiten und ich kann das Sender-Logo direkt einbinden.“ Zum Verständnis: Bei seinen Drehs benutzt er immer zwei Mono-Mikrofone, so dass er bei einem Ausfall des primären Mikrofons noch einen Backup-Ton hat.

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DRadioInterview hat eine sehr einfache Oberfläche. Foto: Screenshot

DRadioInterview hat eine sehr einfache Oberfläche. Foto: Screenshot

Jeder Radio-Hörer kennt das: Telefon-Interviews klingen schlecht. Aber nicht immer kann man den Interview-Partner in ein Studio holen. Wenn das Interview nicht live gesendet werden soll, verspricht die kostenfreie DRadioInterview-App von Tarik Ahmia und Hartmut Pfinzinger eine Lösung: Mit der Android-App können Interview-Partner ihre Antworten parallel zum Telefon-Interview aufzeichnen und die Audio-Datei dann per Knopfdruck an den Interviewer schicken. Aktuell ist die App noch im fortgeschrittenen Beta-Stadium, aber das soll sich im Frühjahr 2017 ändern.

Wie läuft das Interview ab?

Bevor man ein Telefon-Interview führt, bittet man den Gesprächspartner die kostenfreie App aus dem Google-Play-Store herunterzuladen. Die App-Oberfläche ist bewusst minimalistisch gehalten: Aufnahme, Stop, Wiedergabe und Senden. Zu Beginn des Interviews – das über eine separate Leitung geführt wird – drückt der Gesprächspartner die Aufnahme-Taste und spricht ganz normal. Am Ende wird die Aufnahme gestoppt und auf Knopfdruck an einen Server der Entwickler übertragen, wo sie der Interviewer mit jedem Web-Browser herunterladen kann.

„Derzeit sind alle Audio-Dateien mit einem einheitlichen PIN geschützt, aber das werden wir vor dem offiziellen Start natürlich ändern. Dann bekommt jeder Nutzer seinen eigenen Account und sieht nur noch seine Aufnahmen“, erklärt Tarik Ahmia. Er arbeitet als Redakteur beim Deutschlandradio und hat das Konzept für die App aus den Alltagserfahrungen eines Radiomachers entwickelt. Zusammen mit dem Akustik-Forscher und Programmierer Hartmut Pfitzinger, der die App „Field Recorder“ für Android entwickelt hat, möchte Ahmia so schnell wie möglich eine iOS-Version auf den Markt bringen. „Technische Basis der App ist der Field Recorder und wir glauben, das Android bei Gesprächspartnern – und um die geht es ja – sehr verbreitet ist“, erklärt Pfitzinger die Entscheidung, mit Android zu beginnen. Ob und wann eine iOS-Version auf den Markt kommt, hängt von der Frage ab, ob sich das DeutschlandRadio an den Entwicklungskosten beteiligt.

Warum ist DRadioInterview besser als eine normale Aufnahme-App

Das User-Interface ist bewusst einfach gehalten, damit der Interview-Partner die Aufnahme schnell und einfach an den Interviewer schicken kann, ohne zum Beispiel einen Dropbox-Zugang oder gar einen FTP-Zugang konfigurieren zu müssen.

Zur besseren Aufnahme-Qualität – im Vergleich zur Telefon-Leitung – trägt auch bei, dass Hartmut Pfitzinger lange Zeit Psychoakustik und digitale Signalverarbeitung an der Uni erforscht und unterrichtet hat. Seine Algorithmen optimieren die Klangqualität der Stimme schon während der Aufnahme. „Meine ganze Erfahrung steckt in der digitalen Audioverarbeitung von Field Recorder und damit auch DRadioInterview“, erklärt der habilitierte Phonetiker.

Zwar kann man bei Android – anders als bei iOS – parallel zum Telefonat die Stimme aufzeichnen, aber einige Android-Telefone reduzieren dabei die Sprachqualität auf das Niveau des Telefon-Gesprächs. Deshalb führt man das Gespräch auch nicht mit dem Android-Telefon, sondern ruft einen Festnetz-Anschluss oder ein Zweit-Handy an. Das Android-Gerät liegt während der Aufnahme vor dem Gesprächspartner und zeichnet auf. Wer öfter mit dem selben Interview-Partner spricht, kann austesten, ob dessen Android-Handy während eines Telefonats trotzdem eine gute Aufnahme-Qualität hinbekommt und dann künftig auf die separate Telefonleitung verzichten.

Wie geht’s weiter?

Finanziert wurde das Projekt vom Deutschlandradio Lab, einem Think-Tank für digitale Strategien innerhalb des Deutschlandradios. Derzeit nutzen rund 150 Journalisten – vorwiegend aus der ARD – die App, aber das soll sich bald ändern: Im Frühjahr 2017 soll die App aus dem Beta-Stadium rauskommen und frei verfügbar sein. Dann ist es für die beiden Macher auch denkbar, eigenständige Apps für Radio-Sender zu entwickeln, die diese Interview-Partner anbieten können.

So werden Sie Testnutzer der App

Interessierte Radio-Journalisten, die die App für Ihre Arbeit nutzen möchten, können sich mit einer Mail an support@dradiointerview.de kostenlos als Testnutzer registrieren lassen.

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Das Buch Podcasting zeigt alle Facetten des Themas. Foto: Cover

Das Buch Podcasting zeigt alle Facetten des Themas. Foto: Cover

Wie kann man eine Zielgruppe ansprechen, die immer weniger Zeit zum Lesen hat? Ein Kanal, der noch lange kein Mainstream ist: Podcasts, also Audio-Sendungen, die man bequem auf dem Smartphone oder dem Computer hören kann – wann man möchte. Quasi Radio on Demand. Eine sehr gute Einführung in das Thema Podcasting liefert das gleichnamige Buch von Brigitte Hagedorn (@audiobeitraege).

Wer mit dem Gedanken spielt, einen eigenen Podcast zu veröffentlichen, hat viele Fragen: Welche Technik brauche ich? Wie manche ich den Podcast bekannt? Welche rechtlichen Dinge gibt es zu beachten und wie kann man mit dem Podcast Geld verdienen. Diese und viele weitere Fragen beantwortet Hagedorn in ihrem rund 230 Seiten umfassenden Buch, das im MITP-Verlag erschienen ist und auf Papier 19,99 Euro kostet. Beim Verlag selbst bzw. bei Amazon gibt es das Buch für 3 Euro weniger auch digital – in den Formaten ePub, PDF und eben Kindle.

Gut gefallen haben mir am dem Buch zwei Dinge: Brigitte Hagedorn hat für ihr Buch einen sehr strukturierten Aufbau gewählt, der alle Facetten berücksichtigt und man merkt ihr an, dass sie Praxis-Erfahrung hat. So gibt sie ihren Lesern den Tipp, sich nicht nur Gedanken über die Themen der ersten Podcast-Folge zu machen, sondern auch über den Inhalt weiterer Sendungen, damit der neue Podcast nicht nach wenigen Ausgaben jäh endet.

Brigitte Hagedorn (Foto: Claudia Levetzow)

Brigitte Hagedorn (Foto: Claudia Levetzow)

In einigen Kapiteln hat sie am Schluss ein Interview mit einem Experten zu dem Thema eingebaut. Was in einem Buch eher unüblich ist, lockert den Text hier gut auf und erlaubt es ihr Praxis-Tipps aus der Perspektive eines Dritten einzubauen. Hier hätte ich mir als Leser ein Foto des Interview-Partners gewünscht, um die Person zu sehen, die mir konkrete Tipps gibt.

Vermisst habe ich konkrete Empfehlungen zur Technik, mit der man einen Podcast produzieren kann. Sie beschreibt zwar ausführlich die Software zum Schneiden (Audacity, Hindenburg Journalist) und Veröffentlichen von Podcasts (PodLove, Soundcloud …), aber es fehlen konkrete Tipps, welches Mikro gut ist und welche Smartphone-App für unterwegs geeignet ist.

Hinweis: Der MITP-Verlag hat mir ein Exemplar des Buches als Rezensionsexemplar geschenkt. 

Universalcode 2020 (Foto: Cover)

Universalcode 2020 (Foto: Cover)

Das neue Buch von Christian Jakubetz verspricht viel: Den Universalcode für den Journalismus im Jahr 2020 möchte uns der Autor präsentieren. Auf 200 Seiten beschreibt der Redaktionsberater, welche Möglichkeiten der Digital-Journalismus bietet und wie Videos, Bilder und Töne besser werden bzw. wie Social Media und Mobil Reporting funktionieren. Leider geht das Buch an vielen Stellen zu wenig in die Tiefe, so dass sich der Kauf (24,99, unter anderem bei Amazon.de) in erster Linie für Einsteiger in den Digitalen Journalismus lohnt.

Anders als die erste Fassung von Universalcode aus dem Jahre 2014 hat Jakubetz diesmal fast komplett auf Gastautoren verzichtet. Ich persönlich finde das schade, denn so bekommt man nur seine Sicht auf die Zukunft – und keinen Chor mit jeweils eigenem Blickwinkel. Einzige Ausnahme ist ein Kapitel, in dem der Bayrische Rundfunk darstellen kann, wie „Journalismus 3.0“ funktionieren soll. Aber warum kommt nur der BR zu Wort?

Nach einer Einführung in den Digital-Journalismus (Jakubetz spricht bewusst nicht von Online-Journalismus) bespricht er die einzelnen Darstellungsformen Text, Video, Audio, Foto und erklärt, wie Echtzeit-, Social- und Mobil-Journalismus funktionieren. Hier hätte ich mir entschieden mehr Tiefgang gewünscht: Statt auf vier Seiten die Dateiformate von Videos zu beschreiben, hätte ich gerne mehr praktische Tipps und App-Empfehlungen gelesen. Stattdessen empfiehlt Jakubetz im Kapitel „Das Video-Equipment“ auf knapp 3 Seiten, dass man immer ein Stativ und ein gutes externes Mikrofon benutzen soll. Konkrete Produkte oder Marken werden nicht genannt. Nur beim Thema Schnittprogramme wird es etwas konkreter: Movie Maker (Windows) bzw. iMovie (iOS , MacOS).

Ein anderes Beispiel: Ab Seite 163 beschreibt der Autor die drei wichtigsten Veränderungen des Journalismus. Das sind: Die Bedeutung linearer Programme sinkt, das Verhältnis zwischen Journalist und Konsument ändert sich radikal und wir werden immer mobiler. Wow, das ist echt neu!

Wer sich schon jetzt intensiv mit dem Wandel im Journalismus beschäftigt, der sollte das Buch von Christian Jakubetz nicht kaufen. Interessant ist das Buch für Einsteiger , die sich bisher schwer getan haben mit dem Digital-Journalismus und die in leicht verständlicher Schreibweise einen ersten Überblick bekommen möchten.

Universalcode 2020, Content + Kontext + Endgerät, Christian Jakubetz, ISBN 978-3-86764-681-9

Hinweis: Die UVK Verlagsgesellschaft hat mir ein Exemplar des Buches als E-Book kostenfrei zur Verfügung gestellt.

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Wenn der Gesprächspartner nicht im Studio sitzt, ist das Telefon die einfachste und schnelle Möglichkeit, trotzdem ein Ton-Interview aufzunehmen. Aber die Klangqualität ist nicht berauschend und der Radiohörer wird sofort mitbekommen, dass Sie ein Telefoninterview geführt haben.

Neal Augenstein hat auf seiner Website einen einfachen Trick verraten: Wenn das Telefoninterview nicht live geführt wird, bitten sie ihren Gesprächspartner das Interview mit seinem Smartphone parallel zum Telefonat aufzunehmen und ihnen im Anschluss das Tondokument zu mailen. So können Sie im Nachhinein die Antworten des Gesprächspartner in deutlich besserer Qualität direkt am Rechner verarbeiten.

Für das iPhone mit iOS7 hat Neal ein einfaches Video produziert, das man Gesprächspartnern vorab mailen kann: