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Twibble Logo

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Keine Frage, einen Twitter-Account sollte man idealerweise händisch befüllen, um mit Usern in einen Dialog zu treten und nicht nur eine Link-Schleuder zu sein. Dafür helfen Tools wie Buffer, Hootsuite oder auch das Twitter-eigene Tool Tweetdeck. Aber bevor Ihr Twitter-Account verweist, sollten Sie ihn besser doch automatisch befüllen. Ein sehr mächtiges Tool hierfür ist der kostenfreie Dienst Twibble.io.

Die Anmeldung bei Twibble.io setzt einen Twitter-Account voraus. Nach dem erstmaligen Login mit eben diesem wird die eigene E-Mail-Adresse abgefragt und los geht’s: „Add New Feed“ anklicken und schon kann man sehr umfangreich konfigurieren, was mit den neuen Beiträgen im RSS-Feed passiert. Bestenfalls alle 15 Minuten prüft Twibble.io, ob im RSS-Feed neue Nachrichten stecken. Für jeden Wochentag (oder für alle Tage gleich) kann man einstellen, wann neue Beiträge getwittert werden. So macht es Sinn, nachts keine Tweets zu veröffentlichen und sich auf die Tageszeiten zu konzentrieren. Um nicht jeden neuen Beitrag im RSS-Feed zu posten, kann man Suchwörter definieren, die im Titel oder der URL des Beitrages erscheinen bzw. nicht erscheinen. Und damit automatische Tweets einigermaßen natürlich aussehen, kann man eine Verzögerung zwischen Veröffentlichung des Beitrages und Tweet einstellen.

Das Einlesen und Posten von Beiträgen lässt sich gezielt steuern. Foto: Screenshot

Das Einlesen und Posten von Beiträgen lässt sich gezielt steuern. Foto: Screenshot

Um den Tweet attraktiver zu machen, übernimmt Twibble.io auf Wunsch Bilder aus dem Beitrag und setzt Hashtags. Die Klicks auf einen getwitterten Link kann man entweder mit dem Twibble.io-eigenen Dienst tracken oder mit bit.ly.

Twibble.io ist in der Basis-Version kostenfrei. In dieser kann man allerdings nur einen Twitter-Account und fünf RSS-Feeds einrichten. Jeder Tweet bekommt zudem den Zusatz „| twibble.io“. Wer das nicht möchte oder mehr Twitter-Accounts bzw. mehr RSS-Feeds nutzen möchte, kann für 10 US-Dollar im Monat die Pro-Version buchen. In dieser kann man bis zu 10 Twitter-Accounts und bis zu 60 RSS-Feeds einrichten. Diese Feeds werden bestenfalls alle fünf Minuten auf neue Inhalte hin überprüft. In der kostenfreien Version findet die Überprüfung bestenfalls alle 15 Minuten statt. Wem das nicht reicht, soll die Entwickler kontaktieren und bekommt ein individuelles Angebot. Bezahlt wird der Account per Kreditkarte. Paypal oder andere Dienste werden aktuell nicht unterstützt.

Übrigens: Wer neue Meldungen nicht automatisch twittern möchte, dem möchte ich Buffer ans Herz legen. Das Tool ist super, um bei kleiner Mannschaft ständig Leben in der Twitter-Timeline zu haben, denn man kann mehrere Tweets in eine Warteschleife schicken, von der dann zu einstellbaren Zeiten der oberste Beitrag getwittert wird. Wer seinen RSS-Feed bei Buffer einbindet, kann neue Nachrichten fast auf Knopfdruck in die Warteschleife schicken und dort neu sortieren.

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Homepage von Bufferapp.com

Homepage von Bufferapp.com (Foto: Screenshot)

Jeden Tag das selbe Problem: Ich lese meine Twitter- oder Facebook-Timeline oder surfe durchs Netz und findet tolle Inhalte, die ich Ihnen, meinen Followern und Facebook-Freunden, empfehlen möchte. Das Dilemma: Poste ich dann mehrere Beiträge auf Twitter und Facebook mit Lese-Tipps auf einmal, ist das für Sie nervig. Jeden Beitrag einzeln vorzubereiten und bei Twitter (via Tweetdeck) oder Facebook auf einen Zeitpunkt in der Zukunft zu programmieren, ist auf Dauer zu aufwändig. Der Grund, warum ich bislang auf Facebook und Twitter nur selten Artikel auf fremden Seiten empfehle.

Buffer könnte mein Problem lösen

Auf der Suche nach einem geeigneten Tool, um mein Problem zu lösen, habe ich Buffer entdeckt: Damit lassen sich Beiträge für die wichtigsten Social-Media-Kanäle in eine Warteschlange schicken, die zu einstellbaren Uhrzeiten verarbeitet wird. Dann wird der jeweils oberste Beitrag automatisch veröffentlicht. In der kostenfreien Version von Buffer lassen sich ein Facebook-, ein Twitter-, ein Google-Plus-Account, ein LinkedIn- und ein Appnet-Account verbinden und bis zu zehn Beiträge in die Warteschlange schicken. Für 10 US-Dollar im Monat (umgerechnet rund 8 Euro) bzw. 102 US-Dollar im Jahr (umgerechnet rund 82 Euro) kann man den „Awesome-Tarif“ buchen und dann unbegrenzt bis zu 100 Beiträge in die Warteschlange schicken und bis zu 25 Accounts pro Social-Media-Dienst anlegen. Damit eignet sich der Dienst gut für Redaktionen, die mehr als einen Twitter- oder Facebook-Account befeuern wollen.

So kommen meine Beiträge in die Warteschlange

Ein kostenfreies Browser-Plugin (erhältlich für Chrome, Firefox und Safari) macht das Posten eines neuen Beitrages auf Knopfdruck möglich. Bei jedem Beitrag kann ich in einem Fenster auswählen, ob er in alle oder nur in bestimmte Kanäle gepostet wird und ob er sofort veröffentlicht wird, oder in der Warteschlange gespeichert wird. Für Postings, die in die Warteschlange wandern, bietet Buffer zwei Optionen: An die erste Position oder an die letzte Position der Warteschlange. Selbstredend kann man die Warteschlange jederzeit abrufen und die Beiträge neu sortieren bzw. ausgewählte löschen.

Aufgeräumte Oberfläche von Buffer (Foto: Screenshot)

Aufgeräumte Oberfläche von Buffer (Foto: Screenshot)

Dienste wie der RSS-Reader Feedly oder der digitale Zeitungsstapel Pocket verbinden sich auf Wunsch mit Buffer und ermöglichen es so, Beiträge in die Warteschlange zu schicken. Dank der inzwischen verfügbaren iOS- und Android-App von Buffer kann man seine Warteschlange auch mobil bearbeiten oder Beiträge aus anderen Apps in die Buffer-Warteschlange schieben.

Im kostenpflichtigen Awesome-Tarif kann man in der Buffer-Oberfläche auch RSS-Feeds eintragen, deren Inhalte man dann leicht in die Warteschlange schieben kann. Da diese RSS-Funktion nicht den eigenen RSS-Reader ersetzt, macht die Funktion aus meiner Sicht nur eingeschränkt Sinn.

Buffer wertet den Erfolg der Beiträge aus

Schon in der kostenfreien Version bietet Buffer eine Analyse-Funktion an, die auf der einen Seite die Zahl der Social-Media-Anhänger (Follower oder Freunde) in einer Kurve darstellt und auf der anderen Seite anzeigt, wie erfolgreich die einzelnen Beiträge waren. Auf die Weise kann man seinen Erfolg in den Sozialen Netzwerken steigern.

Voraussetzung für die Klick-Messung der Beiträge ist die Nutzung eines Linkverkürzers. Buffer bietet einen eigenen Dienst an, alternativ kann man Bit.ly (auch in der Pro-Version) benutzen. Leider wird der von mir auf seblink.de eingesetzte Dienst Yourls nicht unterstützt.

Was sind die Nachteile

Auf Anhieb habe ich vier Nachteile entdeckt:

  • Wenn man einen neuen Beitrag veröffentlicht, zeigt Buffer nicht die aktuelle Warteschlange an. Das würde bei der Einordnung der nächsten Beiträge helfen.
  • Und wenn Buffer schon auswertet, wann die eigenen Beiträge besonders erfolgreich sind, wäre eine automatische Steuerung der nächsten Beiträge der aus meiner Sicht logische nächste Schritt.
  • So praktisch es auch sein mag, einen identischen Beitrag auf Twitter, Facebook und Google Plus zu posten, so langweilig ist es für die User. Jeder Social-Media-Experte empfiehlt, für jedes Netzwerk einen eigenen Beitrag zu formulieren. Allein, weil Twitter nur 140 Zeichen erlaubt, Facebook und Google Plus aber deutlich mehr.
  • Social Media ist keine Einweg-Kommunikation und man sollte deshalb nicht nur plump Links posten, sondern auf die Leser reagieren. Hierbei unterstützt Buffer den User leider nicht.

Was sind Alternativen

Eine sehr mächtiges Social-Media-Tool ist Hootsuite, das in der kostenpflichtigen Pro-Version 10 Euro im Monat kostet und damit auf dem Niveau des Awesome-Tarifs von Buffer liegt. Hootsuite ist aber viel mehr als ein „Warteschlangen-Service“ und bietet unter anderem die Möglichkeit sehr viel leichter auf Beiträge der User zu reagieren.

Ich werde Buffer in den nächsten Wochen intensiv testen und berichten, wie das Tool in der Praxis funktioniert. Sie benutzen Buffer schon? Dann schreiben Sie doch bitte, wie Ihre Erfahrungen sind und was Sie an Buffer vermissen.

Auf der Suche nach den 10 besten Journalisten-Tools hat mich Simon Hurtz auf den RSS-Reader Inoreader aufmerksam gemacht, den ich heute vorstellen möchte.

Hand aufs Herz: Wissen Sie, was ein RSS-Feed ist? Wenn die Antwort nein lautet, empfehle ich meinen Einsteiger-Beitrag „Personalisierte Nachrichten mit Feedly und Flipboard„. In der Kurzform: Wer keine Lust hat, jeden Morgen mehrere Internet-Seiten auf der Suche nach Neuigkeiten abzuklappern, kann die RSS-Feeds dieser Seiten mit einem RSS-Reader abonnieren und bekommt so – ähnlich wie beim Posteingang – alle neue Nachrichten angezeigt. Idealerweise benutzt man einen RSS-Reader in der Cloud, um so von unterschiedlichen Geräten jederzeit auf seine Nachrichten zugreifen zu können.

Die Basis-Funktionen von Inoreader sind kostenfrei und beinhalten – anders als bei Feedly – auch eine Volltextsuche. Ferner gibt es von Inoreader kostenfreie Apps für iOS und Android, so dass man seine Feeds bequem auch mobil lesen kann. Alternativ kann die unabhängige iOS- und Mac-App Reeder mit einem Inoreader-Account sprechen.

Großer Vorteil für Einsteiger: Inoreader ist cloudbasiert und man kann sich deshalb ganz leicht mit E-Mail-Adresse und Kennwort registrieren bzw. seine Facebook- oder Google-Kennung benutzen. RSS-Reader wie Feedafever (den benutze ich) müssen auf einem eigenen Webserver installiert werden, was eher was für Profis ist.

Zum Start fragt Inoreader nach, ob man erste Feeds abonnieren oder eine OPML-Datei importieren möchte. OPML ist ein Dateiformat, in dem alle RSS-Feed-Abos gespeichert werden, um mit all seinen Abos zu einem anderen RSS-Reader umzuziehen. Innerhalb weniger Minuten konnte ich so meine RSS-Feed-Abos aus Feedafever in Inoreader importieren. Ab dann läuft vieles automatisch: Für jeden Feed ermittelt Inoreader, wie oft er neue Inhalte enthält und ruft den Feed entsprechend häufig ab. Auf Wunsch kann man einzelne Feeds höher priorisieren, so dass sie künftig alle 10 Minuten abgerufen werden. Wer Inoreader kostenfrei benutzt, kann dies nur für einen Feed einstellen. Wer zahlt, kann je nach Paket fünf oder zehn Feeds höher priorisieren. Sehr fair: Hat ein anderer User von Inoreader einen Feed bereits höher priorisiert, bekommt man diesen Feed kostenfrei mit höherer Priorität angezeigt.

Auf der Startseite zeigt Inoreader nach meinem Geschmack unübersichtlicher als Feedly die Liste der Feeds und dahinter die Zahl der ungelesenen Beiträge an. Schön gemacht: Inoreader zeigt unten rechts  an, wenn einer der abonnierten Feeds kaputt ist, weil zum Beispiel die Website nicht mehr existiert. Die Oberfläche lässt sich auf Wunsch unter Einstellungen (Klick auf das Zahnrad oben rechts) auf Deutsch umschalten.

Share-Funktion von Inoreader (Foto: Screenshot)

Share-Funktion von Inoreader (Foto: Screenshot)

Toll finde ich bei Inoreader die Liebe zum Detail: So kann man nicht nur RSS-Feeds abonnieren, sondern auch Twitter-Suchen. Auf diese Weise kann man Stichwörter bei Twitter überwachen und in der selben Oberfläche abrufen wie seine RSS-Feeds. Inoreader wird damit zu einer Informationszentrale. Schick auch die zahlreich angebotenen Dienste, um einen Beitrag anderen Usern zu empfehlen. Die Liste ist schier endlos und lässt sich sehr leicht konfigurieren, so dass nur noch die Dienste angezeigt werden, die man nutzt. Die ersten drei Dienste werden mit Icon direkt im Beitrag angezeigt. Der Rest erscheint auf Knopfdruck. Benutzen Kollegen auch Inoreader, kann man sich gegenseitig  Artikel empfehlen.

Auf Wunsch lassen sich Inhalte aus dem RSS-Feed auch direkt zu Pocket oder Evernote zwecks Archivierung schicken bzw. als PDF herunterladen. Hierzu muss man die Verbindung zu Pocket und Evernote einmalig unter Einstellungen einschalten.

Wer sich intensiv mit seinem RSS-Reader beschäftigt, wird die Möglichkeit zu schätzen wissen, das Tool mit Tastaturkürzeln zu bedienen. Auch das bietet Inoreader:

Inoreader lässt sich auch mit der Tastatur steuern (Foto: Screenshot)

Inoreader lässt sich auch mit der Tastatur steuern (Foto: Screenshot)

Wie eingangs erwähnt, ist Inoreader nur in der Basis-Version kostenfrei. Wer mehr Funktionen nutzen möchte, zahlt 2,99 bzw. 4,99 US-Dollar im Monat bzw. 29,99 oder 49,99 US-Dollar im Jahr. Umgerechnet also 24 bzw. 40 Euro. Zum Vergleich: Feedly kostet 5 US-Dollar im Monat bzw. 45 US-Dollar im Jahr. Und eine Lizenz von Feedafever schlägt einmalig mit 30-US-Dollar zu Buche, weil die Software dann auf einem Webserver – zum Beispiel parallel zur eigenen Website – läuft.

Das Preismodell von Inoreader (Foto: Screenshot)

Das Preismodell von Inoreader (Foto: Screenshot)

Fazit

Inoreader macht als RSS-Reader einen guten Eindruck und das Preismodell ist fairer als bei Feedly, wo es nur einen kostenpflichtigen Tarif gibt. Wer sich schnell einen Nachrichtenüberblick verschaffen möchte, sollte einen RSS-Reader ausprobieren und Inoreader ist mit seinem kostenfreien Basic-Account eine gute Wahl.

Cloud-Dienste wie Inoreader und Feedly haben bei allem Komfort einen entscheidenden Nachteil: Stellt der Anbieter seinen Dienst ein oder schränkt plötzlich die Leistung ein, ist man als Kunde gekniffen. Wer stattdessen einmal in eine Feedafever-Lizenz informiert und das Tool dann selbst hostet, hat dieses Risiko nicht.

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