Hand aufs Herz: Wie viele E-Mails haben Sie in Ihrem Posteingang aktuell? Wenn Sie nicht gerade Zero Inbox praktizieren (was das ist, habe ich hier erläutert) werden es vermutlich hunderte oder gar tausende sein. Das Online-Tool Mailstrom.co kann Ihnen helfen, diese E-Mail-Flut wieder in den Griff zu bekommen.

Mailstrom analysiert alle E-Mails in Ihrem Posteingang und sortiert sie schön übersichtlich:

  • So können Sie auf einen Blick alle E-Mails eines Absenders auflisten lassen
  • E-Mails können Sie auch nach Größe sortieren, um so die größten E-Mails im Posteingang zu löschen
  • Wenn Mailstrom einen Newsletter erkennt, bietet er Ihnen auf Knopfdruck an, Ihre Adresse dort abzumelden.
  • Mails von Shopping-Anbietern und Social-Media-Diensten werden in einer eigenen Gruppe angezeigt. In der Regel kann man diese Benachrichtigungen getrost löschen.
  • Eine andere Ansicht auf das Postfach zeigt, wann welche E-Mail empfangen wurde. Auf die Weise kann man bequem ältere Monate komplett löschen.
  • Mails, die zu einem späteren Zeitpunkt wichtig werden, kann man auf Wiedervorlage setzen.

Im Test mit einem recht großen GMail-Postfach funktioniert Mailstrom sehr schnell: Binnen Sekunden wurden tausende E-Mails analysiert und dann übersichtlich angezeigt. Ist das Postfach größer, informiert Mailstrom auf Wunsch per E-Mail, wenn die Analyse abgeschlossen ist.

Mailstrom zeigt alle E-Mails übersichtlich an (Foto: Screenshot)

Mailstrom zeigt alle E-Mails übersichtlich an (Foto: Screenshot)

Unbegrenzte Nutzung kostet rund 4 Euro im Monat

Um Mailstrom benutzen zu können, müssen Sie dem Online-Dienst Zugriff auf Ihr E-Mail-Postfach geben. Das geht über das Protokoll IMAP, das fast alle E-Mail-Anbieter unterstützen. Beim ersten Zugriff lädt Mailstrom die ersten 5000 E-Mails im Posteingang und analysiert sie. In der kostenfreien Version können Sie maximal 25 Prozent Ihrer E-Mail bearbeiten, also löschen oder in einen Ordner verschieben. Für 4,95 US-Dollar im Monat (umgerechnet rund 4 Euro) oder 39,95 US-Dollar im Jahr (umgerechnet rund 32 Euro) können Sie unbegrenzt viele E-Mails untersuchen und bearbeiten.

Beim Zugriff auf Ihr Postfach werden nach Angaben des Herstellers nur die Meta-Daten (also Absender, Empfänger, Betreff, Zeitpunkt des Versands) geladen, aber nicht die eigentliche Nachricht. Diese wird laut FAQ nur vom Mailserver geladen, wenn Sie die E-Mail in Mailstrom aufrufen.

Zugriff auf sehr persönliche Daten

Der Zugriff auf das Postfach und die Übertragung der Meta-Daten an die Mailstrom-Server ist aus meiner Sicht der Knackpunkt. Man gewährt Zugriff auf sensible Daten und muss darauf vertrauen, dass der Anbieter diesen Zugriff später nicht benutzt. Gemildert wird meine Sorge dadurch, dass Mailstrom von namhaften US-Medien empfohlen wird und ein klares Geschäftsmodell hat. Der Service ist kostenpflichtig.

Wer keine Lust hat, sein überquellendes Postfach mühsam von Hand aufzuräumen, wird von Mailstrom begeistert sein. Schneller und bequemer kann man ein Postfach wohl kaum entrümpeln. Einen Tod muss man sterben.

1 Antwort
  1. Redaktionsbüro Althof sagte:

    In Bezug auf Datenschutz und Unternehmenskommunikation sehe ich das auch kritisch. Sicherer ist es uns, Mailfilter in einem Programm wie etwa Thunderbird einzurichten. Einmal definiert räumen diese AUTOMATISCH unser Postfach auf und sortieren z.B. Pressemitteilungen in den richtigen Themenordner, belassen anderes Wichtiges im Posteingang, verschieben vorher Definiertes in einen Löschordner.
    Die hier an anderer Stelle (Zero Inbox) vorgeschlagene Option, alles in ein Archiv zu speichern und dann die Suche bzw. intelligente Suchordner zu nutzen, ist auch eine Möglchkeit, allerdings sparen wir uns bei der Filtermethode die Suche, was bei den Archivmengen schon etwas ausmacht.

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