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Tickaroo – eine wunderbare Zweckentfremdung


Christian Rothmund (Foto: Katrin Rothmund)

Christian Rothmund (Foto: Katrin Rothmund)

Gastautor Christian Rothmund (38), leitet seit 2010 gemeinsam mit Matthias Oberth nordbayern.de, das Portal von Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung. Neben seiner Funktion als Chef der Online-Redaktion ist er auch zuständig für die Produktentwicklung digital im Verlag und arbeitet dabei eng mit der Entwicklungsabteilung von kicker.de zusammen.

Warum nicht mal da nachschauen, wo das Ganze begonnen hat? Seine Ursprünge hat das Liveblogging bekanntermaßen in der Sportberichterstattung. Bei nordbayern.de und kicker.de haben wir uns vor einigen Monaten dafür entschieden, einen Sportticker als Liveblog-Tool zu zweckentfremden. Ein Trainingslager und mehrere Testspiele später haben wir damit jetzt Turnierform erreicht.

Die Story dahinter

Tickaroo-Gründerin Naomi Owusu (Foto: www.mattundglaenzend.de)

Tickaroo-Gründerin Naomi Owusu (Foto: www.mattundglaenzend.de)

Angefangen hat die Geschichte – wie so oft in Bayern – mit einer Kabinenparty. Eigentlich hatte das Team von Tickaroo mit seinen Apps Amateursportlern ein schlichtes Werkzeug an die Hand geben wollen, um Fußballspiele, Tischtennisturniere oder Kegelpokale tickern zu können. Quasi als Notanker für nicht bedachte Sportarten hatten die Regensburger Entwickler die Option „Sonstige Sportevents“ eingebaut.

„Auf einmal haben die User angefangen, damit von ihren Vereinsfeiern zu bloggen“, erzählt Naomi Owusu (33), Gründerin und Geschäftsführerin von Tickaroo. Eine Anwendung, die so intuitiv ist, dass auch Kreisklassenfußballer kurz vor Mitternacht noch von der Weihnachtsfeier zielgenau damit tickern können, war dann auch genau das Werkzeug, das wir gesucht haben, um unsere Zeitungsredakteure davon zu überzeugen, dass Liveblogging Spaß machen kann. Da wir bereits in anderen Projekten erfolgreich mit der Agentur kooperiert hatten, haben wir Tickaroo in dem Bestreben gestärkt, das Tool zu einem kompletten Liveblog-Werkzeug auszubauen.

So funktioniert’s

Bedient wird der Tickaroo-Ticker wahlweise über eine native Smartphone-App (für Android und iOS verfügbar, beide sollen noch im Frühjahr einen Relaunch verpasst bekommen) oder ein komfortables Web-Backend. Bisher haben wir bei nordbayern.de und kicker.de meist beide Möglichkeiten kombiniert eingesetzt. Während die Reporter vor Ort mit der App arbeiten, kümmert sich ein Kollege in der Redaktion um die Einbindung von Social-Media-Content und Agentur-Material.
Die Administration erfolgt über das übersichtliche Tickaroo-Web-Backend.

Die Administration erfolgt über das übersichtliche Tickaroo-Web-Backend.

Unterm Strich kann der Tickaroo-Ticker annähernd das, was Scribble Live auch bietet. Automatisierte Chronologie, Text, Bilder/Slideshows, Videos sowie die Einbindung von Twitter, Instagram, Youtube, Vimeo und sogar Spotify-Playlists. Auch das immer beliebter werdende Video-Tool Vine haben wir via Twitter erfolgreich einbinden können. Ein optionales „Scoreboard“ erlaubt zudem die klassische Verwendung als Sportticker. Probleme machen aktuell noch Facebook-Posts. „Wir scheuen uns ein bisschen davor, weil uns die Kollegen aus Menlo Park das mit ihrem SDK nicht ganz leicht machen“, sagt Tickaroo-Chefin Naomi, sie möchte aber zumindest das Einbinden von Fanpage-Posts in kürze ermöglichen.
Ebenfalls in diesem Frühjahr will Tickaroo den Multi-User-Ticker launchen, mit dem es dann auch möglich sein wird, andere Anwender zum eigenen Ticker einzuladen, um einen Liveblog mit mehreren personalisierten Reportern zu bestreiten. Da App und Web-Backend frei verfügbar sind, könnte man bei Großereignissen also auch Ticker mit User-driven Content anbieten.

So viel Technik muss sein

Die Einbindung des Tickers in die eigene Website erfolgt asynchron über ein Javascript-Snippet. Die API-Dokumentation ist auf drei Din-A-4-Seiten zusammengefasst. Und mehr braucht es auch nicht. Im via AJAX ausgelieferten HTML sind wenige CSS-Klassen definiert, die vom Designer der ausgebenden Website in der jeweiligen CI beliebig angepasst werden können. Bei nordbayern.de haben wir Polopoly als CMS im Einsatz. Hier haben wir ein Modul gebaut, in dem der Redakteur die Ticker-ID und einige Parameter einstellen kann. Das Modul platziert er dann wie eine Slideshow im Artikel.
Unabhängig vom CMS sollte die Einbindung sicher nicht mehr als 1-2 Entwickler-Tage in Anspruch nehmen.

Jetzt geht’s ums Geschäft

Ihre „Spielerfahrung“ haben die meisten Softwareentwickler von Tickaroo bei der Agentur Kupferwerk gesammelt,  wo sie unter anderem Apps für „Sport 1“ und „kicker.de“ entwickelt haben. Kupferwerk zählt mittlerweile zu den Marktführern im deutschen App-Kosmos und kümmert sich unter anderem um das Erscheinungsbild von TV-Sendern, Brause- und Autoherstellern auf Smartphones und Tablets. Tickaroo ist sozusagen eine Startup-Ausgründung, da sich ein Teil der Kupferwerker wieder auf das Kerngeschäft Sport und Ticker konzentrieren wollte.
Die Ticker-App ist bewusst schlicht gehalten und sehr intuitiv zu bedienen.

Die Ticker-App ist bewusst schlicht gehalten und sehr intuitiv zu bedienen.

Seit 2013 bieten die Regensburger eine Plattform für User generierte Liveticker an. Und wenngleich das Entwickeln von Apps inzwischen auch bei Tickaroo das „Brot- und Buttergeschäft“ darstellt, versichern die Oberpfälzer, dass der Liveticker nach wie vor eine echte Herzensangelegenheit für sie ist.

Die Nutzung der Ticker auf der Tickaroo-Plattform ist ebenso kostenlos wie die Einbindung des Widgets per iframe in die eigene Website. Für die professionelle Darbietung ist das allerdings weniger geeignet. Für Verbände und Verlage bietet Tickaroo deshalb seine kostenpflichtige Programmierschnittstelle (API) an. Die Lizenz-Fee beträgt 260 Euro im Monat inklusive Traffic und Support. Der große Vorteil: Die Gebühren sind unabhängig von der Reichweitenentwicklung. Im Gegensatz zum Geschäftsmodell von Scribble live wird man hier also nicht für erfolgreiches Arbeiten bestraft.

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