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Social-Media-Tools für kleine und große Redaktionen


Twitter, Facebook, Google Plus, LinkedIn – die Liste an Sozialen Netzen, die moderne Redaktionen befeuern können, wird immer länger. Und selbst wenn man sich nur auf Facebook und Twitter konzentriert, wird es auf Dauer umständlich, die Webseiten oder Apps der Branchen-Größen zu nutzen. Viele Redaktionen wünschen sich ein Tool, aus dem sie heraus alle Kanäle befeuern können. Ich habe mir in den vergangenen Wochen verschiedene Tools angeschaut und möchte nun Empfehlungen für kleine und große Redaktionen aussprechen. Ich lade Sie schon jetzt ein, in den Kommentaren über diese Empfehlungen zu diskutieren oder Ihre Erfahrungen mit anderen Tools zu ergänzen.

Buffer – für Einzelkämpfer und kleine Redaktionen

Viele Social-Media-Experten empfehlen, regelmäßig Beiträge in den Sozialen Netzen zu posten. Gar nicht so einfach, wenn Sie ein Einzelkämpfer sind oder nur wenige Kollegen Zeit haben die Sozialen Netze zu befeuern. Buffer (www.bufferapp.com) macht Ihnen das Leben leichter: Mit dem Tool – das über eine praktische Web-Oberfläche und Apps für iOS und Android nutzbar ist – können Sie Nachrichten in die Kanäle Twitter, Facebook, LinkedIn, App.net (eine Art kostenpflichtiges Twitter) und Google Plus posten und deren Wirkung messen.

Das Tolle an Buffer: Jede neue Nachricht wandert in eine Warteschleife, aus der dann an einstellbaren Wochentagen und zu einsehbaren Uhrzeiten die jeweils oberste Nachricht veröffentlicht wird. Wenn Sie also zum Beispiel zwei Nachrichten pro Tag, jeweils um 9 und um 12 Uhr, verschicken möchten, ist Buffer das Tool der Wahl. Denn die Nachrichten können Sie auch Tage vorher einstellen und jederzeit die Reihenfolge per Drag and Drop ändern oder eine neue Nachricht – zum Beispiel zu einer aktuellen Meldung – entweder sofort posten oder als nächste Nachricht veröffentlichen. Auf die Weise sind kleine Redaktionen in den Sozialen Netzen aktiv, auch wenn der zuständige Mitarbeiter nicht im Haus ist.

Wer 10 US-Dollar im Monat (umgerechnet rund 8,70 Euro) oder 100 US-Dollar im Jahr (umgerechnet rund 87 Euro) ausgibt, kann bis zu 100 Nachrichten in die Warteschleife stecken und bis zu 10 Social-Media-Profile ansprechen. Ferner kann man für jeden Wochentag andere Versand-Uhrzeiten festlegen und bis zu 15 RSS-Feeds abonnieren, die man für neue Beiträge nutzen kann. Ideal, um zum Beispiel Nachrichten aus verschiedenen Ressorts über einen zentralen Social-Media-Redakteur zu steuern. Im kostenfreien Paket dürfen es maximal 10 Nachrichten und je ein Account pro Social-Media-Dienst (also Twitter, Facebook …) sein.

Buffer klinkt sich auf Wunsch in Ihren Browser und in viele Apps ein, so dass Sie sehr einfach Links in den Sozialen Netzen veröffentlichen können.

Ich nutze Buffer – nachdem ich es auf Journalisten-Tools.de vorgestellt habe – seit mehreren Monaten und zwar im Awesome-Tarife, weil ich dann meine privaten Facebook- und Twitter-Accounts genau so ansteuern kann wie die Twitter- und Facebook-Profile von Journalisten-Tools.de. Beeindruckt bin ich vom Entwicklungstempo von Buffer: Jüngst wurde die Statistik-Funktionen überarbeitet, so dass man noch einfacher sehen kann, welche Beiträge besonders gut in welchem Kanal geklickt oder geteilt / retweetet wurden. Und besonders gute Beiträge schicke ich gleich wieder in die Warteschlange, denn auf Journalisten-Tools.de laufen auch ältere Beiträge sehr gut.

Hootsuite – das Tool für große Redaktionen

Hootsuite ist eine Art Tweetdeck für Teams: Wie das Twitter-eigene Tool für Journalisten (meinen Beitrag zu Tweetdeck finden Sie hier) läuft Hootsuite im Browser (es gibt aber auch Apps für iOS und Android) und zeigt die Nachrichten in Spalten. Die eigene Pinnwand (Facebook) oder Timeline (Twitter) steht so neben den DirektNachrichten oder einstellbaren Suchen zu bestimmten Keywords oder Ereignissen.

Das Tolle an Hootsuite: Anders als Tweetdeck – wo alle Einstellungen mit einem Account verknüpft sind – kann man mit Hootsuite die selbe Oberfläche mit bis zu neun weiteren Kollegen teilen. Ideal also für Newsrooms, die bestimmte Stichwörter – oder Nachrichten der User an den Redaktionsaccount –  im Blick haben möchten ohne das jeder Einzelne ständig Änderungen an der Konfiguration vornehmen muss. Auch Hootsuite erlaubt eine Planung von Beiträgen und veröffentlicht diese auf Wunsch automatisch zum optimalsten Zeitpunkt. Die Idee dahinter: Da Hootsuite die Reaktionen der User auf einen Post misst, kann das Tool auch herausfinden, wann besonders viele User auf einen Beitrag reagieren und künftig Nachrichten zu diesem Zeitpunkt verschicken. Bei Buffer muss man die Zeiten auf gut Glück einstellen und selbst beobachten, welche Zeit besonders gut funktioniert. In meinem Test wurden die Nachrichten für Journalisten-Tools.de allerdings immer zur selten Zeit verschickt, weshalb ich nicht viel von einer automatischen Steuerung erlebt habe.

Hootsuite kostet in einer Basis-Version bzw. in den ersten 30 Tagen nichts. Hootsuite Pro kostet 10,99 Euro im Monat oder 95,88 Euro im Jahr und liegt damit knapp über Buffer. Während der Basis-Account auf einen User begrenzt ist, sind im Pro-Account zwei Accounts (der Anmeldende und ein weiterer) enthalten. Für jeden weiteren Account zahlt man 11 Euro im Monat, also 132 Euro im Jahr. Ein Beispiel: Wer Hootsuite in einer Redaktion mit 5 Kollegen nutzt, zahlt für den Pro-Account 95,88 Euro im Jahr und muss 3 Zusatz-Accounts a 132 Euro im Jahr buchen. Am Ende des Jahres stehen demnach knapp 500 Euro auf der Rechnung.

Ich habe Hootsuite 30 Tage lang im Pro-Tarif getestet und mich dann gegen eine Verlängerung entschieden. Ich wollte mit Hootsuite in erster Linie Posts für Journalisten-Tools.de in den Kanälen Twitter und Facebook verschicken und dafür war das Tool zu mächtig, zumal ich die Sozialen Netze lieber mit Tweetbot (einem Twitter-Client für den Mac) beobachte. Kleine Details haben das ansonsten gute Bild getrübt: Vorprogrammierte Meldungen lassen sich – anders als bei Buffer – nicht einfach per Drag&Drop neu sortieren. Stattdessen muss man jede Nachricht einzeln auf den neuen Sende-Platz verschieben. Auch die Oberfläche von Hootsuite sieht etwas verstaubt aus.

Social Hub – so geht keine User-Anfrage verloren

Ein weiteres Tool, das ich selbst noch nicht getestet habe, hat Sonja Kaute in ihrem Blog vorgestellt: Social Hub ist gut geeignet, die Redaktionen und Fragen der User auf den Kanälen Twitter und Facebook zu sehen, Kollegen zuzuweisen und den Status zu verfolgen. Es passiert ja immer wieder, dass sich User per Twitter und Facebook an die Redaktion wenden, weil sie eine Frage zu ihrem Abo oder zu einem anderen Produkt des Verlages haben. Mit Social Hub kann man diese Anfragen innerhalb des Tools oder per E-Mail weiterleiten, damit keine Anfrage verschütt geht.

In einem kurzen Video (2:30) erklärt die deutsche Firma, was Social Hub ist:

Welches Tool nutzen Sie?

Welches Tool setzen Sie in Ihrer Redaktion ein und wie sind Ihre Erfahrungen? Bitte nutzen Sie die Kommentar-Funktion, um Ihre Einschätzung zu ergänzen und so anderen Kollegen zu helfen. Wenn Sie nur mir eine E-Mail schicken möchten, können Sie hierfür die Kontakt-Seite nutzen. Bitte melden Sie sich auch, wenn Sie in einem Gast-Beitrag auf Journalisten-Tools.de das Social-Media-Tool Ihrer Wahl vorstellen möchten.

Update (17. Februar 2015): Twitter hat heute Tweetdeck für Teams vorgestellt. Damit entwickelt sich Tweetdeck in Richtung Hootsuite, kann allerdings immer noch nur Twitter befeuern.


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3 Responses to “Social-Media-Tools für kleine und große Redaktionen”

  1. DanielB

    Habe mich mit Hootsuite versucht, aber irgendwie kann ich dem Tool nichts abgewinnen. Ganz anders sieht es hier mit Buffer aus, wie es deine Erfahrung auch zeigt. Im Grunde genügt es mir für meinen eigenen Blog. Die ganzen anderen Tools sind einfach nur etwas für Unternehmen bzw. größere Redaktionen, da sie vor allem preislich mächtig einschlagen.

    Antworten
    • Sebastian Brinkmann

      Hootsuite macht aus meiner Sicht Sinn, wenn man in größeren Redaktionen (oder allgemeiner Teams) arbeitet. Wobei Tweetdeck mit der neuen Team-Funktionen einen Schritt in diese Richtung gemacht hat. Letztlich ist spannend, dass man auch Auswertungen im Tool erstellen kann.

      Antworten
  2. Moritz

    Ich bin auch großer Buffer-Fan. Es ist so simpel und einfach zu bedienen.
    Ich stimme hier allen zu, dass Hootsuite für kleine Teams keinen Sinn macht. Und ich habe bisher auch noch niemanden gefunden, der die Usability von Hootsuite wirklich gelungen fand.

    Mit dem Content Captain wollen wir zudem ein Tool bauen, das da einsetzt, wo Buffer noch Schwächen hat: Bei der Inspiration. Buffer nutzt das eingebaute und sehr rudimentäre Suggestion-Tool vor allem dafür, die eigenen Beiträge des Buffer-Blogs zu promoten. Daas wollen wir besser machen und die relevantesten Blogposts zu einem Thema fürs einfache Teilen auf Social Media servieren. Wie bei Buffer ist bei uns die Basisversion komplett frei: http://contentcaptain.de/

    Antworten

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