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Periscope oder Facebook Live: Welcher Live-Streaming-Dienst ist besser? (Interview)


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Vor wenigen Tagen hat Facebook angekündigt, seine Video-Streaming-Lösung „Facebook Live“ für alle verifizierten Seiten freizuschalten. Damit bekommt Periscope, der Live-Streaming-Dienst von Twitter, ernsthafte Konkurrenz. Über die Vor- und Nachteile beider Dienste und die Zukunft sprach ich mit Martin Heller, Head auf Video bei WELT und N24 und selbst Blogger (webvideoblog.de). Jüngst hatte er Tipps zu Facebook Live veröffentlicht.

Martin Heller streamt als Journalist auch live mit Periscope und Facebook wie hier im Newsroom der "Welt". (Foto: Martin U. K. Lengemann / Die Welt)

Martin Heller streamt als Journalist auch live mit Periscope und Facebook wie hier im Newsroom der „Welt“. (Foto: Martin U. K. Lengemann / Die Welt)

Ihr habt erste Erfahrungen mit Facebook Live gemacht. Wie sind diese?

Wir nutzen Facebook Live seit einigen Wochen journalistisch, bringen unsere redaktionellen Inhalte auch dort zu den Usern und experimentieren mit den Möglichkeiten. Vor allem geht es uns um „Engagement“: wie viel kommentieren, liken und teilen unsere Zuschauer? Bisher ist unser Eindruck, dass die User bei Facebook etwas weniger kommentieren als bei Periscope. Ich vermute, dass ein Facebook-User – der ja zumeist mit seinem echten Namen kommentiert – noch eine gewisse Hemmung hat oder nicht weiß, dass er über die Kommentarfunktion wirklich live mit dem „Broadcaster“ kommunizieren kann. Bei Periscope bekommt man deutlich mehr Kommentare. Erstaunlich positives Feedback erhalten wir aber bei beiden Tools.

Welchen Dienst bevorzugst Du aktuell?

Wir testen beide in verschiedenen Situationen. Ich finde das Handling zumindest bei Periscope besser: Wenn man ein Video startet, werden automatisch eine Push-Meldung und ein Tweet rausgeschickt. Twitter ist mehr Live-Medium als Facebook und für Breaking-News-Situationen somit besser geeignet. Ich kann zudem Kommentatoren sperren, wenn sie beleidigen oder spammen. Ich gehe aber davon aus, dass Facebook in den nächsten Monaten noch an den Möglichkeiten bei Live arbeiten wird

Müssen Journalisten jetzt mit beiden Diensten gleichzeitig filmen?

Sie müssen gar nicht. Es sind lediglich Möglichkeiten, zusätzlich zu den klassichen Kanälen User mit Inhalten zu erreichen. Ich glaube, dass sich die Dienste aufgrund der Zielgruppe unterscheiden: Facebook ist für die breite Masse in Deutschland besser geeignet und vieleicht eher für bildstarke Themen. Periscope ist gut, wenn man mit dem Zuschauer diskutieren möchte. Der Dialog ist oft schneller, intensiver. Als Journalist  entscheidet man sich am besten je nach Thema und Zielgruppe.

Welche Tipps gibst Du Journalisten zum Thema Live-Streamen?

Ich habe in einem Blog-Post jüngst einige Tipps gegeben. In der Praxis hat es sich bewährt, die Kommentare der User direkt auf dem Gerät zu lesen, mit dem man auch sendet. So hat man alles auf einem Bildschirm. Erfahrungsgemäß verzeihen einem es die User auch, wenn man beim gleichzeitigen Sprechen und Lesen von Kommentaren auch mal den Faden verliert. Und wenn man einen Kommentar eines Users mal nicht sofort mitbekommen hat, kann man ihn auch bitten, seine Frage zu wiederholen.

Worin liegt für Einsteiger die größte Herausforderung?

Viele verstehen Periscope und Facebook Live als ein rein technisches Streaming-Tool. Dabei geht es um Interaktion, um Engagement. Es macht also nicht unbedingt den meisten Sinn, eine Rede oder eine Pressekonferenz zu übertragen, weil man die Fragen der User gar nicht oder nur sehr schwierig beantworten oder an die Sprecher weitergeben kann. Darauf sollten sich Journalisten aber auch einlassen: Der User ist nicht zwingend nur passiver Zuschauer, sondern kann aktiver Teilnehmer sein. Durch seine Kommentare und die Herzen – bei Periscope – kann man zudem ganz direkt sehen, ob die Geschichte beim User ankommt. Auch das ist eine wertvolle Erfahrung.

Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Wird sich Periscope durchsetzen oder Facebook Live?

Die Frage ist schwer zu beantworten. Klar ist, dass Twitter und sein Streaming-Dienst Periscope in Deutschland – anders als in den USA – in der breiten Masse noch nicht richtig angekommen sind. Und jetzt bietet Facebook mit seiner riesigen Reichweite eine Live-Streaming-Lösung für verifizierte Nutzer an. Das wird spannend.


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Der 40-Jährige testet für sein Leben gern neue Internet-Seiten oder Tools. Er hat Journalisten-Tools.de im Oktober 2013 gegründet, um seiner Leidenschaft zu frönen und Journalisten über nützliche Werkzeuge zu informieren. Im echten Leben arbeitet Sebastian als Director Publishing Services bei der Rheinischen Post Mediengruppe und ist Projektleiter für die Einführung eines neuen Redaktionssystems für 700 Redakteure.

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