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Sechs Evernote-Alternativen mit und ohne Cloud-Speicherung


© Deyan Georgiev - Fotolia.com

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Ich habe auf Journalisten-Tools.de viele Beiträge zu Evernote veröffentlicht. Heute habe ich mich auf die Suche nach Evernote-Alternativen gemacht. Die einen möchten ihre persönlichen Notizen nicht in der Cloud speichern, anderen ist Evernote für einfache Notizen zu mächtig.

Einer der Nachteile von Evernote ist, dass die Daten in einem US-Rechenzentren gespeichert werden. Zwar bietet Evernote die Möglichkeit, lokale Notizbücher anzulegen, aber dann kann man nicht den vollen Funktionsumfang nutzen: Notizen lassen sich zwar durchsuchen, aber Bilder und PDF-Dateien werden nur auf den Evernote-Servern analysiert und damit durchsuchbar gemacht. Und lokale Notizbücher können Sie nicht auf Smartphone oder im Browser benutzen.

Lokale Speicherung mit Devonthink

Es gibt zwei Ansätze, um die Speicherung in den eigenen vier Wänden zu gewährleisten: Anbieter wie Devonthink Technologies  und Chronos bieten Mac-Programme zum Kauf an, die ihre Daten nur lokal abspeichern. Devonthink macht einen guten Eindruck: Das Programm wird kontinuierlich weiterentwickelt und verfügt über eine Browser-Erweiterung (leider nur für Chrome und Firefox), um Internet-Seiten zu speichern.  Die Daten lassen sich per Dropbox (dann wären sie aber in einer US-Cloud), Webdav-Server, USB-Stick oder (W)LAN-Verbindung synchronisieren. Inzwischen gibt es auch eine iOS-App Devonthink To Go, die sich per WLAN mit der Desktop-Version austauschen kann. Devonthink Pro kostet einmalig 65 Euro und kann  über den Hersteller gekauft werden. Die iOS-App kostet 15 Euro und sie gibt es wie alle iOS-Apps nur im Appstore. Auf seiner Website erläutert Devonthink, wie Journalisten ihr Tool effektiv nutzen können.

Über Soho Notes möchte ich nicht all zu viele Worte verlieren: Das Programm wurde zuletzt 2013 aktualisiert und ist Stand heute nicht für das neue Mac OS Yosemite (10.10) aktualisiert worden.

Ein gutes Windows-Notizbuch-Programm habe ich leider nicht gefunden. Wer ein solches kennt, möge mir eine E-Mail schicken oder einen Kommentar unter diesem Artikel posten, dann aktualisiere ich den Beitrag gerne.

Lokale Speicherung auf der Netzwerkfestplatte

Wer seine Notizen bequem auch unterwegs nutzen möchte, ohne sie gleich in eine öffentliche Cloud zu laden, wird bei den Firmen Synology und Q-NAP fündig, die für ihre Netzwerkfestplatten (siehe: Die sichere Cloud für Journalisten – Alternativen zu Dropbox und Google Drive) inzwischen Notizbuch-Apps (Synology Note Station / Q-NAP Note Station) bieten. Note Station von Synology ist als Browser-Version (über die Web-Oberfläche der Netzwerkfestplatte) sowie auf Android und iOS verfügbar. Herbert Hertramph von „Evernote für Pfiffige“ hat das Programm, das auch einen Evernote-Import ermöglicht, in einem kurzen Video (damals war es noch eine Beta-Version) vorgestellt.

Stand heute ist Note Station von Synology nicht auf dem Niveau von Evernote, aber das kann sich ändern: Als Synology seine Dropbox-Alternative Cloud Station erstmals vorstellte, war der Abstand zu Dropbox gewaltig. Cloud Station wurde mit jedem Update besser und ich nutze es inzwischen seit rund 1,5 Jahren statt Dropbox bzw. Google Drive, um private Daten innerhalb der Familie auszutauschen. (Update: Ich habe mir Note Station im Januar 2016 genauer angeschaut: „Note Station: Fast wie Evernote – nur ohne Cloud-Speicherung„).

Evernote-Alternativen in der Cloud

Wer damit leben kann, dass die eigenen Daten nicht auf der heimischen Festplatte lagern, findet deutlich bessere Alternative zu Evernote als Devonthink und Soho Notes.

Microsoft OneNote (hier die Mac-Version) macht einen ausgereiften Eindruck (Foto: Screenshot)

Microsoft OneNote (hier die Mac-Version) macht einen ausgereiften Eindruck (Foto: Screenshot)

Ein wachsender Gegenspieler ist Microsoft OneNote. Das Programm war lange Zeit Bestandteil des Office-Pakets, kann aber inzwischen auch separat und – mit Einschränkungen – kostenfrei genutzt werden. OneNote gibt es für Windows, Mac, iOS, Android, Amazon Kindle und Web-Browser. Einzige Voraussetzung ist ein Microsoft-Konto, das aber kostenfrei ist. Gespeichert werden die Notizen, die wie bei Evernote in Notizbücher und Notizen gegliedert werden, in der Microsoft-Cloud. Ein Web-Clipper für alle Browser speichert auf Wunsch Recherche-Ergebnisse aus dem Web. Anders als bei Evernote kann man beim Speichern nicht auswählen, ob die ganze Seite, nur der Text oder nur Ausschnitte gespeichert werden. Der Mac-Client reagierte im Test etwas träge. Die Windows-Version ist deutlich schicker und schneller.

Sehr rudimentär sieht immer noch Google Keep (auf deutsch inzwischen „Google Notizen“ genannt) aus: Der Online-Dienst lässt sich nur im Browser und auf dem Android-Telefon nutzen. Apps für Windows, Mac oder iOS gibt es nicht. Das Programm wurde im März 2013 präsentiert und ich habe nicht den Eindruck, dass Google mit Hochdruck an dieser Anwendung arbeitet.

Die Oberfläche von Memomic soll wohl an eine Pinnwand erinnern (Foto: Screenshot)

Die Oberfläche von Memomic soll wohl an eine Pinnwand erinnern (Foto: Screenshot)

Aus der Schweiz bietet sich Memonic an: Der Online-Dienst hat einen schicken Web-Clipper (der die einfache Speicherung von Auszügen erlaubt) und ist für iPhone, iPad, Windows und Mac sowie im Browser verfügbar. Kostenfrei kann man bei Memonic lediglich 100 Notizen speichern, aber immerhin kostet der Pro-Zugang mit 22 Euro im Jahr nur halb so viel wie Evernote Premium. Gestört hat mich die altbackene Web-Oberfläche. Wer hofft, dass die Firma mit einer sicheren Speicherung der persönlichen Daten in der Schweiz wirbt, wird enttäuscht: Alle Daten wandern in die Amazon-Rechenzentren. Und das Entwicklungstempo lässt offenbar nach: Der jüngste Beitrag im Unternehmensblog ist von Juli 2013.

Bei der Recherche bin ich immer wieder über Springpad gestolpert. Viele Beiträge (wie bei lifehacker.com) loben das Tool und sehen darin eine gute Evernote-Alternative. Leider hat der Anbieter im Juni aufgeben und seinen Kunden – wie passend – die Migration zu Evernote empfohlen.

Fazit

Wer Evernote verlassen möchte, wird aus meiner Sicht am ehesten bei OneNote von Microsoft fündig. Das Programm ist Stand heute schon sehr leistungsfähig und die vielen Feedback-Bitten innerhalb der Oberfläche deuten darauf hin, dass Microsoft weiter Gas geben möchte, um Evernote Konkurrenz zu machen. Wer schon eine Netzwerkfestplatte von Synology oder Q-NAP besitzt, sollte sich deren „Note Stations“ genauer ansehen. Wer seine Daten lieber auf der heimischen Festplatte speichert, sollte das Thema Backups ernst nehmen. Nichts wäre schlimmer als sein Archiv zu verlieren.

Update (19. März 2015:) Weil sich dieser Artikel großer Beliebtheit erfreut, suche ich nach weiteren Evernote-Alternativen. Neuester Fund: Letterspace für Mac und iOS mit iCloud-Sync.

Update (9. Januar 2016): Die Firma hinter Memonic hat laut Blog den Geschäftsbetrieb eingestellt. Die Seite von Memonic ist noch erreichbar, aber ich kann nicht glauben, dass der Dienst noch lange Bestand hat.

Update (12. Januar 2016): Ich habe mir Note Station genauer angeschaut und einen Beitrag dazu veröffentlicht.

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20 Responses to “Sechs Evernote-Alternativen mit und ohne Cloud-Speicherung”

  1. get a life

    „Ein gutes Windows-Notizbuch-Programm habe ich leider nicht gefunden. Wer ein solches kennt, möge mir eine E-Mail schicken oder einen Kommentar unter diesem Artikel posten, dann aktualisiere ich den Beitrag gerne.“

    Ich kann das einfach ni cht glauben. Bin jetzt bestimmt Zeit 3 Monaten am Suche. Einfach nur ein Evernote was per LAN oder USB Synchronisiert. Mehr nicht.
    Kann doch nicht so schwer sein 😉

    *Kommentar um auf dem neusten Stand zu bleiben*

    Antworten
    • Harald Keck

      Sehr geehrter Herr Brinkmann,

      ganz verstehe ich Ihre Aussage: „Wer damit leben kann, dass die eigenen Daten nicht auf der heimischen Festplatte lagern, findet deutlich bessere Alternative zu Evernote.“ nicht. Denn von der erwähnten Alternative, OneNote, sind Sie offensichtlich auch nicht so begeistert. Wo sehen Sie denn die Stärke in OneNote?

      Herzliche Grüße aus Oberösterreich

      Harald Keck

      P.S.: Die Migration in die Cloud voraussehend, habe ich mir seinerzeit noch die Version 2 von Evernote gesichert. Damit ist eine Sicherung im LAN und auf USB möglich.

      Antworten
      • Sebastian Brinkmann

        Vielen Dank für Ihr Feedback.

        Sie haben Recht, der Satz war nicht eindeutig formuliert. Ich habe ihn nun aktualisiert: „Wer damit leben kann, dass die eigenen Daten nicht auf der heimischen Festplatte lagern, findet deutlich bessere Alternative zu Evernote als Devonthink und Soho Notes.“ Ich fand die beiden Tools, die damit werben, die Daten nicht in der Cloud zu speichern, nicht gut. Deshalb der Übergang zu OneNote, das aus meiner Sicht unter anderem den Vorteil hat, dass man handschriftliche Notizen direkt in der App vornehmen kann.

        Antworten
  2. Schnaffi

    Ich nutze unter Windows „Notebooks-App“. Gibt es für iOS, Windows und Mac. Synconisation mache ich über eigenen webdav Server. Das war für mich das Top-Argument: keine Cloud aka fremde Rechner. Alternativ kann es aber auch iClouds u. a.

    Sehr zufrieden damit.

    Antworten
  3. John

    Ich kann hier noch den Zettelkasten bennennen. Ist ein Tool in Java geschrieben und läuft unter Windows und Linux. Eine Mobile App gibt es dazu glaube ich noch nicht.

    Wer damit auf mehreren Geräten Arbeiten mag kann OwnCloud oder Dropbox verwenden. Theoretisch kann man das Programm auch einfach vom USB-Stick verwenden, da keine Installation nötig ist.

    Antworten
  4. Robarrrt

    Hallo,

    ich kann hier noch Outline+ für IOS und Outline für OSX nennen, die sind auch sehr gut, wenn auch etwas teuer. In der IOS Version sollte man aber noch auf einen funktionierenden Apple Pencil Support warten, das was bis jetzt da geliefert wurde ist absolut unbrauchbar. Sync geht dort über meherer Plattformen aber eben auch über iTunes. Und die OSX Backups erledingt mit den richtigen Einstellungen dann Timemachine.

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  5. Robi Sulzbacher

    Hallo zusammen,
    Suche ein optimales Tool, welches Mindmap und Tagebuch Optionen ideal verbindet.
    Vorlagen und optische Gestaltung sollten unterstützt werden….
    Ideal wäre einfach Projektzuweisung via Führungsfarben…
    Sharing via Pads, iPhones und Macs, bzw. Server oder Browserlösung erwünscht.
    Evernote ist einfach grün und die Vorlagentools Zuwenig intuitiv…
    Irgendwer nen Hint?

    Antworten
    • Sebastian Brinkmann

      Vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Was genau wollen Sie mit dem Tool machen? Es gibt verschiedene gute Mindmap-Tools (der Link löst eine Suche nach Mindmap in den Beiträgen auf Journalisten-Tools.de) aus. Die bieten zum Teil auch eine gute Synchronisation zwischen Mac und iOS.

      Antworten
  6. wolf

    komischer aufbau des artikels. hätte hier eine liste oder eine tabelle am ende erwartet.

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