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Besser schreiben mit dem passenden iPad-Stift


Bei aller Begeisterung für Evernote: Wenn ich während eines Telefonats Notizen machen möchte, greife ich zu Papier und Kugelschreiber, weil es schneller und einfacher geht. Einige Kollegen versuchen auch solche Notizen digital zu speichern, indem sie einen iPad-Stift benutzen. Ich habe mir drei Stifte ausgeliehen und ausprobiert. Wer mit dem iPad größere Textmengen erfassen möchte, dem empfehle ich meinen Beitrag zu iPad-Tastaturen.

AmazonBasics Stylus

Mit 13 Euro ist der iPad-Stift aus der Amazon-eigenen Basics-Reihe vergleichsweise günstig. Statt einer Spitze hat der schwarze Stift einen Gummiknubel, mit dem man auf der Glasscheibe des Tablets schreiben kann. Das ist zwar praktischer und präziser als mit dem Finger, aber ein angenehmes Schreibgefühl ist es nicht. Dazu kommt, dass das Gummi nach ein paar Wochen brüchig wird. Kurz: Der Amazon-Stift ist nichts für den Dauereinsatz.

Jot Pro von Adonit

Adonit Jot Pro (Foto: Adonit.net)

Adonit Jot Pro (Screenshot: Adonit.net)

Mein erster Eindruck: Was soll diese Glasplatte an der Spitze? Denn der Jot Pro von Adonit (rund 26 Euro bei Amazon.de) hat vor der Stiftspitze eine kleine runde Scheibe, die man auf die iPad-Scheibe drücken soll. Was merkwürdig aussieht, ist in der Praxis eine clevere Idee: Die Spitze gibt beim Aufdrücken leicht nach und die kleine Scheibe vermittelt ein angenehmes Schreibgefühl. Während mir der Amazon-Stift zu weich und unpräzise erschien, kam ich mit dem Jot Pro deutlich besser zu Recht. Zum angenehmen Schreibgefühl trug auch die Gummierung der Griffes bei, dank der der Stift gut in der Hand liegt. Praktisch: Die abschraubbare Kappe (die den Stift mit Plastikscheibe bei Nicht-Gebrauch schützt) lässt sich am anderen Ende ebenfalls anschrauben und geht so nicht verloren. Eine Reihe von Apps – darunter GoodNotes (lesen Sie hier den Testbericht) und Penultimate unterstützen den Stift dank einer Software-Anpassung von Adonit besonders gut.

Ein Nachteil, von dem Kollege Dietmar Wallner berichtete: Die Glasplatte an der Spitze des Stifts kann schnell verloren gehen und nutzt sich ab, weshalb der Hersteller Ersatz im Dreier-Pack (rund 8 Euro bei Amazon.de) verkauft. Einen weiteren Nachteil melden mehrere Amazon-Kundenkommentare. Demnach kann Schmutz auf dem Display dazu führen, dass die Glasscheibe des iPads Kratzer bekommt. Viele Kunden empfehlen deshalb eine Schutzfolie.

Jot Script Evernote Edition Stylus von Adonit

Jot Script Evernote Edition (Screenshot: Adonit.net)

Jot Script Evernote Edition (Screenshot: Adonit.net)

 

Preislich in der Königsklasse liegt der Jot Script von Adonit, der zusammen mit Evernote entwickelt wurde: Der Metallstift kostet bei Amazon 63 Euro und damit erheblich mehr als die beiden anderen hier vorgestellten Stifte. Für den Preis gibt es einen Hightech-Stift, der per Bluetooth mit der Penultimate-App von Evernote kommuniziert. So ist sichergestellt, dass die iPad-App nur die Bewegungen der Stift-Spitze erfasst und nicht aus Versehen den auf dem Display ruhenden Handballen.

So genial die Idee einer Bluetooth-Verbindung zwischen Stift und Pad klingt, so schwierig ist deren Einrichtung. Für die, die keine Lust haben das Erklärvideo des Herstellers zu gucken, hier die Kurzfassung:

  1. Bluetooth unter Einstellungen aktivieren (senkt leider die Akku-Laufzeit!!). Der Stift wird nicht als Bluetooth-Gerät angezeigt. (Ich habe fünf Minuten vergebens gewartet)
  2. In den Einstellungen unter „Allgemein“ die Multitasking-Bedienung ausschalten, weil die App sonst die aufliegende Hand als Aufforderung interpretiert, zum HomeScreen zu springen.
  3. Die Penultimate-App downloaden bzw. updaten und öffnen. Oben gibt es ein Stift-Symbol. Dort kann man den Stift verbinden.

Vor jeder Nutzung muss man den Stift über einen Knopf in der Stiftmitte einschalten, was aufgrund des bündigen Platzierung nicht ohne Hingucken funktioniert.

Die Stift-Spitze ist mit 1,9 Millimetern sehr präzise und erinnert an das Schreiben mit einem Roller-Pen. Im Vergleich zu den anderen beiden Stiften nutzt sich die Spitze nicht ab, was Folgekosten vermeidet. Die harte Spitze hat im Arbeitsalltag allerdings einen Nachteil: Wer eher in Druckbuchstaben schreibt, erzeugt ein für Anwesende nerviges Klack-Klack-Geräusch.

So sehr mich die Idee eines Stifts mit Bluetooth-Verbindung fasziniert hat, so enttäuscht war ich vom Schreibgefühl. Es fühlt sich an als würde man mit einem Kugelschreiber auf einer Glasscheibe schreiben. Mal abgesehen von den Geräuschen, die das Schreiben macht.

Einen weiteren Nachteil hat Kollege Markus Rohjans beobachtet: Die mitgelieferte AAA-Batterie des Stifts ist nach vier Wochen leer und normale AAA-Batterien halten bei ihm nur eine Woche, weshalb er künftig Ladebatterien ausprobieren wird. Aufgrund der Batterie im Gehäuse ist der Stift verhältnismäßig klobig und oben schwerer als an der Spitze, was zu einer schlechten Balance führt. Aufgrund des fehlenden Klipps rollt der Stift auf einem glatten Tisch gerne weg und lässt sich im Jacket nicht anständig befestigen.

Ernüchtert war ich, als Markus Rohjans – der den Stift seit ein paar Wochen fast täglich benutzt – berichtete, dass es kaum einen Unterschied machen würde, ob man die Bluetooth-Verbindung einschaltet oder nicht. Deshalb nutzt er auch lieber die Apps GoodNotes und Notes Plus, wobei Notes Plus den Stift nicht explizit unterstützt. Dafür ist Notes Plus in der Lage, eine halbwegs leerbare Handschrift per Texterkennung umzuwandeln.

Fazit

Ich habe lange mit dem Gedanken gespielt, den Jot-Script-Stift im Evernote Market zu kaufen, weil die Bluetooth-Verbindung einen hohen Schreibkomfort verspricht und ich gerne auch während eines Telefongesprächs auf die Papiernotizen verzichten würde. Mein Kurztest mit dem Jot Pro und der Bericht des Kollegen Markus Rohjans war allerdings ernüchternd.

Letztlich hat mir persönlich der Jot Pro am besten gefallen: Der Stift liegt gut in der Hand, das Schreibgefühlt erinnert am ehesten an einen Kugelschreiber auf einem Blatt Papier und der Stift ist mit 30 Euro verhältnismäßig günstig.

Nach ein paar Tagen mit den verschiedenen Stiften habe ich heute Morgen allerdings wieder zu Stift und Papier gegriffen, um während eines Telefonats ein paar Notizen zu machen. Diese kann ich dann nach dem Telefonat entweder in Evernote übertragen oder – was deutlich schneller geht – mit der iOS-Evernote-App abfotografieren und digital abspeichern.

Die Links zum Amazon-Shop sind so genannte Partner-Shop-Links. Journalisten-Tools.de erhält einen kleinen Teil des Kaufpreises als Provision.

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Update (21. Juli 2014): GoodNotes unterstützt die Bluetooth-Verbindung des Jot-Script-Stifts. Darauf hat mich Markus Rohjans hingewiesen. Ich habe die Passage entsprechend korrigiert.
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4 Responses to “Besser schreiben mit dem passenden iPad-Stift”

  1. Daniel P.

    Danke für die Tests! Hatte Hoffnungen in den Jot Script gesetzt. Tja… Da ich liebend gerne Notizen ausschließlich digital anfertigen würde und auch gerne digital, und das punktgenau, zeichnen würde, werde ich mich auf kurz oder lang vom ehemals geliebten iPad verabschieden. Das nächste Tablet wird dann sicher ein Galaxy Note Pro oder Surface Pro 3 – beide mit Stiftunterstützung.

    Antworten
    • Sebastian Brinkmann

      Ich glaube, dass Stift und Tablet ein grundsätzliches Problem haben: Sie vermitteln nicht das Gefühl, auf Papier zu schreiben und das macht es unangenehm. Aber ich wäre gespannt zu hören, wie das mit einem Surface funktioniert.

      Antworten

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