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10 Tipps und Tools, um Pocket effektiver leer zu lesen


Pocket App-Icon iOS

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Pocket ist eine grandiose App, um Inhalte aus dem Netz für eine spätere Lektüre zu speichern. Weil aber das iPad – anders als der echte Zeitungsstapel – nicht dicker wird, je mehr Texte man speichert, sammeln sich immer mehr Texte in Pocket und das schlechte Gewissen wird größer. Aus Leser-Mails weiß ich, dass auch andere das Problem haben, weshalb ich Tools und Tipps zur Lösung gesammelt habe.

Nicht alles lesen, sondern löschen

Ein einfacher Trick, der bei mir gut funktioniert: Psychologisch ist man wohl bei einer langen Lese-Liste versucht, jeden Text wirklich zu lesen – schließlich hat man ihn ja – zumindest virtuell – zur Seite gelegt. Falsch! Denn letztlich werfe ich in Pocket auch Beiträge rein, von denen ich nur den Link bei Twitter gefunden habe. Deshalb überfliege ich die Überschrift und lese zunächst nur den Anfang. Klingt der Text spannend, wird weiter gelesen. Wenn nicht, wird sofort gelöscht.

Schlagwörter helfen den Überblick zu behalten

Nach dem Speichern eines Inhalts fragt Pocket nach Schlagwörtern. (Foto: Screenshot)

Nach dem Speichern eines Inhalts fragt Pocket nach Schlagwörtern. (Foto: Screenshot)

Wenn man im Browser auf den Pocket-Knopf zum Speichern drückt, wird man gefragt, ob man dem gerade frisch gespeicherten Artikel ein oder mehrere Schlagwörter geben möchte: Das hilft ungemein, um etwas Struktur in die ansonsten nur chronologisch sortierte Liste an zu lesenden Inhalten zu bringen. Ich selbst nutze zum Beispiel das Schlagwort „JT“, um Beiträge zu sammeln, aus denen ich später einen Beitrag für Journalisten-Tools.de schreiben könnte. Finde ich einen Beitrag, den ich nur aus Spaß lesen möchte, gebe ich ihm das Schlagwort Spaß. Inhalte mit diesem Beitrag kann ich bei Zeitnot problemlos löschen ohne Sorge zu haben, ein spannendes Thema für Journalisten-Tools.de zu verpassen.  Die Liste der Schlagwörter sollte kurz bleiben, damit man sie sich leicht merken kann.

Leider kann man über die Web-Oberfläche von Pocket die Schlagwort-Liste nicht bearbeiten, wohl aber in der iOS-App. Wer Pocket in der Premium-Version (39,99 Euro pro Jahr) nutzt, dem bietet Pocket automatisch sinnvolle Schlagwörter an, um das Verschlagworten zu vereinfachen.

Pocket möchte mit seiner Highligt-Funktion helfen

Die Highlights-Funktion zeigt besonders lesenswerte Beiträge an (Foto: Pocket)

Die Highlights-Funktion zeigt besonders lesenswerte Beiträge an (Foto: Pocket)

Wer viele Texte in Pocket speichert, dem zeigen die iOS- und Android-App automatisch die Highlights an: Kurze („Quick Reads“) und lange Artikel („Long Reads“) werden in eigenen Kategorien angezeigt, sowie besonders lesenswerte Beiträge („Best of“, „Trending“), wobei „Best of“ auf Basis der bereits gelesenen Artikel weitere auswählt und „Trending“ die Beiträge angezeigt, die von besonders vielen Pocket-Usern gespeichert wurden. Alle Details zu der Funktion, die es immer noch nicht in der Web-Version bzw. der Mac-Version von Pocket gibt, hat Pocket im November 2013 in einem Blog-Post vorgestellt.

Pocket-Inhalte am besten in den iOS- und Android-Apps lesen

Die gerade beschriebene Highlights-Funktion ist ein weiterer Grund, unbedingt die mobilen Apps von Pocket zu nutzen.  Die Apps – die es kostenfrei gibt – haben weitere Vorteile: Gespeicherte Inhalte sind auch offline verfügbar, so dass man Flug- oder Bahnreisen sinnvoll nutzen kann. Ich nutze seit Jahren sehr gerne Flüge, um in Pocket gespeicherte Artikel zu lesen – und offline an Freunde oder Kollegen weiterzuleiten. Nach der Landung – sobald wieder eine Internet-Verbindung besteht – werden die Empfehlungsmails dann verschickt (und die Kollegen wissen, dass ich gut gelandet bin!).

Readruler taggt Beiträge mit Lese-Zeit: 5, 10 oder 20 Minuten

Wer auf die Bahn wartet, möchte möglichst kurze Beiträge lesen. Wäre es nicht praktisch, wenn die neuesten Beiträge in der eigenen Lese-Liste automatisch anzeigen würden, wie viel Zeit man für die Lektüre braucht? Exakt diesen Service bietet das kostenfreie Tool „Readruler“. Einmal mit Pocket verbunden, werden die neuesten 100 Beiträge der Lese-Liste mit einem von drei Schlagwörtern markiert: „5 minutes“, „10 minutes“ oder „20 minutes“. Das hilft mir sehr, die kurzen Beiträge zu finden, die ich schnell konsumieren und dann abhaken kann.

Damit Readruler die Lese-Zeit als Schlagwort speichert, muss nach dem Verbinden des Dienstes mit Pocket einmalig unter „Settings“ den Haken setzen bei „Add reading time tags on Pocket“. Die Lese-Zeit wird auf Basis von 250 Wörtern pro Minuten berechnet. Diesen Wert kann man auf Wunsch ändern und mit einem Test-Beitrag (auf englisch!) seine persönliche Lese-Geschwindigkeit ermitteln.

Short filtert kurze Texte aus der Pocket-Liste

Short zeigt in Pocket gespeicherte Beiträge, die in wenigen Minuten gelesen sind (Foto: Short)

Short zeigt in Pocket gespeicherte Beiträge, die in wenigen Minuten gelesen sind (Foto: Short)

Einen ähnlichen Ansatz wie Readruler verfolgt die – optisch sehr gelungene – App „Short“, die es bislang nur für iOS gibt: Nach der Registrierung mit dem eigenen Twitter-Account (eher ungewöhnlich) und dem Verbinden mit Pocket zeigt Short in Pocket gespeicherte Texte mit einer Lese-Zeit von bis zu 5 oder bis zu 10 Minuten an. Während der Lektüre in Short wird die verbliebene Lese-Zeit über dem Text angezeigt.

Im Test offenbaren sich aber einige Bugs: So listet die App dutzende Beiträge mit einer Lese-Zeit von 1 Minute auf. Erst beim Öffnen des Textes in Pocket sieht man, dass darunter auch Blog-Posts fallen, die nur aus einem Youtube-Video bestehen. Das Video wird von Short aber leider nicht angezeigt, was die Verwirrung perfekt macht. Dazu kommt, dass die App hin und wieder langsam oder gar nicht reagiert.

Schneller lesen mit Gist und Outread

Einen anderen Ansatz, um die lange Pocket-Lese-Liste zu reduzieren, wählen die Entwickler der Apps Gist (1,99 Euro im AppStore) und Outread (2,99 Euro im AppStore). Gist fasst jeden in Pocket gespeicherten Text in wenigen Sätzen zusammen und will so die Auswahl der richtigen Texte erleichtern. Outread wiederum möchte das Lesen selbst beschleunigen, in dem die Wörter entweder bei der Lektüre kurz fett markiert werden oder auf dem Bildschirm des iPhone zentriert in der Mitte jeweils nur ein Wort erscheint. Das Auge erfasst in beiden Fällen den Text schneller als bei einer herkömmlichen Ansicht. Ein Video erklärt das ganz gut:

Beide Apps sind in Ihrer Nutzung nicht auf Pocket beschränkt und kommunizieren auch mit dem Konkurrenten Instapaper oder erlauben den Import von Texten aus anderen Quellen.

Pocket mit Todoist kombinieren

Todoist (Foto: Screenshot)

Todoist (Foto: Screenshot)

Den Aufgabenmanager Todoist habe ich jüngst in einem Interview mit Julian Heck vorgestellt. Auch Julian nutzt Pocket und hat beide Tools kombiniert: „Ich nutzen den Dienst ,If this then that‚ (kurz IFTTT), um automatisch in Pocket gespeicherte Artikel auf meine Todoist-Aufgabenliste zu setzen. Auf die Weise werde ich eine Woche nach dem Speichern daran erinnert, dass ich den Text noch lesen wollte. Das fördert mein schlechtes Gewissen, wenn ich wieder nicht zum Lesen komme.“

Lars Bobach, der viel zum Thema Produktivität bloggt, hat sich derweil von Pocket verabschiedet: „Entweder landen Netzfundstücke direkt in Evernote oder, falls ich noch nicht so sicher bin, was ich damit anfangen kann, lege ich sie erst einmal in meiner ToDoist Inbox ab“, schreibt er in einem interessanten Beitrag zum Thema „Meine Top-Apps fürs iPad„.

 Die harte Lösung: Alles löschen und noch mal anfangen

Wer mit all diesen Tipps und Tools nicht mehr Herr seiner Pocket-Liste wird, kann den harten Schnitt wählen und einfach alle gespeicherten Inhalte löschen. Die entsprechende Funktion ist online unter Datenschutz / Meine Online-Daten löschen zu finden. Wer zuvor ein Backup haben möchte, kann es unter „Export“ auf Knopfdruck generieren lassen. Die Funktion lässt sich übrigens auch wunderbar nutzen, um seine in Pocket gespeicherten URLs in andere Tools wie Instapaper oder Wallabag (einer Pocket-Alternative für den eigenen Websever) mitnehmen möchte.

Und, wie lösen Sie das Problem einer übervollem Pocket-Liste? Die hier vorgestellten Tipps und Tricks sind Ergebnis einer längeren Recherche, aber die Liste ist sicher nicht vollständig. Schreiben Sie Ihre Tipps und Tools gerne in die Kommentar-Funktion oder per E-Mail.


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6 Responses to “10 Tipps und Tools, um Pocket effektiver leer zu lesen”

  1. Iris Hinneburg

    Ich finde bei Pocket nur etwas hinderlich, dass es Texte von passwortgeschützten Seiten nicht speichern kann, selbst wenn ich beim Speichern eingeloggt war. Positiv finde ich die Möglichkeit zum offline-Lesen – das geht bei Evernote ja nur in der Premium-Variante.

    Antworten
    • Sebastian Brinkmann

      Stimmt, die Offline-Notizbücher in der App gibt es nur mit Evernote Premium. Seit ich im Zuge der Einführung von Pocket Premium erfahre habe, dass deren kostenfreier Dienst nur die URL aber nicht den kompletten Text speichere, schicke ich Texte für die dauerhafte Speicherung an Evernote. Beide Premium-Dienste kosten ja das Selbe.

      Antworten
  2. Hans

    Du hast den [Voice Dream](http://www.voicedream.com)-Reader vergessen.
    Der holt sich die Pocket-Artikel und liest sie dir vor.
    Die Sprache wird automatisch erkannt. Die Geschwindigkeit kannst du einstellen.
    Prima beim Bügeln.

    Antworten
  3. Rosemarie Benke-Bursian

    Ich kann gerade mal nur ganz ganz herzlich Danke sagen!
    Ich bin über Twitter auf diesen Artikel gestoßen, zuvor kannte ich Pocket gar nicht! Was für ein tolles Tool, auch wenn ich hier lese, dass es nicht alles kann, meine Welt teilt sich gerade in einer Zeit vor Pocket und nach Pocket.

    Es lohnt doch, immer wieder mal rechts und links zu schauen und zu lesen. Nur so findet man neben viel Unsinn und Nutzlosem doch immer wieder mal solche Highlights.
    Also für mich war es eins und es sollte mich nicht wundern, wenn es von Leuten wir mir noch viele da draußen im weiten Netz gibt 🙂

    Rosemarie
    http://www.rosemarie-benke-bursian.de

    Antworten

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