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Vine: Video-Nachrichten in nur sechs Sekunden


Als aktiver Twitter-User habe ich die Kurz-Videos von Vine immer mal wieder in meiner Timeline gesehen. Aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass man in Sechs-Sekunden-Videos eine Geschichte erzählen kann. Als ich aber sah, was die ZDF-Sport-Redaktion oder das Auswärtige Amt aus sechs Sekunden machen, war mein Interesse geweckt.

 

Aber, der Reihe nach: Vine (steht für Video Network) ist ein Dienst, der seit Januar 2013 online ist und schon vor dem Start von Twitter gekauft wurde. Statt 140 Zeichen kann man bei Vine ein Video von maximal sechs Sekunden Laufzeit mit dem Smartphone (iOS, Android, Windows Phone) drehen und gleich auf Vine sowie Facebook und Twitter veröffentlichen. Wie bei Twitter kann man anderen Accounts folgen bzw. Hashtags setzen, um das Thema einzugrenzen. Auch Direkt-Nachrichten zwischen den Vine-Usern sind seit kurzem möglich.

Kurz-Interview, Video vom Schauplatz eines Unfalls, O-Töne

Warum sollten sich Journalisten mit Vine beschäftigen? Weil ein Bild bekanntlich mehr sagt als tausend Worte. So kann ein Reporter vor Ort zeigen, wie es an einem Schauplatz aussieht. Aktuelles Beispiel sind die Vine-Videos von Keir Simmons, der für NBC von der Absturzstelle von MH17 in der Ost-Ukraine berichtet. Auch die ZDF-Sport-Redaktion hat Vine genutzt, um kurze Momente der Weltmeisterschaft 2014 festzuhalten. Das ZDF und die Tagesschau gewähren mit Vine Einblicke hinter die Kulissen. Auch Kurz-Interviews oder O-Töne lassen sich mit Vine aufzeichnen und blitzschnell veröffentlichen. Vine-Accounts anderer Nachrichten-Redaktionen dümpeln dagegen vor sich hin.

So einfach funktioniert die Vine-App

Die Vine-App, die es kostenfrei für iOS, Android und Windows-Phone gibt, ist einfach gehalten: Zum Einloggen benutzt man den Twitter-Account und ein Klick auf den Button oben rechts führt in den Aufnahme-Modus. Einen Button, um die Aufnahme zu starten, gibt es nicht. Stattdessen läuft die Aufnahme so lange, wie man den Finger auf den Bildschirm drückt. Ein grüner Balken über dem Bild füllt sich langsam und nach spätestens sechs Sekunden ist die Aufnahme beendet. Ab dann wird das Video in einer Endlosschleife angezeigt. Einmal den grünen Haken unter dem Bild anklicken und schon kann man einen kurzen Text mit Hashtags eintippen und entscheiden, ob das Video bei Vine, bei Twitter und/oder Facebook veröffentlicht wird. Fertig.

Vine im Aufnahme-Modus (Foto: Screenshot iTunes.com)

Vine im Aufnahme-Modus (Foto: Screenshot iTunes.com)

Unter dem Video-Bild (Siehe Screenshot rechts) sind im Aufnahme-Modus fünf Icons. Von links nach rechts: Vorder-/Rückkamera umschalten, Gitter anzeigen (hilft bei der Platzierung von Objekten), Focus manuell setzen, Ghost-Modus und Aufnahme speichern. Ein häufiges Stil-Mittel bei Vine-Aufnahmen sind so genannte Stop-Motion-Aufnahmen, die man auch aus dem Fernsehen kennt: Statt den Spazierganz einer Person komplett zu filmen, wird alle paar Sekunden eine kurze Sequenz gefilmt und so „springt“ die Person im Video immer wieder. Der Ghost-Modus erleichtert solche Aufnahmen, weil das vorherige Bild geisterhaft im Aufnahme-Fenster angezeigt wird.

Während man für Video-Aufnahmen das Smartphone immer quer halten muss (weil die Aufnahmen sonst auf einem Bildschirm doof aussehen), filmt man Vine-Videos immer im Hochformat. Wer mehr als ein Video aufnehmen möchte, sollte ein Stativ und einen Zusatz-Akku mitnehmen, weil das Smartphone sonst schnell schlappt macht. Wenn der Ton wichtig ist, sollte man einen ruhigen Ort wählen und ein externes Mikrofon anschließen.

Nach der Aufnahme erscheint oben rechts ein Button „Bearbeiten“. Es gibt allerdings nur eine Funktion, mit der man die einzelnen Sequenzen neu ordnen oder einzelne Sequenzen durch Ziehen des Bildes von der Timeline von unten nach oben löschen kann.

Vine-Videos lassen sich in Websites einbinden

Seit ein paar Wochen gibt es neben den Apps auch eine Website unter vine.co. Darüber lassen sich alle Videos abrufen und in verschiedenen Größen – sowie mit oder ohne Erklärtext – in die eigene Website einbinden. Ideal für Redaktionen, die das Video ihres Reporters ohne großen Aufwand in einen Text integrieren wollen.

Mehr zum Thema: Das Vine ABC

Mein Tipp: Laden Sie sich die kostenfreie App auf Ihr Smartphone und probieren Sie Vine aus. Wer schon mal versucht hat, ein richtiges Video zu schneiden und zu vertonen, wird beeindruckt sein, wie einfach Vine in der Handhabung ist. Und wenn es darum geht, von einem Unfall zu berichten oder ein kurzes Statement eines Interview-Partners einzufangen, ist Vine eine tolle Alternative zu aufwändig produzierten Nachrichten-Videos.

Wer mehr über Vine erfahren möchte, dem empfehle ich das Vine ABC von Franz-Josef Baldus. Und auf Süddeutsche.de können Sie einen interessanten Bericht über die „Sechs-Sekunden-Superstars“ lesen, von denen einige ihren Lebensunterhalt mit Vine bestreiten.

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