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DRadioInterview ermöglicht Telefon-Interviews ohne Telefonklang


DRadioInterview hat eine sehr einfache Oberfläche. Foto: Screenshot

DRadioInterview hat eine sehr einfache Oberfläche. Foto: Screenshot

Jeder Radio-Hörer kennt das: Telefon-Interviews klingen schlecht. Aber nicht immer kann man den Interview-Partner in ein Studio holen. Wenn das Interview nicht live gesendet werden soll, verspricht die kostenfreie DRadioInterview-App von Tarik Ahmia und Hartmut Pfinzinger eine Lösung: Mit der Android-App können Interview-Partner ihre Antworten parallel zum Telefon-Interview aufzeichnen und die Audio-Datei dann per Knopfdruck an den Interviewer schicken. Aktuell ist die App noch im fortgeschrittenen Beta-Stadium, aber das soll sich im Frühjahr 2017 ändern.

Wie läuft das Interview ab?

Bevor man ein Telefon-Interview führt, bittet man den Gesprächspartner die kostenfreie App aus dem Google-Play-Store herunterzuladen. Die App-Oberfläche ist bewusst minimalistisch gehalten: Aufnahme, Stop, Wiedergabe und Senden. Zu Beginn des Interviews – das über eine separate Leitung geführt wird – drückt der Gesprächspartner die Aufnahme-Taste und spricht ganz normal. Am Ende wird die Aufnahme gestoppt und auf Knopfdruck an einen Server der Entwickler übertragen, wo sie der Interviewer mit jedem Web-Browser herunterladen kann.

„Derzeit sind alle Audio-Dateien mit einem einheitlichen PIN geschützt, aber das werden wir vor dem offiziellen Start natürlich ändern. Dann bekommt jeder Nutzer seinen eigenen Account und sieht nur noch seine Aufnahmen“, erklärt Tarik Ahmia. Er arbeitet als Redakteur beim Deutschlandradio und hat das Konzept für die App aus den Alltagserfahrungen eines Radiomachers entwickelt. Zusammen mit dem Akustik-Forscher und Programmierer Hartmut Pfitzinger, der die App „Field Recorder“ für Android entwickelt hat, möchte Ahmia so schnell wie möglich eine iOS-Version auf den Markt bringen. „Technische Basis der App ist der Field Recorder und wir glauben, das Android bei Gesprächspartnern – und um die geht es ja – sehr verbreitet ist“, erklärt Pfitzinger die Entscheidung, mit Android zu beginnen. Ob und wann eine iOS-Version auf den Markt kommt, hängt von der Frage ab, ob sich das DeutschlandRadio an den Entwicklungskosten beteiligt.

Warum ist DRadioInterview besser als eine normale Aufnahme-App

Das User-Interface ist bewusst einfach gehalten, damit der Interview-Partner die Aufnahme schnell und einfach an den Interviewer schicken kann, ohne zum Beispiel einen Dropbox-Zugang oder gar einen FTP-Zugang konfigurieren zu müssen.

Zur besseren Aufnahme-Qualität – im Vergleich zur Telefon-Leitung – trägt auch bei, dass Hartmut Pfitzinger lange Zeit Psychoakustik und digitale Signalverarbeitung an der Uni erforscht und unterrichtet hat. Seine Algorithmen optimieren die Klangqualität der Stimme schon während der Aufnahme. „Meine ganze Erfahrung steckt in der digitalen Audioverarbeitung von Field Recorder und damit auch DRadioInterview“, erklärt der habilitierte Phonetiker.

Zwar kann man bei Android – anders als bei iOS – parallel zum Telefonat die Stimme aufzeichnen, aber einige Android-Telefone reduzieren dabei die Sprachqualität auf das Niveau des Telefon-Gesprächs. Deshalb führt man das Gespräch auch nicht mit dem Android-Telefon, sondern ruft einen Festnetz-Anschluss oder ein Zweit-Handy an. Das Android-Gerät liegt während der Aufnahme vor dem Gesprächspartner und zeichnet auf. Wer öfter mit dem selben Interview-Partner spricht, kann austesten, ob dessen Android-Handy während eines Telefonats trotzdem eine gute Aufnahme-Qualität hinbekommt und dann künftig auf die separate Telefonleitung verzichten.

Wie geht’s weiter?

Finanziert wurde das Projekt vom Deutschlandradio Lab, einem Think-Tank für digitale Strategien innerhalb des Deutschlandradios. Derzeit nutzen rund 150 Journalisten – vorwiegend aus der ARD – die App, aber das soll sich bald ändern: Im Frühjahr 2017 soll die App aus dem Beta-Stadium rauskommen und frei verfügbar sein. Dann ist es für die beiden Macher auch denkbar, eigenständige Apps für Radio-Sender zu entwickeln, die diese Interview-Partner anbieten können.


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